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Swiss Life: Gewinnsprung im ersten Halbjahr

Rolf Dörig, CEO Swiss Life.

(Keystone)

Der Reingewinn des Versicherers Swiss Life stieg im ersten Halbjahr um das Sechsfache auf 398 Mio. Franken. Im Vorjahr betrug der Gewinn noch 66 Mio.

Die Verbesserung des Ergebnisses ist laut Swiss Life auf operative Fortschritte und einen Einmaleffekt zurückzuführen.

Der Lebensversicherer Swiss Life (früher Rentenanstalt) hat im ersten Semester 2004 einen Gewinnsprung hingelegt. Der Reingewinn stieg um das Sechsfache, auch die Prämien legten leicht zu.

Noch 2002 hatte Swiss Life Rekordverluste von 1,7 Mrd. Franken verbuchen müssen. 2003 erholte sich der führende Lebensversicherer wieder. Er erzielte 2003 wieder einen Gewinn von 233 Mio.

Im ersten Halbjahr 2004 habe neben den operativen Fortschritten auch ein Einmaleffekt von 164 Mio. zum ausgezeichneten Resultat beigetragen, teilt Swiss Life mit. Dieser Effekt habe sich aus dem Geschäft mit der beruflichen Vorsorge (BVG) ergeben, sagte CEO Rolf Dörig an einer Telefonkonferenz.

Wachstum in schrumpfendem Heimmarkt

"Doch auch ohne diesen Effekt ist das Resultat sehr ermutigend", so Dörig. Die Profitabilität habe sich klar verbessert. Gleichzeitig seien die Bruttoprämien um 1 Prozent auf 12 Mrd. Franken gestiegen. Trotz rückläufigem Markt konnte Swiss Life in der Schweiz ein Prämienwachstum von 3,5% verzeichnen.

Swiss Life erreicht im Heimmarkt rund 48% des Umsatzes. An zweiter Stelle steht Frankreich.

Ausserhalb des Heimmarktes "haben wir von der steigenden Nachfrage nach Pensionsprodukten profitiert", vor allem in Frankreich und Deutschland, sagte Dörig. Während die Prämien in Frankreich um 16% zugelegt hätten, lägen sie in Deutschland um 8% über dem Vorjahresniveau.

Operative Steigerung im Private Banking

Die Banca del Gottardo, weiterhin ein wichtiger Teil der Swiss Life Gruppe, habe den operativen Gewinn um 11% auf 59,6 Mio. Fr. gesteigert. Dies sei ein respektables Resultat und liege sogar leicht über dem Budget, sagte Dörig.

Insgesamt habe der Bereich Private Banking in den ersten sechs Monaten 2004 einen Gewinn von 73 Mio. Franken erzielt. Im Vorjahr hatte das Segment ein Verlust von 66 Mio. eingefahren, weil der Verkauf der STG Schweizerischen Treuhandgesellschaft ein Loch von 105 Mio. in die Kasse riss.

In zwei Jahren 1800 Arbeitsplätze abgebaut

Dagegen sank das Finanzergebnis auf 2,7 Mrd. Diese Abnahme um 7% gegenüber dem ersten Semester 2003 sei namentlich auf Währungseffekte und Absicherungskosten zurückzuführen. Die Aktienquote lag mit 2,3% wieder leicht über dem Stand von Ende Dezember des letzten Jahres.

Auf der anderen Seite gingen die ausbezahlten Versicherungsleistungen (inklusive Veränderungen der versicherungstechnischen Rückstellungen) um 10,5% auf 9 Mrd. zurück. Der Betriebsaufwand nahm um 11% auf 1,3 Mrd. ab.

Die Zahl der Vollzeitstellen sank um 275 auf 9740 Mitarbeiter. Damit hat die Swiss Life in den vergangen zwei Jahren 1800 Arbeitsplätze abgebaut.

Wieder Dividende fürs laufende Geschäftsjahr

"Was wir bis jetzt erreicht haben, gibt uns eine starke Plattform, auf der aufgebaut werden kann", sagte Dörig. Swiss Life halte an ihren Zielen fest: "Wir wollen im Gesamtjahr 2004 ein moderates Prämienwachstum auf Gruppenebene erzielen", sagte der Konzernchef.

Zudem rechne der Konzern damit, dieses Jahr wieder eine Dividende auszuzahlen. Und spätestens 2006 wolle man eine Eigenkapitalrendite von 10% erreichen. Im ersten Halbjahr 2004 lag diese ohne den Einmaleffekt bei 8,9%.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Das schwierigste Jahr von Swiss Life war 2002:
Damals musste Konzernchef Manfred Zobl Roland Chlapowski und dieser Rolf Dörig Platz machen.
Die Führungsspitze geriet wegen massiven Lobbyings (BVG-Mindestzinssatz, Bundesrätin Ruth Metzler) und mangelnder Transparenz im BVG-Geschäft ins Schussfeld der Kritik.
Im Oktober musste die Existenz der geheimen Investmentgesellschaft Long Term Strategy (LTS) bestätigt werden.
VR-Mitglied Gerold Bührer trat als FDP-Präsident zurück.
Ab 2003 geht es wieder aufwärts.
In zwei Jahren wurden 1800 Mitarbeiter abgebaut.

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