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Swiss Dairy Food mit Millionen-Verlust

Schossen mit dem Sparen beim Milchpreis ein Eigentor: Konzernchef André Straub (links) und Finanzchef Andreas Schmidt.

(Keystone)

Die Swiss Dairy Food (SDF), der zweitgrösste Milchverarbeiter der Schweiz, hat 2001 einen Verlust von 37,3 Mio. Franken eingefahren.

Hauptsorge der SDF dürfte aber die hauchdünne Eigenkapitaldecke von nur gerade 8,5% der Bilanzsumme sein. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 26,4% auf 12 Mio. Franken.

Ursachen für den Jahresverlust sind neben dem tieferen EBIT die hohen Fremdkapitalzinsen von 36,7 Mio.

Konzernchef André Straub begründete am Mittwoch an der Bilanzmedienkonferenz den Rückgang des Konzernumsatzes mit dem Einbruch der Milchlieferungen um 125 Mio. Kilogramm und dem Verkauf des Buttergeschäfts an Cremo im Jahr 2000.

Eigentor

Mit der Überlegung, die Milchproduzenten könnten mit einem "Opfer" von 3 Rappen pro Liter einen Beitrag zur Sanierung der SDF-Gruppe leisten, hatte die Konzernleitung im Jahr 2000 ein Eigentor geschossen: Ein Teil der angestammten Milchlieferanten sah sich nach besser zahlenden Abnehmern um, was bei der SDF im letzten Jahr eine Milchknappheit und damit auch einen Umsatzrückgang auslöste.

Die SDF habe unterdessen ihre Hausaufgaben gemacht und zahle heute wieder Marktpreise. Um abgesprungene Lieferanten zurückzuholen, biete SDF gar 1 Rappen mehr pro Liter, sagte Straub. Für das laufende Jahr habe sich der Konzern wieder eine der Verarbeitungs-Kapazität angepasste Liefermenge sichern können.

Prekäre Finanzlage

Mit tiefen Sorgenfalten dürften sich Konzernleitung und Verwaltungsrat über das Krankenbett der SDF-Finanz beugen. Die Fremdkapitalzinsen waren letztes Jahr drei Mal höher als der operative Gewinn, und die EBIT-Marge machte gerade einmal 1 Prozent des Nettoumsatzes aus.

Als gutes Vorzeichen für das laufende Jahr nannte Straub die Verlängerung des Stillhalte-Abkommens mit den Banken zur Liquiditäts-Sicherung und Fortführung der Kredite. Die Verlängerung sei unter anderem dank der von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat eingeleiteten Strategieüberprüfung sowie des geplanten Verkaufs des Käsehandelsgeschäfts (Top Cheese Switzerland) an die Emmi-Gruppe erreicht worden.

Weniger Personal

Mit dem Verkauf des Käsehandelsgeschäfts wird die DFS Ende Jahr an die 150 Leute weniger auf ihrer Lohnliste haben. Bereits im letzten Jahr ging der Personalbestand von 2164 auf 1963 Vollzeitstellen zurück. Der Stellenabbau sei über die natürliche Fluktuation erreicht worden.

Nach dem Verkauf des Käsehandelsgeschäfts werde sich die SDF in Zukunft voll auf die Kernkompetenzen Entwicklung, Herstellung und Vermarktung hochwertiger Milch- und Käsespezialitäten, Dauermilchwaren und Speiseeis konzentrieren können. Im Vordergrund stehe weiterhin die Fokussierung auf die Marke Toni.

swissinfo und Agenturen


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