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Staatsbesuch öffnete Türen

Persönliche Treffen in Indien ein Muss: Bundespräsident Pascal Couchepin (rechts) und Premierminister Atal Bihari Vajpayee (Mitte).

(Keystone)

Wissenschaft und Technologie waren die Kernthemen beim Staatsbesuch von Bundespräsident Pascal Couchepin in Indien.

Couchepin ist überzeugt, dass die Zusammenarbeit in der Wissenschaft nur dank seiner Anwesenheit so rasch lanciert werden konnte.

Der Schweizer Bundespräsident Pascal Cochepin zog zum Ende seiner Visite in Indien ein positives Fazit. So war er nach der Abreise in Neu Delhi zufrieden über das Rahmenabkommen zur Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie.

"Ohne diesen Besuch hätte es sicher drei Jahre gedauert, bis man so weit gekommen wäre. Nun haben wir es in drei Monaten geschafft."

In der indischen Kultur ist es äusserst wichtig , dass höchste Repräsentanten ihre Präsenz zeigen, um Verbindlichkeit in den Beziehungen zu signalisieren.

Die Reise nach Bangalore und Hyderabad sowie die Treffen mit dem Präsidenten, dem Regierungschef und den Fachministern hätten "die nötigen Impulse gegeben, für den raschen Start", sagte Pascal Couchepin am Dienstag.

Die Schweiz und Indien haben am Montag ein Forschungsabkommen und ein Abkommen im Bereich Katastrophenhilfe unterzeichnet.

Das Forschungsabkommen unterstützt Projekte in den Bereichen Bio-und Nanotechnologie sowie Informations-Technologien.

Schweiz darf nicht zurückstehen

Bundespräsident Couchepin traf am Montag in Neu-Delhi Indiens Staatspräsidenten A.P.J. Abdul Kalam und den Ministerpräsidenten Atal Bihari Vajpayee.

Am Dienstagmorgen traf die vom Bundespräsidenten angeführte Wissenschafts-Delegation im Präsidentenpalast mit dem indischen Minister für Technik und Wissenschaft, Murli Manohar Joshi, zusammen.

Couchepin war auf seinem einwöchigen Staatsbesuch in Indien auch in die Stadt Bangalore gereist, das indische Silicon Valley, und hatte dort den Startschuss für ein wissenschaftliches Kooperations-Projekt gegeben.

In diesem Zusammenhang erinnerte der Schweizer Bundespräsident daran, dass Deutschland bereits 150 und Frankreich an die 100 Projekte mit Indien auf den Weg gebracht habe. Hier dürfe der Forschungsplatz Schweiz, nicht zurückstehen.

Die angestrebte partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Indien sei für die Schweizer Wissenschaft eine Chance, da in Indien "einige der besten Köpfe leben", sagte er.

Nun wird es konkret

Bei dem Gespräch ging es um die konkrete Umsetzung der unterzeichneten Rahmenabkommen, wie der Staatssekretär für Wissenschaft, Charles Kleiber, ausführte.

Die Delegation habe mit der indischen Seite vereinbart, je einen Workshop in Indien und der Schweiz durchzuführen, um gemeinsam die konkreten Themen, Projekte und Partner zu identifizieren. Im Juni soll das Joint-Commitee tagen, das die Zusammenarbeit koordiniert.

2004 soll in Lausanne eine Konferenz über Wissenschaft und Spiritualität stattfinden. Forschungsminister Joshi habe angekündigt, für diesen Anlass in die Schweiz zu kommen.

Hierarchische Struktur

Auch Präsident Abdul Kalam habe von der Möglichkeit gesprochen, für einen ersten Event in die Schweiz zu reisen. Der indische Präsident wurde am Rande des G-8-Gipfels von Couchepin bereits zu einem Besuch in der Schweiz eingeladen, er muss aber noch formell zustimmen.

Das in Indien markante hierarchische Denken hatte sich deutlich am Wissenschaftsseminar in der Computer-Metropole Bangalore gezeigt, an dem Couchepin teilnahm.

Die angestrebte Allianz konnte dort noch nicht formell besiegelt werden. Zuerst musste der Bundespräsident nach Delhi reisen, vom Präsidenten empfangen werden und mit den politischen Führern des Landes das entsprechende politische Abkommen schliessen.

Eine Zusammenarbeit Schweiz-Indien in der Informations-Technologie gibt es bereits in Ansätzen. So absolvieren einige Studenten der Eidgenössisch Technischen Hochschule Lausanne Gastsemester in Bangalore.

Die dunkle Seite

Die Vergewaltigung einer Mitarbeiterin der Schweizer Botschaft in Neu Delhi vor rund zwei Wochen ist für Bundespräsident Couchepin "schockierend". Das Thema sei beim Gespräch mit Premier Vajpayee angesprochen worden.

Er habe Vertrauen in die indischen Behörden, dass sie ihr Möglichstes tun würden, den Täter zu finden, sagte Couchepin am Dienstag vor Journalisten in Neu Delhi. Von einer Vertrauenskrise zwischen den beiden Ländern könne keine Rede sein.

Die Schweizer Diplomatin war nach einem Kinobesuch in der indischen Hauptstadt vergewaltigt worden. Die indische Polizei verhaftete anschliessend zwar zahlreiche Verdächtige, konnte den Täter bisher jedoch noch nicht ausfindig machen. Der Fall hatte in der indischen Metropole hohe Wellen geworfen.

Die indischen Untersuchungs-Behörden sind in den letzten Jahren wegen ihren langsamen Untersuchungen bei Übergriffen und Morden in die Kritik geraten. Bis zur Ergreifung von Tätern und einem Gerichtsverfahren könne es oft sehr lange dauern, bemängeln Juristen und Journalisten in Indien.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Zahlen und Fakten zu Indien

Indien zählt über eine Milliarde Einwohner. Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 25 Jahre alt.

Das Handelsvolumen Schweiz-Indien hat ständig zugenommen und betrug 2002 1,16 Mrd. Franken.

Über die Hälfte sind Schweizer Exporte, hauptsächlich Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie.

Bei den Importen überwiegen Textilien, Chemikalien, Schmuck und Edelsteine.

Die indische Wirtschaft ist robust. So soll das Bruttoinlandprodukt bis Ende 2004 um mindestens 6,5% wachsen.

Das Land hat einen eigenen Entwicklungsfonds mit derzeit 1,6 Mrd. Dollar und tritt in Asien und Afrika als Geberland auf.

Indiens Devisenreserven sind auf die Rekordhöhe von 90 Mrd. Dollar geklettert.

Die Inflation beträgt zur Zeit 3,7%.

Indien kann seine Schulden von 54 Mrd. Dollar aus Entwicklungs-Krediten vorzeitig zurückzahlen. 2002 waren es 3 Mrd. Dollar, 2003 soll es das Doppelte sein.

Die indische Börse stand im Oktober auf einem 30-Monats-Hoch.

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