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Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt gegen Stahlkartell - ThyssenKrupp betroffen

BOCHUM (awp international) - Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt wegen des Verdachts unerlaubter Preisabsprachen bei Eisenbahnschienen gegen zehn Stahlunternehmen. Es gebe gut 30 Beschuldigte, bestätigte am Mittwoch ein Behördensprecher einen entsprechenden Bericht der Zeitungen der WAZ-Gruppe. Details wollte die Staatsanwaltschaft nicht nennen. Dem Pressebericht zufolge richten sich die Ermittlungen unter anderem gegen die ThyssenKrupp -Tochterfirma GFT Gleistechnik in Duisburg und den österreichischen Stahlkonzern Voestalpine .
Mindestens zehn Jahr soll das Kartell mit dem Namen "Schienenfreunde" die Preise für Bahnschienen in Deutschland bestimmt haben, schreibt die WAZ unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente. Dadurch sei vor allem die Deutsche Bahn geschädigt worden. Der Staatskonzern habe bis zu 300.000 Tonnen Stahl im Jahr zu Kartellpreisen gekauft. Alleine 2006 soll die Bahn bis zu 100 Millionen Euro zu viel gezahlt haben. Der Gesamtschaden könnte im hohen dreistelligen Millionenbereich liegen.
Laut Zeitung waren die Konzerne Thyssen und Krupp über ein Schienenwerk und eine Handelstochter am Kartell beteiligt. Dazu seien die bayerische Neue Maxhütte, die Schienentöchter des österreichischen Konzerns Voestalpine, die schwedische Inexa, sowie die niederländisch-britische Corus-Gruppe, die jetzt zum indischen Stahlkonzern Tata Steel gehört, gekommen. Auch die tschechische CMC Trinec und das polnische Schienenwerk Huta Katowice waren eingebunden.
Das Kartell sei 2008 auseinandergeflogen, als der Stahlkonzern ArcelorMittal Huta Katowice kaufte und die Preise des Kartells um rund 35 Prozent unterbot, schreibt das Blatt. Der Konzern habe danach den grössten Liefervertrag mit der Deutschen Bahn gewonnen.
ThyssenKrupp hat laut Zeitung mittlerweile Konsequenzen gezogen. Fast die gesamte Führungsmannschaft der GfT Gleistechnik sei mittlerweile ausgetauscht worden. "Unser Interesse ist es, den Fall schnell und umfassend aufzuklären", sagte ein Unternehmenssprecher der Zeitung. Deshalb arbeite das Unternehmen intensiv mit den Ermittlungsbehörden zusammen./enl/wiz

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