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Zürich (awp) - Beim Hörgerätehersteller ist es zum Eklat gekommen. Nach der Gewinnwarnung vom 16. März und zuvor massiven Aktienverkäufen durch das Topmanagement wurden am Markt Rufe nach Insidergeschäften laut. Das Unternehmen hat nun die Reissleine gezogen und präsentierte heute eine neue Führungsspitze, wo sowohl der CEO als auch der CFO und der VR-Präsident ausgewechselt wurden. Das Anlegervertrauen von Sonova bleibt belastet, die Aktie verliert um mehr als 9%.
Sechs Tage vor der am 16. März erfolgten Gewinnwarnung hatte das Management Aktien und Optionen des Unternehmens verkauft. Allein in den zwei Wochen vor der Gewinnwarnung veräusserten Top-Manager Titel im Wert von über 47 Mio CHF. Bei der grössten Transaktion trennte sich VR-Präsident Andy Rihs von 300'000 Aktien im Wert von rund 30 Mio CHF.
Im Zusammenhang mit der Gewinnwarnung sei es zu schwerwiegenden Verfahrensfehlern gekommen. "Was sich am 16. März ereignet hat, war ein Schock für das Unternehmen und alle Mitarbeiter", erklärte der neue VRP Robert Spoerry an einer Medienkonferenz am Mittwoch. Die unabhängigen Mitglieder des Verwaltungsrates hätten noch am gleichen Tag die Untersuchung der Vorgänge angeordnet. "Die Ergebnisse der internen Untersuchung waren für uns sehr enttäuschend", erklärte Spoerry.
So hätten die Ergebnisse des Monats Februar, welche dann zur Gewinnwarnung führten, bereits Anfang März vorgelegen. Damit sei es zur Verletzung der ad-hoc-Publizitätspflicht der SIX gekommen. Auch seien interne Reglemente zur Verhängung einer Handelssperre missachtet worden.
VERANTWORTUNG BEI ALTEM CEO UND CFO - NEUE FÜHRUNG - RIHS BIETET RÜCKKAUF AN
Die Verantwortung dafür habe letztlich bei den scheidenden CEO Valentin Chapero und CFO Oliver Walker gelegen. Dies sei auch der Grund für den Rücktritt der beiden gewesen. "Dieser ist jedoch freiwillig geschehen", so Spoerry. Sonova werde auch den vertraglichen Pflichten gegenüber Chapero und Walker nachkommen. "Eine Abgangsentschädigung oder einen goldenen Fallschirm gibt es nicht", stellte der Verwaltungsratspräsident klar.
Neu übernimmt Alexander Zschokke interimistisch die operative Führung von Sonova. Zschokke gehört seit 2006 der Konzernleitung an. Interimistischer Finanzchef wird Paul Thompson, der diese Funktion bereits 2002 bis 2004 ausübte. Anstelle von Andy Rihs wählte der Verwaltungsrat Robert Spoerry zu seinem Präsidenten. Rihs bleibt jedoch Mitglied des Sonova-Verwaltungsrates.
Ebenfalls zu Wort meldete sich Firmengründer und langjähriger Verwaltungsratspräsident Andy Rihs. "Ich fühle mich sehr traurig durch die Vorkommnisse und es tut mir für all jene Leid, welche dadurch enttäuscht worden sind", erklärte Rihs im Gespräch mit AWP/Keystone-Video. Er werde alles dafür tun, dass sich die Lage wieder normalisiere.
Er sei zurückgetreten, da er als Vorstandsvorsitzender auch eine Mitschuld trage. Die interne Untersuchung habe indes gezeigt, dass er keinerlei Kenntnis von der bevorstehenden Gewinnwarnung hatte. Zusätzlich habe er dem Käufer angeboten, die 300'000 verkauften Aktien zum damaligen Verkaufspreis zurückzunehmen. "Dies obwohl ich gesetzlich dazu nicht verpflichtet bin", so Rihs.
NEUER CEO SIEHT SONOVA WEITERHIN AUF KURS - AKTIE TAUCHT
"Wir sind auch weiterhin auf Kurs, die am 16. März kommunizierten Probleme sind nur kurzfristiger Natur", erklärte der neue CEO Alexander Zschokke an der Medienkonferenz. Die Ursache für die Gewinnwarnung seien keinesfalls strukturelle Probleme gewesen, so der CEO weiter.
Auch sieht Zschokke ausserhalb von Investoren- und Analystenkreisen keinen negativen Einfluss auf das Kundenvertrauen durch die Gerüchte um mögliche Insiderverkäufe. "Die ganze Affäre hat eigentlich kein Echo ausserhalb des deutschsprachigen Raumes gehabt. Hier könnte es jedoch kurzfristig einen negativen Einfluss auf den Geschäftsverlauf haben", wie Zschokke gegenüber AWP erklärte.
Weniger optimistisch zeigen sich Anleger. Die Papiere des Hörgeräteherstellers sind am Mittwoch stark unter Druck gekommen und notieren gegen 15.25 Uhr um 9,3% tiefer auf 84,70 CHF (Tagestief: 84,50 CHF). Der SMI gewinnt derweil 0,55%.
Analysten sind in der Bewertung die Rücktritte hin- und hergerissen. Einerseits sei dieser Schritt notwendig, um die Reputation des Unternehmens wieder herzustellen. Andererseits sorgen sich die Experten um die weitere Unternehmensentwicklung ohne das bisherige Management, heisst es in Kommentaren.
dl/mk

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