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ST. GALLEN SYMPOSIUM/BR Leuthard gegen allzu straffe Regulierung der Märkte

Dieser Inhalt wurde am 07. Mai 2010 - 13:27 publiziert

St. Gallen (awp/sda) - Bundespräsidentin Doris Leuthard ist gegen eine allzu straffe Regulierung der Märkte durch die Regierungen. Sie sagte am Freitag am 40. St. Gallen Symposium, es brauche eine weltweite freie Marktwirtschaft mit besseren, nicht mit mehr Regeln.
Leuthard diskutierte das Thema "Der Staat ist nicht genug" mit Sheika Lubna bint Khalid Al Qasimi, der Ministerin für Aussenhandel der Vereinigten Arabischen Emirate. Das Einführungsreferat von Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde wurde in Brüssel aufgenommen und ins Auditorium der Universität St. Gallen (HSG) übertragen.
Lagarde sagte, es sei schwierig, das richtige Mass an Regulierung zu finden. Früher habe es geheissen: So wenig Regulierung wie möglich. Das habe sich mit der Bankenkrise schlagartig geändert. Plötzlich sei der Staat wieder gefragt gewesen, um den Banken mit Finanzspritzen das Überleben zu sichern und bei den Menschen wieder Vertrauen zu bilden.
Um die richtige Balance zwischen der Marktwirschaft und der staatlichen Regulierung zu finden, müsse man alle Talente an den Tisch bringen, sagte Lagarde - und meinte damit explizit die Frauen. "An allen G7-, G20 und Gx-Gipfeln sehen die Teilnehmer zu viele dunkle Anzüge und zu wenig Bein", sagte Frankreichs Wirtschaftsministerin.
Wären die Lehmann Brothers Lehmann Sisters gewesen, wäre die US-Bank nicht zusammengebrochen, sagte Lagarde. Sie sprach in ihrem Referat über Macht und Gier und sagte, es müsse wieder verstärkt das öffentliche und nicht das persönliche Interesse ins Zentrum rücken.
Leuthard nahm das Bild Lagardes von den Gipfeln der Industriestaaten auf und sagte, es könne schlicht nicht sein, dass an einem G7-Gipfel Regeln für die ganze Welt beschlossen würden. Es brauche multinationale Lösungen. Leuthard erhielt bei ihrem Votum Support von Sheika Lubna bint Khalid Al Qasimi, die sagte, man müsse globale Systeme schaffen.
Die Aussenhandelsministerin der Vereinigten Arabischen Emirate ist wie Leuthard für eine möglichst freie Marktwirtschaft. "Zu starke Regulierung erstickt die Wirtschaft", sagte Sheika Lubna bint Khalid Al Qasimi. Doris Leuthard erachtet die Tatsache, dass heute viele Menschen wegen der Krise mehr Protektionismus fordern, für problematisch.
cf

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