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Soziales Gefälle bei den ausländischen Arbeitskräften

Universitätsspital Zürich. Diese Angestellten kommen aus Griechenland, Spanien, Brasilien, Indien, Sri Lanka, Haiti, Deutschland, Dänemark, den Philippinen und der Schweiz.

(Keystone)

Ausländische Arbeitskräfte sind in der Schweiz vor allem ganz oben und ganz unten gefragt. Die Unterschiede in der beruflichen Stellung und die Lohndifferenzen sind bei ihnen grösser als bei den Schweizern.

Ende Juni 2000 zählte die Schweiz 966'000 erwerbstätige Ausländerinnen und Ausländer, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag (11.01.) mitteilte. Das sind ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber noch immer weniger als 1991 (1,06 Millionen). Bei den Erwerbstätigen beträgt die Ausländerquote knapp ein Viertel.

Die typische ausländische Arbeitskraft ist laut BFS männlich, unter 40 Jahren und vollzeiterwerbstätig. Im Gastgewerbe wird jede zweite Arbeitsstunde von einem Ausländer oder einer Ausländerin geleistet. Hoch ist der Ausländeranteil mit über einem Drittel auch bei den Hausangestellten und mit 27 Prozent im Gesundheitswesen.

Starkes Gefälle beim Bildungsniveau

Gross sind die Unterschiede im Bildungsniveau. Von den ständig hier wohnhaften Arbeitskräften aus Nord- und Westeuropa verfügen gut die Hälfte über ein Uni-Diplom oder einen vergleichbaren Abschluss, bei den Schweizern nur knapp ein Viertel, bei den Südeuropäern zehn Prozent und bei den Erwerbstätigen aus Staaten ausserhalb der EU 17 Prozent.

Dies widerspiegelt sich auch in der beruflichen Stellung. 36 Prozent der Erwerbstätigen aus nord- und westeuropäischen EU- Ländern sind in einer Kaderstellung tätig. Bei den Schweizern sind es 30 Prozent, bei den Südeuropäern 28 Prozent, bei den Ausländerinnen und Ausländern aus Nicht-EU-Staaten bloss 18 Prozent.

Nord- und Westeuropäer verdienen mehr als Schweizer

Die Ausländer (immer ohne Grenzgänger, Saisonniers, Asylbewerber und Kurzaufenthalter) verdienen im Mittel 14 Prozent weniger als die Schweizer. Die Löhne der Arbeitnehmer aus Nord- und Westeuropa liegen aber fast 10 Prozent über jenen der Einheimischen. Südeuropäer verdienen 27 Prozent weniger, Erwerbstätige von ausserhalb der EU gar 46 Prozent.

Eine direkte Einkommensdiskriminierung der ausländischen Arbeitskräfte lässt sich laut BSF aus diesen Zahlen nicht ableiten. Dazu müssten weitere Kriterien herangezogen werden. Ausländer arbeiteten überdurchschnittlich häufig in Branchen mit eher tiefen Löhnen, das heisst im Gastgewerbe sowie im Gesundheits-und Sozialwesen.

Stärker von Armut bedroht

Die ausländische Bevölkerung ist stärker von Armut bedroht als die schweizerische. Unter der Armutsschwelle liegt das Einkommen bei 12 Prozent der Ausländer, aber nur bei 9 Prozent der Schweizer. Von Armut betroffen sind bloss 6 Prozent der EU-Bürger aus Nord-und Westeuropa, 11 Prozent der Südeuropäer und 21 Prozent der Angehörigen von Nicht-EU-Staaten.

swissinfo und Agenturen


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