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Studie rechnet mit wachsenden Bauinvestitionen

Nach zehnjähriger Rezession steht der Schweizer Bauwirtschaft laut einer Studie ein nachhaltiger Aufschwung mit Investitionen von über 250 Milliarden Franken bis ins Jahr 2005 bevor. Davon profitieren dürfte insbesondere das Bauhauptgewerbe.

Dieser Inhalt wurde am 09. Mai 2000 - 17:55 publiziert

Die Zürcher Firma wüest & partner errechnete in der am Dienstag (09.05.) veröffentlichten Baumarktstudie bis ins Jahr 2005 ein Investitionsvolumen im Bau von 266 Mrd. Franken.

Investitionen nach Bereichen

Rund 129 Mrd. Franken dürften für neue Hochbauten aufgewendet werden. Weitere 71 Mrd. Franken dürften in die Gebäudesanierung fliessen. Und im Tiefbau wird unter Einbezug der öffentlichen Unterhaltsarbeiten mit Investitionen von rund 66 Mrd. Franken in den kommenden fünf Jahren gerechnet.

Die Prognose basiert auf einer konservativen Schätzung einer jährlichen Zunahme des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,75 Prozent. Das Wachstum der Bauinvestitionen wird auf mehr als drei Prozent pro Jahr beziffert. Damit dürfte auch der Anteil der Bauinvestitionen am BIP in den kommenden Jahren wieder leicht steigen.

Druck auf Bauwirtschaft bleibt bestehen

Allerdings gehen die Verfasser davon aus, dass die Kapazitäten der Bauwirtschaft nicht mehr auf den Stand früherer Jahrzehnte ausgebaut werden. Sie rechnen zwar mit einem Anstieg der Beschäftigung, aber gleichzeitig auch mit einem anhaltenden Druck zur Restrukturierung in der Bauwirtschaft.

Die Studie erwartet, dass es in den kommenden fünf Jahren zu einer Verlagerung von der Bauerneuerung zum Neubau kommen wird. Damit werde auch das Bauhauptgewerbe die Chance zu einem Comeback erhalten.

Dies schwergewichtig im Wohnbau, wo ein Wachstum von 2,5 Prozent pro Jahr erwartet wird. Beim Bau von Mehrfamilienhäusern dürften 18 Mrd. Franken, bei den Einfamilienhäusern 12 Mrd. Franken in die Bereiche Rohbau und Aussenmauern fliessen.

Im Unterschied zur Entwicklung in den letzten beiden Jahrzehnten wird das Bauhauptgewerbe laut der Studie damit stärker wachsen als das Baunebengewerbe.

Bauland wird in vielen Regionen knapp

Beim Wohnbauland sagen die Experten wegen der steigenden Ansprüche an die Wohnqualität und die Wohnungsgrössen eine zunehmende Verknappung voraus. Der Wohnungsbestand in der Schweiz wachse jährlich um etwa 40'000 Einheiten, was einer Neuüberbauung von rund 1'300 Hektaren Bauland pro Jahr entspreche.

In fast der Hälfte der Kantone sind die Baulandreserven unter die 20-Prozent-Marke geschrumpft. Am tiefsten sind sie in den Stadtkantonen Basel und Genf mit vier beziehungsweise elf Prozent.

Zürich und Schwyz weisen noch Reserven von je 16 Prozent auf. Auf der anderen Seite verfügen die Kantone Wallis und Freiburg noch über sehr hohe Reserven unbebauter Wohnzonen von 40 bis 50 Prozent.

Vor allem in den wachstumsreichen Kantonen wie Zug, Schwyz, Zürich und Genf müssen nach Darstellung der Studie in den nächsten Jahren aktive Neueinzonungen erfolgen.

Eckdaten zum Gebäudepark der Schweiz

Die Studie untersuchte auch den Umfang und den Wiedererstellungswert des gesamten Gebäudeparks in der Schweiz. Demnach ist das Hochbauwerk Schweiz 3,7 Milliarden Kubikmeter gross.

Pro Kopf der Bevölkerung stehen jedem Einwohner 515 Kubikmeter umbauter Raum zur Verfügung, beziehungsweise eine Bruttogeschossfläche von 122 Quadratmetern. Gut die Hälfte davon entfällt auf Wohnflächen.

Müsste dieser Gebäudepark heute neu erstellt werden, kostete dies gemäss der Untersuchung heute knapp 1,8 Billionen Franken. Auf weitere 650 Mrd. Franken wird der Wiedererstellungswert des Tiefbaus beziffert.

swissinfo und Agenturen

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