Navigation

Swisscom prüft Partnerschaft

Die Swisscom prüft eine Partnerschaft. Es sei wenig wahrscheinlich, dass das Unternehmen langfristig als selbständiges Schweizer Unternehmen überlebe, sagte Swisscom-Präsident Markus Rauh. Mit der Mobiltelefonie will Swisscom an die Börse.

Dieser Inhalt wurde am 13. April 2000 - 12:53 publiziert

Die Swisscom denkt laut über eine Partnerschaft nach. Die Wahrscheinlichkeit sei gering, dass das Unternehmen langfristig als selbständiges Schweizer Unternehmen über die Runden komme, sagte Swisscom-Präsident Markus Rauh am Donnerstag (13.04.) in Zürich. Zudem will die Swisscom mit der Mobiltelefonie an die Börse.

Mit Nachdruck forderte Rauh an der Bilanzmedienkonferenz die Abschaffung des Telekommunikations-Unternehmens-Gesetzes (TUG), in dem unter anderem die Mehrheitsbeteiligung des Bundes an der Swisscom festgeschrieben ist. Nur ohne diese spezialgesetzlichen Auflagen sei es möglich, Partnerschaften einzugehen, weshalb "das Unternehmen von den Fesseln des TUG befreit werden müsse", sagte Rauh.

Die Swisscom sei ein Winzling im sich rasch verändernden Telekommunikationsmarkt. "Die Wahrscheinlichkeit, als unabhängiges und selbständiges Schweizer Unternehmen über die Runden zu kommen, schätzen wir eher als gering ein", sagte Rauh. Deshalb sei es die anspruchsvolle Aufgabe, selber die Initiative zu ergreifen und aus einer Position der Stärke heraus das Unternehmen mit kompetenten, langfristig denkenden Partnern zusammenzubringen. Konkrete Absichten oder Kontakte bestünden nicht, das verhindere das TUG.

Die Abschaffung des Gesetzes habe weder einen Einfluss auf den Service Public, derim Fernmeldegesetz geregelt sei, noch werde damit verlangt, dass der Bund seine Aktien sofort verkaufen müsse. Die Zeit dränge aber. Sollte der politische Prozess zu lange dauern, drohe der Zug ohne Swisscom abzufahren, sagte Rauh.

Mobiltelefonie soll an die Börse

Pläne hat die Swisscom auch mit der Mobiltelefonie. Das Geschäft mit derzeit rund 2,5 Millionen Kunden soll allenfalls als Swisscom-Mobile an die Börse gebracht werden. Die Mobiltelefonie sei heute sehr viel höher bewertet als die Festnetztelefonie, und die zu erwartenden hohen Kosten für eine UMTS-Lizenz und den Aufbau eines UMTS-Netzes erforderten spezielle Finanzierungsmodelle, sagte Rauh
dazu.

Swisscom erhielte mit den Mobile-Aktien eine "Währung" in die Hand, mit der künftiges Wachstum finanziert werden könnte. Ein konkreter Zeitplan bestehe noch nicht. Ein Börsengang wird auch beim Internet-Provider Blue Window vorbereitet, der 1999 die Kundenzahl auf 322'900 mehr als verdoppelte und zur Zeit rund 450'000Nutzer zählt. Blue Window wird auf den 1. Mai als Aktiengesellschaft verselbständigt.

1999 hatte Swisscom, wie bereits berichtet, den Reingewinn um rund 54 Prozent auf2,39 Mrd. Franken gesteigert. Der Nettoumsatz stieg um rund sieben Prozent, während das Betriebsergebnis vier Prozent tiefer lag als im Vorjahr. Die Angestellten werden am Unternehmenserfolg 1999 mit je drei Aktien beteiligt. Zu diesem Zweck will Swisscom in den nächsten Tagen rund 60'000 eigene Aktien auf dem freien Markt kaufen.

Für 2000 erwartet Swisscom dank erstmaliger Vollkonsolidierung der deutschen debitel markantes Umsatzwachstum. Auf Grund beschränkter Wachstumsmöglichkeiten im Inland werde das Betriebsergebnis jedoch tiefer als 1999 ausfallen, teilte das Unternehmen mit. Demgegenüber wird eine Zunahme des Reingewinns dank ausserordentlichen Transaktionen wie dem Verkauf des Cablecom-Anteils und eines Teils der Immobilien erwartet.

swisinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.