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(Meldung durchgehend ergänzt)
Zürich (awp) - Die Sonova-Führungsspitze ist über Aktienverkäufe im Vorfeld einer Gewinnwarnung gestolpert. CEO Valentin Chapero und CFO Oliver Walker reichten den Rücktritt ein. Ebenso verzichtet Andy Rihs auf das Amt des Verwaltungsratspräsidenten. Der Verwaltungsrat von Sonova setzt zudem eine Task Force zur Verbesserung der internen Prozesse ein.
Die operative Führung von Sonova übernimmt als interimistischer CEO Alexander Zschokke. Zschokke gehört der Konzernleitung seit 2006 an. Interimistischer Chief Financial Officer wird Paul Thompson, der diese Funktion bereits 2002 bis 2004 ausübte. Anstelle von Andy Rihs wählte der Verwaltungsrat Robert Spoerry zu seinem Präsidenten. Rihs bleibe jedoch Mitglied des Sonova-Verwaltungsrates, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch.
Sechs Tage vor der am 16. März erfolgten Gewinnwarnung hatte das Management Aktien und Optionen des Unternehmens verkauft. Allein in den zwei Wochen vor der Gewinnwarnung veräusserten Top-Manager Titel im Wert von über 47 Mio CHF. Bei der grössten Transaktion trennte sich ein nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrates - wie nun bestätigt wurde handelte es sich um VR-Präsident Andy Rihs - von 300'000 Aktien.
Das Unternehmen hatte die Verkäufe damals mit dem Auslaufen bestehender und dem Anlaufen neuer Optionsprogramme begründet und betont, sich strikt an "Blackout"-Perioden zu halten, während derer Manager mit Insiderkenntnissen keine eigenen Titel handeln dürften.
Im Vorfeld der Gewinnwarnung hätten es die Verantwortlichen von Sonova jedoch versäumt, innerhalb des Unternehmens rechtzeitig ein Handelsverbot für Börsentransaktionen mit eigenen Aktien und Optionen zu erlassen, heisst es in der Mitteilung vom Mittwoch weiter. Als Folge dieses Versäumnisses kam es zu Transaktionen, die damals nicht hätten stattfinden dürfen. Ausserdem hat Sonova die Gewinnwarnung zu spät veröffentlicht. Zu diesem Schluss kommt die interne Untersuchung einer Anwaltskanzlei, welche der Verwaltungsrat von Sonova in Auftrag gegeben hatte.
Die interne Untersuchung habe keinen Hinweis ergeben, dass Rihs zum Zeitpunkt des Verkaufs seiner 300'000 Titel am 8. März Kenntnis von der bevorstehenden Gewinnwarnung am 16. März gehabt habe. Als Verwaltungsratspräsidenten treffe ihn jedoch "eine Mitschuld für die Versäumnisse, die passiert sind", wird Rihs in der Mitteilung zitiert. Der ehemalige VRP hat zudem dem damaligen Käufer angeboten, die Aktien zum Verkaufspreis zurückzukaufen.
Weiter habe die interne Untersuchung der beauftragten Anwaltskanzlei gezeigt, dass interne Regeln nicht durchgesetzt wurden und Schwachstellen bei den Prozessen bestehen. Dadurch sei die Gewinnwarnung und die interne "Blackout"-Periode für den Handel mit eigenen Aktien und Optionen zu spät erfolgt. Als Reaktion setzt der Verwaltungsrat eine Task Force ein, welche die festgestellten Mängel genau analysieren und umgehend beheben soll.
Der Verwaltungsrat hat auch davon Kenntnis davon genommen, dass die Schweizer Börse SIX im Bezug auf die Gewinnwarnung eine Voruntersuchung eröffnet hat. "Wir werden diese Untersuchung vollumfänglich unterstützen" wird der neue VRP Spoerry in der Mitteilung zitiert. Weiter kläre der Verwaltungsrat ab, welche Sonderkosten dem Unternehmen aufgrund der Ereignisse entstehen werden.
Spoerry ist sich sicher, dass es der neuen Führung dank der getroffenen Massnahmen schon bald gelingen werde, dass Vertrauen von Investoren, Mitarbeitern, Kunden und Öffentlichkeit wieder zurückzugewinnen.
Wie in der Vorwoche bekannt wurde, hat die für Wirtschaftsdelikte zuständige Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich Sonova im Visier. Hintergrund sind mögliche Insiderverkäufe. die Behörde prüfe, ob ein Anfangsverdacht zur Einleitung eines Strafverfahrens gegeben sei, hiess es damals.
dl/ps

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