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Sulzer Medica will nichts von Sammelklagen wissen

Die verschmutzten Hüftgelenke könnten zum Problem für den ganzen Sulzer-Konzern werden.

(Keystone Archive)

Das Winterthurer Unternehmen will sich gegen die Zulassung von Sammelklagen in den USA wegen verschmutzter Hüftschalen wehren. Strafzuschläge seien nicht gerechtfertigt, da Sulzer verantwortungsvoll gehandelt und umgehend reagiert habe, beteuert der Konzern.

Sulzer Medica gerät in den USA zunehmend unter Druck: Immer mehr Personen, denen fehlerhafte Hüftprothesen implantiert wurden, gehen gegen das Schweizer Unternehmen gerichtlich vor. Im Internet suchen pfiffige US-Anwälte nach geschädigten Patienten und reichen dann eine Sammelklage ein.

Mehrere hundert Millionen Dollar

Die jüngste Sammelklage kommt aus Boston. Doch auch in Kalifornien, Texas und anderen Staaten sind Anwälte aktiv geworden. Insgesamt dürfte es um Forderungen von mehreren hundert Millionen Dollar gehen.

Rund 20'000 Hüftgelenke betroffen

Die Klageflut könnte sich für Sulzer Medica zu einem nicht geringen Problem ausweiten, denn in der fraglichen Zeit sind weltweit über 17'000 Hüftgelenke eingesetzt worden, die meisten davon in den USA.

Rückrufaktion

Ende Jahr hatte sich Sulzer entschlossen, bestimmte Serien der Hüftprothesen zurückzurufen, da diese verschmutzt waren und nach der Operation nicht einwachsen konnten. Drei Monate nach Bekanntgabe des Rückrufs weiss Sulzer von gegen 600 Patienten, die noch einmal operiert werden mussten.

Abgeltung von Spätfolgen

Knifflig am Hüftgelenk-Skandal ist: Niemand weiss, wie Beschwerden abgegolten werden, die erst nach Jahren auftreten. Ein nie endender juristischer Disput bahnt sich an, der Sulzer Medica über Massen absorbieren dürfte.

Völlig unklar ist zudem, wie hoch eine Entschädigung sein muss, um die erlittenen Schmerzen betroffener Patienten gerecht abzugelten. Der Fantasie der Anwälte sind deshalb vorerst keine Grenzen gesetzt. Auch können gewisse Patienten ihre Schmerzen erst dann entdecken, wenn Anwälte hohe Abfindungs-Summen versprechen...

Kosten durch Versicherung gedeckt

In einer Mitteilung vom Freitag (02.03.) betonte der Konzern, die Kosten aus den Problemen mit den zurückgerufenen Hüftschalen seien durch Versicherungen und einen Sondergewinn gedeckt. Ausserdem reiche die Produkthaftpflicht-Versicherung aus, um die Kosten, die mit erneuten Operationen und Klagen verbunden seien, zu decken.

Sulzer-Übernahme

Das Übernahme-Angebot von Raider René Braginsky wird für die Sulzer-Aktionäre immer weniger attraktiv. Ursache ist die Sulzer-Tochter Medica. Denn neben den Millionenklagen in den USA besteht ein gravierendes Führungs-Vakuum: VR-Präsident und Sulzer-Chef Ueli Roost ist angeschlagen, CEO André Buchel ist seit langem auf dem Absprung, und Finanzchef Josef Rüegg geht per Ende Juni.

swissinfo und Agenturen

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