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Swisscom/Fastweb Q1: Reingewinn steigt um knapp 70% - Ausblick bestätigt (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 30. April 2010 - 11:20 publiziert

(Meldung um Aussagen aus einer Telefonkonferenz erweitert)
Mailand (awp) - Die italienische Swisscom-Tochter Fastweb hat das neue Jahr erwartungsgemäss begonnen. "Wir sind gut ins Jahr gestartet", sagte interims-CEO Carsten Schloter am Freitag in einer Telefonkonferenz. Die Ermittlungen der italienischen Justiz wegen Verdachts auf Betrug hätten keine Auswirkungen auf den Geschäftgsgang gehabt. Das Unternehmen sei innerhalb der Guidance für das Ganzjahr auf Kurs, so Schloter weiter.
Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2010 um 4,1% auf 462,3 Mio EUR. Der Geschäftsbereich "Executive Business" wuchs mit 7% auf 178,7 Mio EUR etwas stärker als die Einheiten SME und das Consumer-Segment mit Zuwachsraten von 3% auf 104,4 Mio EUR bzw. von 2% auf 179,2 Mio EUR. Geschäftskunden trugen 61% zum Umsatz bei, 39% entfielen auf Privatkunden.
Der EBITDA legte um 4,3% auf 126,7 Mio EUR zu, der EBIT um 16,6% auf 23,0 Mio EUR und der Reingewinn um 68,9% auf 3,9 Mio EUR, wie die Gesellschaft am Donnerstagabend mitteilte.
Im Berichtsquartal hätten 33'800 neue Abonnenten für die Breitband-Dienstleistungen gewonnen werden können, heisst es weiter. Mit insgesamt 1,68 Mio Breitband-Kunden habe das Unternehmen einen Marktanteil von 13%. Dabei würden unverändert 80% der Breitbandanschlüsse auf Privat- und 20% auf Geschäftskunden entfallen.
Die Zahl der neuen aktiven SIM-Karten stieg in der Berichtsperiode um 40'000 auf 250'000.
GUIDANCE 2010 BESTÄTIGT - TROTZ VORSICHTIGER VERBUCHUNGSPOLITIK
Die Quartalszahlen seien innerhalb der Erwartungen des Managements und der Zielsetzungen ausgefallen, sagte Schloter. Die laufenden Untersuchungen der italienischen Justizbehörden wegen Verdachts auf Betrug hätten die Performance des Unternehmens "nicht in bedeutendem Ausmass" beeinträchtigt. In der mit "Back to Business!" getitelten Präsentation verwies Schloter u.a. auf die hohe Erfolgsquote im Berichtsquartal von 79% bei Vertragsverhandlungen mit Geschäftskunden im Vergleich zu rund 60% im langfristigen Durchschnitt. Allerdings habe Fastweb alle ausstehenden Mehrwertsteuerguthaben im Volumen von rund 100 Mio EUR zurückgekauft. Dadurch werde der Cash-Flow im zweiten Quartal beeinträchtigt.
Für das Gesamtjahr rechnet Fastweb weiterhin mit einem Wachstum von Umsatz und EBITDA von je 5%. Das Management hält an der Guidance fest, obwohl neue Verbuchungsrichtlinien für ein von Zahlungsausfällen gefährdetes Kundensegment eingeführt wurden. So wurden im Berichtsquartal Erträge von 6,7 Mio EUR noch nicht verbucht. Für das Ganzjahr wird mit einem Betrag von rund 24 Mio EUR gerechnet.
DISKUSSIONEN UM ERHÖHUNG DER "UNBUNDLING FEE"
Aus der von der italienischen Behörde Autorità per le garanzie nelle comunicazioni (Agcom) kürzlich vorgeschlagenen weiteren Erhöhung der "unbundling fee" in mehreren Schritten ab Mai 2010, Januar 2011 und Januar 2012 erwartet das Management einen negativen Effekt auf den EBITDA. Vorbehältlich der Zustimmung zu dieser Massnahme durch die EU-Kommission dürfte dieser in der Periode 2009-2012 70 Mio EUR betragen, wobei 10 Mio EUR auf das Rechnungsjahr 2009 entfielen.
Die Enbündelungsgebühr wurde per 01.01.2009 bereits um 0,85 auf 8,49 EUR/Monat erhöht. In drei weiteren Schritten ist eine Erhöhung auf dereinst 9,67 EUR/Monat. Der Weg dahin sei allerdings noch lang, so Schloter. Fastweb werde sich gegen diese Massnahme, die die Telecom Italia bevorzuge, wehren.
Fastweb steht in Italien zusammen mit der Telecom-Italia-Tochter Sparkle wegen einer Betrugsaffäre im Visier der Justiz. Dabei sollen zwischen 2003 und 2006 mit fiktiven Käufen und Verkäufen von internationalen Telekom-Dienstleistungen knapp 2 Mrd EUR in Rechnung gestellt worden sein, wodurch dem Fiskus 365 Mio EUR entgingen. Sparkle und Fastweb haben alle Vorwürfe zurückgewiesen.
Um der Zwangsverwaltung zu entgehen, musste Swisscom-Chef Carsten Schloter bei Fastweb die Zügel interimistisch selbst in die Hände nehmen.
ch/dr/rt/uh

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