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Bern (awp/sda) - Angesichts des starken Frankens und der nach wie vor tiefen Teuerung setzt die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre expansive Geldpolitik fort. Bereits seit März 2009 strebt die SNB beim Dreimonats-Libor damit die Zielgrösse von 0,25% an.
Beim ihrem Zinsentscheid befand sich die Nationalbank in einer Zwickmühle: Denn einerseits würde eine Erhöhung des Zinsniveaus den Franken weiter stärken und damit die Lage der exportorientierten Wirtschaft noch mehr erschweren. Anderseits stimulieren die tiefen Zinsen aber den Schweizer Immobilienmarkt, wodurch eine Blase zu entstehen droht.
Alles andere als eine platzende Immobilienblase wünscht sich auch das SNB-Direktorium. Vor den Medien in Bern sagte SNB-Präsident Philipp Hildebrand, dass es tragisch wäre, wenn sich die Schweiz nun im Nachgang der Finanz- und Wirtschaftskrise doch auch noch eine Immobilienkrise aufladen würde.
Die Gefahr einer Immobilienkrise ist allerdings allgegenwärtig: Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Situation auf dem Schweizer Immobilienmarkt nochmals verschärft, führte SNB-Vizepräsident Thomas Jordan aus. Das Preisniveau lasse zwar nach wie vor nicht auf eine allgemeine Überbewertung von Immobilien schliessen.
ÜBERWACHUNG DES HYPOTHEKARMARKTES
Einig Indikatoren wiesen aber auf eine Überhitzung bei den Preisen für Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser hin. Ein weiteres starkes Wachstum der Immobilienpreise würde laut Jordan mittelfristig die Wahrscheinlichkeit einer starken Preiskorrektur erhöhen.
Der damit verbundener Anstieg von Hypothekarkreditausfällen bei den Banken wiederum wäre eine Gefahr für die Finanzstabilität der Schweiz. Die Wirkung der Geldpolitik der SNB könne allerdings nicht auf bestimmte Wirtschaftssegmente beschränkt werden, sagte Jordan. Vorrangiges Ziel der SNB sei die Preisstabilität.
Um dennoch einer Immobilienblase entgegenzuwirken, hat die SNB zusammen mit der Finanzmarktaufsicht (Finma) die Überwachung des Hypothekarmarktes ausgebaut. Bei Banken mit hohem Zinsänderungsrisiko und starkem Hypothekarwachstum kläre die Finma zudem detailliert ab, inwiefern sie ihre eingegangenen Risiken tragen könnten, hiess es am Donnerstag.
Hildebrand betonte vor den Journalisten zudem, dass trotz der stimulierenden Wirkung des tiefen Zinses für die Binnenwirtschaft der Zinsentscheid im Gesamtkontext angebracht sei. Bei ihrem Entscheid ist die SNB zwar für das Jahr 2011 von einem relativ stattlichen Wirtschaftswachstum von rund 2% ausgegangen.
Hildebrand wies aber ausdrücklich auf die zahlreichen Risiken hin, welche die wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz und weltweit gefährden könnte. Insbesondere nannte er die Schuldenproblematik in vielen Ländern der Eurozone. Aber auch den Anstieg der Rohstoffpreise nannte er als mögliche Bremse der weltweiten Konjunktur.
VON INFLATIONSPROGNOSEN GELEITET
Das Hauptrisiko für die Schweiz sieht die SNB - neben der Gefahr einer Immobilienkrise - in den Auswirkungen der Frankenstärke auf die Exportwirtschaft. Bei ihrem Zinsentscheid liess sich die SNB aber vor allem - gemäss ihres Grundauftrags - von der erwarteten Inflationsentwicklung leiten.
Ihre kurzfristige Teuerungsprognose für die Schweiz hat die SNB zwar leicht erhöht, auf etwas längere Sicht geht sie aber davon aus, dass das Preisniveau in der Schweiz erst später als bisher erwartet deutlich ansteigen wird.
Die Teuerungsprognose der SNB für 2011 beläuft sich auf 0,9%, jene für 2012 auf 1,0% und jene für 2013 auf 1,7%. Hildebrand betonte aber, dass die Prognosen angesichts der zahlreichen Risiken noch mit hoher Unsicherheit behaftet seien. Gleichzeitig wies der SNB-Präsident darauf hin, dass angesichts dieser Aussichten die gegenwärtige, expansive Geldpolitik nicht über den gesamten Prognosehorizont weitergeführt werden könne.
EURO FÄLLT UNTER 1,20 CHF
Obwohl der Zinsentscheid der SNB alles andere als überraschend war, ist der Franken am Donnerstag nochmals erstarkt. Der Euro fiel nach dem Entscheid erstmals unter die Marke von 1,20 CHF, um 15.30 Uhr war ein Euro genau 1,2000 CHF wert. Händler begründeten die heutige Frankenstärke eher mit der Zuspitzung der Krise in Griechenland, denn mit den SNB-News. Die SNB verfolgt laut Präsident Hildebrand die Wechselkursentwicklung "mit Besorgnis".
uh

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