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Swiss: Anpassungen zeigen Wirkung

Die Sitze in den Swiss-Flugzeugen sind gut belegt.

(Keystone Archive)

Die Sitzauslastung der Swiss-Flugzeuge verbessert sich. Sie ist 2003 leicht von 70,7% im Jahr 2002 auf 72,4% im Jahr 2003 gestiegen.

Die ersten Auswirkungen der Flottenreduktion sind spürbar. Gleichzeitig sanken die Passagierzahlen im zu Ende gegangenen Jahr deutlich.

Gemäss eigenen Angaben beförderte die Schweizer Fluggesellschaft 2003 auf ihren Linienflügen insgesamt 10,66 Mio. Passagiere, rund eine Million weniger als im Jahr zuvor.

Als Gründe gibt die Fluggesellschaft die Lungenkrankheit Sars, den Irak-Krieg und die allgemeine Konjunkturflaute an.

In Europa habe man zudem den verschärften Wettbewerb durch die Billiganbieter zu spüren bekommen, sagt Swiss. Darauf habe die Gesellschaft mit einer Verkleinerung von Flotte und Streckennetz reagiert, heisst es in einer Mitteilung.

Neues Streckennetz - neue Impulse

Das neue Streckennetz habe die ersten positiven Resultate in einem "erfreulichen November und einem starken Dezember" gebracht.

Im letzten Monat des Jahres 2003 hätten alle Märkte – mit Ausnahme von Afrika – zugelegt. Damit sei die Auslastung (Sitzladefaktor) gestiegen. In Europa um 7,4% und im gesamten Interkontinentalverkehr um 3,8 %.

Auslastung wenig aussagekräftig

Die verbesserte Auslastung gegenüber dem Vergleichsmonat im Jahr 2002 ist aber immer auch in Zusammenhang mit der Verkleinerung von Flotte und Netz zu sehen. Das Angebot wurde mit dem neuen Winterflugplan um 21,8% gesenkt.

Für das ganze vergangene Jahr lag die Sitzauslastung insgesamt bei gut 74%. Im Interkontinental-Verkehr betrug sie gar 78%, in Europa waren es 59,6%.

Im Gegensatz zu Swiss meldet zum Beispiel die deutsche Lufthansa für 2003 – trotz Irak-Krieg, Sars und Konjunkturflaute – für 2003 wieder steigende Passagierzahlen. Lufthansa verzeichnet plus 1%, jedoch eine leicht geringere Auslastung der Flotte.

Für Frédéric Blassel, den Luftfahrtspezialisten bei der Schweizer Wirtschaftszeitung "Cash", ist denn auch die Auslastung der Sitze nicht sehr aussagekräftig. Schon deshalb, weil einzig die Passagiere gezählt würden, die mit dem Swiss-Code (LX) unterwegs sind. All die andern Reisenden, die für eine andere Fluglinie befördert würden, seien nicht mit gezählt.

"Man muss bedenken, dass die Swiss im 2003 ihre Flotte und damit auch das Platzangebot massiv verkleinert hat", sagt Blassel gegenüber swissinfo. "In Europa um gut einen Drittel und Interkontinental um gut 10%."

Viel wichtiger wäre es, die Erträge der Swiss zu kennen. Doch diese Zahlen werde die Fluggesellschaft erst im März veröffentlichen.

Lebenswichtige Kredite überfällig

Aus inoffiziellen Quellen sei allerdings durchgesickert, dass die Liquiditätsdecke der Swiss immer noch sehr dünn sei. Ende November habe sie noch 480 Mio. Franken betragen. Dazu würden immer noch Restrukturierungskosten von gut 200 Mio. Franken zu Buche schlagen. Wobei nicht bekannt ist, ob die Summe in den 480 Mio. Franken bereits berücksichtigt wurde.

"Der Punkt, wo die Swiss die laufenden Kosten nicht mehr bezahlen kann, ist demnach immer noch in Reichweite", sagt Blassel.

Die Swiss sei demnach um zu überleben vermutlich immer noch auf die beiden Kredite aus England und der Schweiz angewiesen, über die immer noch verhandelt werde, und die immer noch nicht gewährt worden seien.

Erfreulich sei dem gegenüber, dass etliche Strecken, die bislang nie rentierten, nun mit Gewinn betrieben werden könnten. Blassel nennt als Beispiel die Strecke Zürich – Johannesburg, welche von Tag- auf Nachtflug umgestellt worden sei.

Schweigen über Betriebskredit

Die Swiss hat denn in ihrer Medienmitteilung vom Donnerstag auch nichts über den lange angekündigten Betriebskredit von rund 500 Mio. Franken mitgeteilt.

Swiss-CEO André Dosé hatte eine Einigung über einen solchen Kredit mit den Banken schon mehrmals unmittelbar in Aussicht gestellt.

Zuletzt hatte Dosé Mitte November erklärt, er rechne mit einem Abschluss der Verhandlungen noch im gleichen Monat.

Auch für Rene Lüchinger, Chefredaktor der Wirtschatszeitung Bilanz, bleibt das problem der Swiss bestehen: "Die Swiss hat einen zu kleinen Heimmarkt und eine zu grosse Flotte."

Zudem, so Blüchinger, würden Passagiere, welche dank der Allianz (Oneworld) mit Swiss fliegen, der Gesellschaft nicht den vollen Flugpreis einbringen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Schlüsselzahlen von SWISS

Anzahl Passagiere 2003: 10'660'715
Anzahl Flüge: 189'086
Angebotenen Sitzkilometer (Mio.) 33'478
Verkaufte Sitzkilometer (Mio.) 24'223
Auslastung: 72,4%
Passagiere Europa: 7'952'479
Passagiere Interkontinental: 2'708'236

Infobox Ende


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