Spiellust statt Spielsucht

Die Spielcasino-Betreiber haben ein Konzept zur Erkennung und Betreuung von Spielsüchtigen vorgestellt. Keystone

Mit Aufklärungskampagnen, kostenloser Beratung und psychologisch geschultem Personal wollen die Spielcasino-Betreiber die Spielsuchtgefahr dämmen. Am Montag (29.05.) haben sie ihr Konzept vorgestellt.

Dieser Inhalt wurde am 29. Mai 2000 - 14:47 publiziert

Je mehr Geldspielmöglichkeiten vorhanden sind, desto mehr zwanghafte Spieler gibt es. Dies belegen Studien aus dem In- und Ausland. Der Bundesrat hat deshalb im neuen Spielbankengesetz die Casino-Betreiber verpflichtet, ein Konzept zur Erkennung und Betreuung Spielsüchtiger vorzulegen.

Die wichtigsten künftigen Betreiber von Casinos haben jetzt zusammen mit dem Institut für Suchtforschung (ISF) an der Universität Zürich ein entsprechendes Massnahmepaket ausgearbeitet.

Es sieht eine breitgefächerte Informationskampagne mit einem Internet-Auftritt vor. Für die Spielerinnen und Spieler steht eine kostenlose Hotline zur Verfügung, die von psychologisch geschulten und auf Spielsucht spezialisierten Beraterinnen und Beratern betrieben wird. Mit einer Checkliste im Casino und im Internet haben die Gäste auch die Möglichkeit zur Selbstdiagnose.

Ein Spezialfonds, der von den Casinos-Betreibern gespiesen wird, hilft in Extremfällen zur Unterstützung einer Therapie. Auffällige Personen werden zudem vom psychologisch geschulten Personal angesprochen, und es wird auf die Hilfsangebote hingewiesen. Schlimmstenfalls kann der Zutritt zum Casino gesperrt werden.

Sozialbeirat prüft Einhaltung

Ein "Sozialbeirat", zusammengesetzt aus Vertretern aus Politik, Suchtforschung und den regionalen Beratungs- und Therapieeinrichtungen, soll über die Einhaltung des Sozialkonzepts wachen. Mit Passkontrollen sollen die Zutrittsbeschränkung (18 Jahre) und gesperrte Spieler überprüft werden.

Für die Durchsetzung des Sozialkonzepts ist ebenfalls die Mithilfe des Casino-Personals wichtig. Die Croupiers werden deshalb nicht nach alter Sitte hauptsächlich durch Umsatzbeteiligung und aus dem Trinkgeldtopf ("Tronc") entlöhnt, sondern erhalten einen Mindestlohn. Dieser liegt nach den Aussagen von Franco Rota, Verwaltungsratspräsident der Grand Casino SA, zwischen 4'500 und 5'000 Franken.

Am Sozialkonzept beteiligt sind die wichtigsten Casino-Bewerber in der Schweiz: Die Grand Casino SA plant Spielbanken in Zürich-Nord sowie in Egerkingen (SO), die Admiral and Entertainment AG (ACE) bewirbt sich um Casinos in Davos, Weggis, Rapperswil und Mendrisio und die Escor AG will Casinos in Freiburg und Rorschach betreiben.

swissinfo und Agenturen

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