Navigation

Swiss fliegt nach wie vor in den roten Zahlen

Ein Airbus der Swiss Air Lines über den Alpen. Keystone

Die von der Lufthansa übernommene Schweizer Airline Swiss sank 2005, trotz Verbesserung des operativen Ergebnisses, noch tiefer in die roten Zahlen.

Dieser Inhalt wurde am 23. März 2006 - 11:54 publiziert

Mit Restrukturierungskosten von 41 Mio. Franken verzeichnet Swiss 2005 einen Nettoverlust von 178 Mio. Franken gegenüber 140 Mio. Franken im Vorjahr.

Wie die Fluggesellschaft Swiss am Donnerstag im Internet bekannt gab, konnte der Betriebsverlust (Ebit) vor Restrukturierungskosten auf 14 Mio. Franken gesenkt werden. Im Vorjahr war noch ein Betriebsverlust von 122 Mio. Franken verbucht worden.

Nach Restrukturierungskosten, die auf 41 Mio. Franken beziffert werden, beläuft sich der Betriebsverlust auf 55 Mio. Franken.

Im Betriebsergebnis sind Abschreiber auf Flugzeuge und Gebäude (zusammen 115 Mio. Franken) ebenso verrechnet wie Erträge etwa aus verkauften Slots (Zeitfenster für Starts) in London (43 Mio. Franken). Swiss bewertet die Ebit-Verbesserung als "deutlich".

Hohe Treibstoffkosten

Der konsolidierte Betriebsertrag stieg auf 3,732 (3,642) Mrd. Franken. Wegen des intensiven Wettbewerbs im Fluggeschäft konnten die höheren Treibstoffkosten - real Mehrkosten von 213 Mio. Fr. - nur teilweise mit Zuschlägen kompensiert werden. Der übrige Materialaufwand sei aber stärker gesunken als die Kapazitäten.

Die Fluggesellschaft Swiss habe ihr operatives Ergebnis trotz hoher Treibstoffpreise und des verschärften Wettbewerbes abermals deutlich gesteigert, wird Konzernchef Christoph Franz in der Mitteilung zitiert. Das Restrukturierungsprogramm greife.

Angesichts der weiterhin "substanziellen Verluste" müsse weiter restrukturiert werden, wobei die GAV-Verhandlungen "höchste Priorität" hätten. Wachstumsperspektiven habe die Swiss erst mit einer Ebit-Marge von mindestens fünf bis acht Prozent.

Erstmals mehr Linienpassagiere

Swiss hat neben stabilen Frachtzahlen 2005 erstmals mehr Linien-Passagiere befördert. Die Sitzauslastung stieg auf Europa- und Interkontinentalstrecken.

Doch der Durchschnittsertrag pro Passagierkilometer (Yield) sank im Europanetz, und auf der Langstrecke drückten die Rekord-Kerosinpreise durch. Unter dem Strich stieg der Ertrag pro angebotenem Kilometer.

Weiter Jobs abgebaut

Innert Jahresfrist auf der Strecke geblieben sind 531 Jobs: Per Ende 2005 zählte Swiss noch 6094 Vollstellen, respektive 7296 Angestellte. Und der GAV-Stufen-bedingte "Teuerungseffekt" schlage in Abbauzeiten stark zu Buche. Dank "freiwilligen Abgängen" mit Wechsel-Unterstützung sei das Pilotenkorps jetzt dem Bedarf angepasst.

Weiter drücken will man die Kosten bei Catering und Bodendiensten sowie mit Produktivitäts-Steigerungen, etwa kürzeren Standzeiten. Spardruck machen insbesondere hohe Treibstoffpreise.

Auch hofft Swiss auf Synergien aus dem Zusammengehen mit Lufthansa. So könnten die Zahl der Flugzeuge abgespeckt und Flugverfahren ökonomisiert werden.

Lufthansa hat eigene Erwartungen übertroffen

Die Muttergesellschaft der Swiss, die Lufthansa, will nach einem kräftigen Gewinnsprung im vergangenen Jahr 2006 das hohe Ergebnisniveau halten. Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber erwartet ein operatives Ergebnis mindestens auf Vorjahresniveau.

Bis 2008 wird ein operativer Gewinn von 1 Milliarde Euro angestrebt. Im vergangenen Jahr hatte die grösste deutsche Airline ihr operatives Ergebnis um 50 Prozent auf 577 Millionen Euro gesteigert und damit ihre eigene Prognose übertroffen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

März 2005: Die deutsche Lufthansa übernimmt Swiss. Das ist das Ende der Unabhängigkeit der 2002 aus der SairGroup entstandenen Fluggesellschaft.

August 2005: Swiss redimensioniert die Regionalflotte von 35 auf 24 Flugzeuge.

Oktober 2005: Die Lufthansa-Tochter kündigt die Auslagerung der Regionalflotte an und bildet dafür eine neue Gesellschaft.

Dezember 2005: Swiss und die Piloten der Regionalflotte Swiss European beginnen Verhandlungen für einen neuen kollektiven Arbeitsvertrag.

10. März 2006: Die beiden Parteien einigen sich auf einen neuen kollektiven Arbeitsvertrag. Dieser sieht Kürzungen bei den Löhnen, den Ferien und Freitagen vor.

März 2006: Gemäss Lufthansa-Direktion schreitet die Integration der Swiss in die Gruppe trotz der Verluste 2005 schneller voran als erwartet und sollte 2007 positive Ergebnisse zeigen.

End of insertion

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.