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Spaghetti essen wird einfacher

Mit dem speziellen Teller lassen sich die Spaghetti auch ohne Löffel bestens aufrollen. (Bild: edipresse/DiNolfi)

Bei einem guten Teller Spaghetti kommen Tausende von Feinschmeckern ins Schwitzen: Wie können sie die Pasta nur elegant auf die Gabel wickeln?

Zwei junge Schweizer haben jetzt eine Lösung gefunden.

Spaghetti. Das köstliche Pasta-Gericht ist in der ganzen Welt als Symbol italienischer Küche und gesunder Kost bekannt. Doch es gibt ein riesiges Problem: Um die Spaghetti zu essen, muss man sie mit der Gabel aufrollen. Und viele Leute haben Mühe damit.

Selbst die Italiener erwecken den Anschein, dass sie ihre Spaghetti nicht mehr ganz so elegant zum Mund führen wie auch schon.

Was ist zu tun? Soll man auf die geliebte Pasta verzichten? Eher nicht, haben doch zwei junge und einfallsreiche Schweizer eine Lösung für das Problem gefunden: den Spaghetti-Teller.

Patent für Spaghetti-Teller angemeldet

Der Teller hat in der Mitte einer Vertiefung, die einem Eierbecher gleicht. Diese Öffnung erlaubt es, die Spaghetti mit der Gabel aufzudrehen. Die beiden Erfinder aus Genf – Mehdi Derouazi und Frank Martin – haben bereits ein Patent für ihren Spaghetti-Teller angemeldet.

"Die Idee entstand während der Ausbildung von Derouazi und Martin an der Hotelfachschule von Lausanne", erklärt Marketing-Fachmann David Pivoda, der sich mit den beiden Erfindern zusammen getan hat.

Die Schule schreibt jedes Jahr einen Wettbewerb aus, der den Teilnehmenden die Möglichkeit bietet, an der Erfindermesse von Evian teilzunehmen.

"Frank telefonierte mit seinem Vater, einem äusserst kreativen Arzt, der in Folge einer Krankheit an einer Teillähmung leidet. Er fragte ihn um Rat für den Erfinderwettbewerb", erinnert sich Pivoda.

Der Vater bat ihn, einen speziellen Teller zu erfinden, damit er trotz seiner Behinderung Spaghetti, seine Lieblingsspeise, essen kann.

Hilfe beim Aufrollen

Frank und Mehdi machten sich an die Arbeit. Sie konstruierten den Prototyp eines Tellers mit der Vertiefung in der Mitte. An der Erfindermesse gewannen sie damit den ersten Preis.

Dank der Unterstützung der Hotelfachschule Lausanne entschieden sich die beiden für eine Kommerzialisierung ihres Produkts. Der neue Spaghetti-Teller soll die Welt erobern.

Der erste Testmarkt wird die Schweiz sein. "Unser Land eignet sich wegen der Mehrsprachigkeit und der verschiedenen Kulturen sehr gut. Viele grosse Marken nutzen die Schweiz aus diesem Grund als Testland", sagen die beiden Erfinder.

Dazu kommt, dass die Schweizer in der internationalen Hitparade der Pasta-Esser an zweiter Stelle stehen: 10 Kilogramm pro Einwohner und Jahr, gleich nach den Italienern mit 22 Kilogramm pro Jahr. Dies prädestiniert die Eidgenossen als Testnation.

Weltweiter Siegeszug

Nach der Schweiz soll der Teller im Jahr 2004 in Grossbritannien lanciert werden, das als fruchtbares Terrain für innovative Produkte gilt. Danach sind Spanien und die grossen französischen Städte vorgesehen. Nach Europa soll der Teller seinen Siegeszug in Amerika und Asien fortsetzen.

Und Italien? "Das wagen wir noch nicht", sagt der Marketing-Spezialist. Denn im Mutterland der Pasta ist Vorsicht geboten. In einigen Gegenden Italiens ist es bekanntlich verpönt, die Spaghetti mit Hilfe eines Löffels zu essen.

"Unsere ersten Bestellungen erhielten wir von den kanarischen Inseln und aus Spanien", erzählt David Pivoda. Sie kamen von Personen, die Kontakte mit der Hotelfachschule in Lausanne hatten.

Vorläufig werden die Teller über den Fachhandel von Hotels und Restaurants vertrieben. Doch schon in Kürze sollen Interessierte das Produkt via Internet und in Warenhäusern oder Boutiques kaufen können.

Wer weiss. Vielleicht werden in Zukunft alle Pasta-Fans ihre Spaghetti in gleicher Eleganz essen beziehungsweise um ihre Gabeln rollen.



Fakten

Die weltweit fleissigsten Pasta-Esser sind die Italiener: 22 Kilo pro Jahr und Kopf.
Die Schweizerinnen und Schweizer stehen mit 10 Kilo pro Einwohner und Jahr an zweiter Stelle.

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In Kürze

Zwei Schweizer haben einen speziellen Teller erfunden, der dem Saucen-Gespritze beim Spaghetti-Essen den Garaus macht und ein einfaches Aufrollen der Nudeln auf der Gabel ermöglicht.

An der Hotelfachschule von Lausanne haben 600 Schülerinnen und Schüler aus 75 verschiedenen Ländern den Teller bereits ausprobiert.

Das Erfinderteam plant eine kleinere Version des Tellers für Kinder sowie eine Plastik-Variante, um den Spaghetti-Konsum bei Festen und Veranstaltungen zu erleichtern.

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(Übertragung aus dem Italienischen: Gerhard Lob)


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