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Swiss: "Der Preis war zu hoch."

Swiss weiterhin ohne Anschluss an eine Luftfahrt-Allianz.

(Swiss)

Die Fluggesellschaft Swiss tritt der Allianz Oneworld nicht bei. Sie konnte ihr Vielfliegerprogramm Swiss Travelclub nicht in das Programm der British Airways integrieren.

Nach dem gescheitertem Beitritt zu Oneworld kommt jetzt wieder ein Zusammengehen mit Lufthansa in Diskussion.

Nach dem Scheitern des One-World-Beitritts der Swiss hat sich Bundesrat Hans-Rudolf Merz für eine Annäherung an die Lufthansa ausgesprochen. "Die Swiss braucht eine strategische Partnerschaft", sagte Merz. Angesichts des harten Wettbewerbs befinde sich die Airline in einer sehr schwierigen Position.

In der Strategiefrage steht für Merz nun eine Lösung mit der Lufthansa im Vordergrund. Die Abklärung von Kooperationsmodellen mit der Lufthansa "würde der Bundesrat sehr begrüssen".

Der Entscheid, auf den OneWorld-Beitritt zu verzichten, sei aber richtig gewesen. Die Verhandlungen mit British Airways seien immer schwieriger
geworden.

"Ich bedaure diese Entwicklung, denn wir wären der Oneworld gerne beigetreten", sagte Swiss-Verwaltungsratspräsident Pieter Bouw am Donnerstag an einer Medienkonferenz. "Der Preis jedoch war zu hoch."

Streitpunkt Vielfliegerprogramm

Unter den aktuellen Bedingungen wolle die Swiss ihr Vielfliegerprogramm Swiss Travelclub nicht in den Executive Club von BA integrieren, teilte Swiss am Donnerstag morgen mit.

Die erheblichen Kosten und die Nachteile vermöchten die mittel- und langfristigen Vorteile nicht auszugleichen.

Streitpunkt war, ob Swiss im Gegenzug zu einem Oneworld-Beitritt der British Airways ihre Kundendaten hätte offen legen müsse. Gemäss Beitrittsvertrag mit den Engländern wäre die Swiss dazu verpflichtet gewesen.

Da der bilaterale Vertrag zwischen der Swiss und der BA somit nicht wie vorgesehen umgesetzt werden könne, sei auch der Beitritt zur Allianz Oneworld derzeit nicht möglich.

Über das weitere Vorgehen habe man sich mit der British Airways gütlich geeinigt. Die bilateralen kommerziellen Abkommen mit den übrigen Mitgliedern der von BA angeführten Allianz blieben bestehen.

Die Briten bedauern

British Airways hat den Rückzug der Swiss aus der Oneworld-Allianz bedauert. "Wir sind enttäuscht, dass Swiss sich entschlossen hat, vom Abkommen zurückzutreten. Aber wir akzeptieren ihr gutes Recht, selbst zu entscheiden, was für Swiss das Beste ist", wurde BA-Chef Rod Eddington in einer Mitteilung in London zitiert.

Gemäss Mitteilung bleibt der Abtausch von acht Landerechten der Swiss an BA gültig, und auch das Codesharing auf der Strecke London Heathrow und Genf bleibt für weitere drei Jahre bestehen, sofern sich die Partner kommerziell einigen können.

Die Übergabe von Landerechten in London Heathrow von der Swiss an BA dienen als Garantie für einen Kredit über 50 Mio. Franken, den Swiss bezogen hat. Damit bleibt Swiss weitgehend vom wichtigen Londoner Flughafen Heathrow ausgeschlossen.

Spekulationen um Zusammengehen mit Lufthansa

Die Swiss hatte den Beitritt zur Oneworld-Allianz am vergangenen 23. September angekündigt, nachdem sich der Anschluss an eine der grossen Luftverkehrs-Allianzen lange verzögert hatte.

Damit entschied sich die Swiss gegen die ebenfalls erwogene Zusammenarbeit mit der deutschen Lufthansa. Lufthansa hatte der Swiss im letzten Jahr ein Übernahmeangebot gemacht.

Im vergangenen April gab die Swiss bekannt, dass sich der Beitritt zu Oneworld verzögere. Dies und die Ernennung des Deutschen Christoph Franz zum Nachfolger von Konzernchef Andre Dosé gab Spekulationen Auftrieb, dass die Swiss doch mit der Lufthansa zusammengehen könnte.

Über Kapitalerhöhung zu einer Allianz

Denkbar wäre eine Beteiligung der Lufthansa über eine Kapitalerhöhung der Swiss.

Man schliesse einen solchen Schritt nicht aus, sagte Swiss-Präsident Pieter Bouw am Donnerstag auf die Frage, ob er eine Erhöhung für möglich halte. "Wir halten alle Optionen offen."

Die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung hatte vor einiger Zeit Bundesrat Hans-Rudolf Merz ins Spiel gebracht. Der Bund ist zusammen mit den Banken beherrschender Aktionär der Swiss.

Wenn die anderen Aktionäre mitmachten, würde sich auch der Bund an einer Kapitalerhöhung beteiligen, hatte Merz damals in einem Interview erklärt. Danach aber werde sich der Bund von seiner Beteiligung trennen.

In Medienberichten war dann spekuliert worden, ein neuer Swiss-Partner, allen voran die deutsche Lufthansa, könnte dann frei werdende Anteile übernehmen oder sich bereits an der Kapitalerhöhung beteiligen.

Zurückhaltung bei Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa allerdings sieht zunächst keinen Anlass für neue Gespräche über ein Zusammengehen.

"Es gibt weiterhin keine Gespräche mit der Swiss", sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther am Donnerstag. "Es gibt in diese Richtung auch keinen Handlungsbedarf. Es ist an der Swiss zu entscheiden, wie sie ihren Weg weitergehen will."

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber habe nach dem Scheitern der Fusionsgespräche im Herbst wiederholt erklärt, dass die Schweizer die Tür zugeschlagen hätten, Lufthansa diese aber nicht abgeschlossen habe. Dies habe weiterhin Gültigkeit.

Allerdings habe sich die Ausgangslage für erneute Gespräche verändert, sagte Lufthansa-Sprecher Walther. Die kürzlich beschlossene Kapitalerhöhung der Lufthansa habe mit diesem Thema aber nichts zu tun.

Auch von Schweizer Seite wurde am Donnerstag betont, dass derzeit keine Gespräche bezüglich anderer Allianzen geführt würden. "Der Eintritt in eine Allianz ist für uns immer noch eine Priorität, aber es ist keine Überlebensfrage", sagte Bouw.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Fluggesellschaft Swiss verzichtet auf einen Beitritt zur Oneworld Allianz, der u.a. British Airways und American Airlines angehören.

Nachdem Swiss im vergangenen Herbst bereits ein Angebot der deutschen Lufthansa und damit den Eintritt in die Star Alliance abgelehnt hatte, entfällt nun auch die Perspektive einer Integration in die starke Oneworld.

Grund des Scheiterns ist das Vielfliegerprogramm der Swiss. Swiss hätte British Airways ihre Kundendaten offenlegen müssen, was die Schweizer nun als zu nachteilig abgelehnt haben.

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