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(Meldung vom Vortabend durchgehend ergänzt mit weiteren Angaben)
Mailand (awp) - Die italienische Swisscom-Tochter Fastweb hat im ersten Halbjahr 2010 einen leicht höheren Umsatz erzielt, beim Reingewinn jedoch einen Einbruch erlitten. Im Vorjahreszeitraum hatte sich ein Grossprojekt positiv ausgewirkt. Die Abwanderung von Kunden ist für den Telekomanbieter zunehmend ein Thema, der Ausblick für das Gesamtjahr wurde jedoch bestätigt.
Der Umsatz stieg von Januar bis Juni um 2% auf 934,7 Mio EUR. Ebenso legte der EBITDA um 2% auf 270,3 Mio EUR, entsprechend einer Marge von 28,9%. Der EBIT fiel dagegen um 21% auf 55,8 Mio EUR. Unter dem Strich brach der Reingewinn um 62% auf 6,8 Mio EUR ein, wie das Unternehmen am Donnerstagabend mitteilte. Die Wertberichtigungen und Abschreibungen lagen bei 214,5 (194,1) Mio EUR.
Im zweiten Quartal 2010 ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,4% auf 472,4 (474,5) Mio EUR zurück. Der Reingewinn belief sich auf 2,9 (15,6) Mio EUR, ein Minus von 81,5%.
Besonders deutlich reduzierte sich der Umsatz von April bis Juni in der Geschäftskundensparte, nämlich um fast 10%. Fastweb verweist auf ein Infrastruktur-Projekt für einen Kunden im Vorjahreszeitraum, welches 20 Mio EUR gebracht habe. Bereinigt um diesen einmaligen Effekt wäre der Umsatz auf Gruppebene im zweiten Quartal um 4% gestiegen, heisst es.
Das neu in der Fastweb Wholesale S.r.L. ausgelagerte Grosskundengeschäft erzielte im zweiten Quartal ein Umsatzplus von 9%. Die Gesellschaft habe sich auf den höhermargigen Wiederverkauf konzentriert, heisst es dazu. Das KMU-Geschäft erzielte 1% weniger Umsatz als im Vorjahresquartal, das Privatkundengeschäft konnte dagegen zulegen (+3%).
Eine genaue Analyse der Zahlen zeige, dass die Wachstumsdynamik und die Margen von den Schwierigkeiten, mit denen Fastweb konfrontiert sei, nicht berührt worden seien, wird Swisscom- und Fastweb-CEO Carsten Schloter in der Mitteilung zitiert.
Die Kundenbasis erhöhte sich von Januar bis Juni um netto 50'000 oder 3% auf 1,69 Mio, verglichen mit dem Stand per Ende 2009. Diese "schwache" Performance führt der Telekomanbieter in einer Unternehmenspräsentation auf eine wachsende Wechselbereitschaft der Kunden zurück.
Bei Privatkunden sowie KMU habe sich aber eine Verbesserung gegen Ende des zweiten Quartals gezeigt, heisst es dort. Die Zahl der aktiven SIM-Karten lag per Ende Juni bei 290'000 gegenüber 210'000 per Ende 2009.
Der Rückkauf von Mehrwertsteuer-Krediten in Höhe von 62 Mio EUR schlug sich negativ auf den Cashflow nieder, diese belief sich auf -30,6 Mio EUR in der ersten Jahreshälfte. Ohne diesen Aufwand wäre die Kennziffer break even gewesen, so Fastweb. Bis Ende Jahr will das Unternehmen weitere Kredite im Umfang von rund 36 Mio EUR von Finanzinstituten zurückkaufen. Die Nettoverschuldung lag per Ende Juni bei 1'471,7 Mio EUR.
Zur anstehenden Entscheidung des italienischen Telekomregulators AGCOM über die Preise für entbündelte Mietleitungen erklärte Fastweb, diese dürfte bis Ende Jahre fallen. Allfällige weitere Erhöhungen der Preise würden sich im Mai 2010, Januar 2011 und Januar 2012 auswirken. Im vergangenen Jahr hatte dieser Faktor die Erfolgsrechnung des Unternehmens mit 10 Mio EUR belastet.
Das Unternehmen bestätigte die Guidance für das Gesamtjahr 2010, meint jedoch, dass dies herausfordernd sei. Gemäss früheren Angaben rechnet Fastweb mit einem Umsatz von rund 1,95 Mrd EUR, einem EBITDA von rund 580 Mio EUR (ohne Rückstellung für das Mehrwertsteuerverfahren) und Investitionen von rund 410 Mio EUR.
Fastweb steht in Italien zusammen mit der Telecom-Italia-Tochter Sparkle wegen einer Betrugsaffäre im Visier der Justiz. Dabei sollen zwischen 2003 und 2006 mit fiktiven Käufen und Verkäufen von internationalen Telekom-Dienstleistungen knapp 2 Mrd EUR in Rechnung gestellt worden sein, wodurch dem Fiskus 365 Mio EUR entgingen.
Swisscom hält 82% der Anteile an Fastweb. Der Blaue Riese legt am 4. August Halbjahreszahlen vor.
cc/uh

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