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Zürich (awp/sda) - Die Pilotengewerkschaft Aeropers hat die Verhandlungen zu einem neuen Gesamtarbeitsvertrag mit der Swiss für gescheitert erklärt. Ab 1. April droht der vertragslose Zustand, womit die Piloten nicht mehr an das Streikverbot gebunden wären. Die Swiss zeigte sich weiter verhandlungsbereit.
Ob es zu einem Streik komme, sei offen, schrieb Aeropers in einer Mitteilung vom Montag. Als Nächstes würden die Mitglieder über den Verlauf und den Stand der Verhandlungen orientiert.
Ein Streik sei zwar in der Schweiz kein alltägliches, aber trotzdem ein absolut legales Mittel in einem Arbeitskonflikt, wird Aeropers-Präsident Rolf Odermatt zitiert. "Ob wir schlussendlich vom Management dazu gezwungen werden und uns damit mit diesem letzten Mittel zur Wehr setzen müssen, ist zur Zeit noch offen."
Er bedauere, dass nach monatelangen erfolglosen Verhandlungen auch in einem letzten Spitzengespräch mit Swiss-Chef Harry Hohmeister, keine Einigung über die strittigen Themen habe erzielt werden können.
Der Ton im Management sei härter geworden, kritisiert Odermatt. Echte Mitarbeit und ein Konsens, "wie dies der schweizerischen Kultur entspricht", seien nicht mehr gefragt. Es stehe zu befürchten, dass die "gute schweizerische Arbeitsmoral zerstört wird".
Die Piloten fordern bessere Arbeitsbedingungen, mehr und besser planbare Erholungszeit und ein branchengerechtes Salär. Dazu müssten mehr Piloten eingestellt werden. Odermatt wies dabei die vom Management "erfundene" Forderung von 45 Prozent mehr Lohn zurück. Das solle ein berechtigtes Anliegen in ein schlechtes Licht rücken. Im Hochlohnland Schweiz seien die Piloten die einzige Berufssparte, die weniger verdiene als die Kollegen im Ausland.
Aeropers vertritt die Meinung, die Swiss könne und müsse sich angesichts ihrer hohen Gewinne diese Investitionen ins Personal leisten.
Es gehe nicht an, dass alle Gewinne nach Deutschland an die Lufthansa abflössen, während das hiesige Personal weiterhin unter langfristig unzumutbaren Arbeitsbedingungen diesen Gewinn erwirtschafte. Das Management der Swiss habe bis zuletzt auf seinem für die Piloten nicht akzeptablen Angebot beharrt, hiess es weiter.
Die Swiss-Führung reagierte mit Bedauern und Unverständnis auf den Verhandlungsabbruch. Die Verhandlungen sind aus ihrer Sicht aber nicht gescheitert. Die Swiss sei weiterhin gesprächsbereit und habe ein gutes Angebot abgegeben. "Wir wollen weiterverhandeln und streben weiterhin den Abschluss eines neuen GAV an", sagte Swiss-Sprecherin Susanne Mühlemann auf Anfrage.
Ein Streik könnte die Swiss hart treffen: In Aeropers sind die rund 930 Airbus-Piloten der Lang- und Mittelstrecke organisiert. 2006 hatten die Europapiloten, organisiert von der ehemaligen Regionalpiloten-Gewerkschaft Swiss Pilots, im Kampf für einen neuen GAV gestreikt. Dieses Corps zählt heute rund 230 Piloten.
Die Fluggesellschaft Swiss war selbst in der Finanzkrise profitabel geblieben. 2010 steigerte sie ihren Gewinn auf 368 Mio CHF, die an den Mutterkonzern Lufthansa fliessen. Dieser Gewinnbeitrag ist zweieinhalb Mal so hoch wie im Vorjahr.
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