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Swiss Re Q1: Naturkatastrophen führen zu Verlust - Aktie dennoch im Hoch (Zus)

Zürich (awp) - Der Rückversicherer Swiss Re hat das erste Quartal wie erwartet mit tiefroten Zahlen abgeschlossen. Grund für die negativen Ergebnisse sind hohe Schadenbelastungen aus Naturkatastrophen. Insgesamt hat Swiss Re - auch dank der guten Entwicklung im Anlagegeschäft - jedoch besser als von Analysten erwartet abgeschnitten. Ausserdem rechnet die Gruppe mit einer rascheren Trendwende bei den Rückversicherungstarifen. Die Aktien werden nachgefragt.
Swiss Re weist für die Berichtsperiode einen Verlust von 665 Mio USD aus, nachdem im Vorjahr ein Gewinn von 158 Mio resultiert hatte. Die Naturkatastrophen in Australien (Überschwemmungen und Zyklon Yasi mit 325 Mio), Neuseeland (Erdbeben Christchurch mit 800 Mio) und Japan (Erdbeben und Tsunami mit 1,2 Mrd) hätten die Rechnung im ersten Quartal mit insgesamt gut 2,3 Mrd USD belastet, teilte der Konzern am Donnerstag mit und bestätigte damit früher gemachte Einschätzungen.
HOHER NICHTLEBEN-VERLUST
Die hohe Schadenlast hat stark auf das Ergebnis der Nichtleben-Sparte gedrückt. In Property&Casualty musste ein operativer Verlust von 1,23 Mrd USD nach 259 Mio Gewinn in der Vorjahresperiode verbucht werden. Die Combined Ratio ist mit 163,7% nach 109,4% unüblich hoch ausgefallen.
Der Einfluss der Naturereignisse auf den Schaden-Kostensatz betrug 89,4 Prozentpunkte (PP) und lag damit um 79,8 PP über dem erwarteten Ausmass. Auf der Gegenseite entlasteten Reserveauflösungen die Combined Ratio mit 6,2 PP. Die bei einem normalen Schadenverlauf angestrebten 94% dürften bis zum Jahresende hin aber nicht mehr zu erreichen sein, sagte CFO George Quinn an einer Telefonkonferenz. Die verdienten Prämien in der Sparte gingen um 8% auf 2,63 Mrd USD zurück.
Im Bereich Life&Health ging das operative Ergebnis auf 144 Mio USD von 245 Mio zurück. Nachteilige Sterblichkeitsraten sowie die Entwicklung bei den variablen Rentenversicherungen hätten die Geschäftsentwicklung gedämpft. Dies sei durch eine günstige Morbiditätsentwicklung nur teilweise kompensiert worden. Die operativen Erträge (inkl. Gebühren) wuchsen um 3,0% auf 3,00 Mrd USD.
GUTES ASSET MANAGEMENT
Sehr zufrieden zeigte sich George Quinn an einer Telefonkonferenz mit dem Verlauf im Asset Management. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 31% auf 1,23 Mrd USD. Die Anlagerendite betrug auf Jahresbasis 4,0% nach 2,8% im Vorjahr. Allerdings drückten Bewertungsverluste auf Anleihen wegen gestiegener Zinsen die Gesamtanlagerendite auf 1,5% von 8,1%.
Auch nach dem Quartalsverlust sei Swiss Re sehr solide kapitalisiert, so Quinn. Die Zuversicht bleibt, dass die Ratingagenturen das angestrebte AA-Rating bald an den Konzern vergeben werden. Beim Eigenkapital führten der Verlust und Wertanpassungen auf Kapitalanlagen zu einem Rückgang um 0,9 Mrd auf 24,4 Mrd USD. Die Eigenkapitalrendite lag mit 10,7% im negativen Bereich.
BESCHLEUNIGTE TRENDWENDE IM PRICING
Bei den Rückversicherungspreisen rechnet Swiss Re mit einer rascheren Trendwende hin zu festeren Tarifen (Hard Market). "Die Naturkatastrophen werden die Trendwende im Markt, die wir für 2012/2013 erwartet haben, beschleunigen", wird CEO Stefan Lippe in der Mitteilung zitiert.
In der April-Erneuerungsrunde, in der rund 10% des Property & Casualty-Vertragsgeschäfts gezeichnet werden und die mehrheitlich in Asien stattfindet, konnte Swiss Re gegenüber dem Vorjahr die gezeichneten Prämien um 5% und seit Jahresbeginn gar um 13% steigern. Dabei seien die Preise in den vom Erdbeben betroffenen Gebiete in Japan um bis zu 50% angestiegen, so Quinn.
Zudem hält die Gruppe an den Fünfjahres-Finanzzielen fest. So soll die Eigenkapitalrendite (RoE) im Durchschnitt um 700 Basispunkte über der risikofreien Rendite liegen. Für den Gewinn je Aktie strebt Swiss Re ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 10% an.
Die Aktie gewinnt um die Mittagsstunden um 0,7% auf 50,50 CHF. Das Tageshoch liegt bei 51,65 CHF. Derweil gibt der SMI um 0,80% nach.
mk/ra

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