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Swisscom Q1: Fastweb bremst Umsatz - Mehr Gewinn dank Sondereffekten (Zus)

Bern (awp) - Telekomriese Swisscom hat im ersten Quartal 2011 weniger Umsatz erzielt, den Gewinn aufgrund von Sondereffekten aber steigern können. Während sich das Geschäft im Inland solide entwickelte, fiel das Resultat bei der italienischen Tochter Fastweb verhalten aus. Bis 2012 will Swisscom in Italien das Ruder herumreissen und dafür auch Partner ins Boot holen.
Insgesamt ging der Umsatz von Januar bis März um 3,1% auf 2,86 Mrd CHF zurück, wobei sich Währungseffekte negativ auswirkten. Der operative Gewinn (EBITDA) stieg dagegen um 6,4% auf 1,13 Mrd CHF. Auf Basis konstanter Währungen und bereinigt um die Rückstellung für das Mehrwertsteuerverfahren bei Fastweb im Vorjahr lagen der Umsatz um 0,6% und der EBITDA um 1,4% tiefer, teilte die Swisscom am Mittwoch mit.
Unter dem Strich resultierte ein um 19% höherer Reingewinn nach Minderheitsanteilen von 469 Mio CHF. Auch hier hatte die Rückstellung für Fastweb das Ergebnis im Vorjahr belastet.
PREISDRUCK BEI FASTWEB
In Italien seien die Preise weiter unter Druck, sagte Swisscom-CEO Carsten Schloter bei einer Telefonkonferenz. Dieser Trend, in Verbindung mit einem gestrafften Produktangebot, habe den Umsatz reduziert. In lokaler Währung sank der Umsatz trotz Kundenwachstum um 5,8% auf 435 Mio EUR, umgerechnet in Schweizer Franken lag das Minus gar bei 16%.
Vom Umsatzrückgang sei das Privatkundensegment betroffen, führte der Swisscom-CEO weiter aus. Fastweb habe dort auf hohe Forderungsausfälle reagiert und den Verkauf von PCs und Fernsehgeräten eingestellt. Das Ergebnis vor Abschreibungen erhöhte sich zwar um 88% auf 107 Mio EUR, bereinigt um Sondereffekte gab es aber ein Minus von 16%.
MINDERHEITSAKTIONÄRE GESUCHT
Bei der jüngst dekotierten Tochter könnten Minderheitsaktionäre einsteigen. "Wenn zur Untermauerung einer kommerziellen Partnerschaft eine Kapitalverflechtung sinnvoll ist, sind wir dafür offen", sagte CEO Schloter. Dabei gehe es vor allem um das Vertriebsnetz oder den Kundenstamm.
Ob es sich dabei um Sky Italia handeln könnte, liess der Swisscom-Chef offen. Fastweb hatte Ende des ersten Quartals zusammen mit dem TV-Anbieter ein neues Bündelangebot für Fernsehen und Breitband-Internet lanciert.
MEHR BÜNDEL IN DER SCHWEIZ
Im Inland verweist die Swisscom auf den anhaltenden Trend zu Bündel-Angeboten, zu neuen Preismodellen wie Pauschaltarifen und auf die gesunkenen Preise für Mobilfunkterminierung und Daten-Roaming. Preissenkungen von 141 Mio CHF stand ein Kunden- und Volumenwachstum von 133 Mio CHF gegenüber.
Sowohl im Mobilfunk als auch bei den Breitbandanschlüssen stieg die Endkundenzahl. Der Bestand an Swisscom-TV-Abonnenten kletterte innert Jahresfrist um 71% auf 469'000.
GLASFASER-PROJEKT WACKELT
Swisscom stellt die Zukunft des Glasfaserprojekts mit der Groupe E im Kanton Freiburg nach dem jüngsten Weko-Entscheid auf den Prüfstand. Die beiden Unternehmen könnten zu dem Schluss kommen, das Vorhaben nur auf die Städte zu begrenzen oder ganz in Frage zu stellen, sagte der CEO.
Die Wettbewerbshüter hatten Ende April eine Vorabklärung wie bei anderen Kooperationen des Telekomkonzerns mit regionalen Elektrizitätswerken eingeleitet. Ein Scheitern des Projekts im Kanton Freiburg könnte Investoren aus der Strombranche verunsichern und neue Kooperationen verhindern, mahnte Schloter.
AUSBLICK BESTÄTIGT
Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bleibt unverändert. Für 2011 erwartet der Telekomkonzern einen Nettoumsatz von mindestens 11,8 Mrd, einen EBITDA von über 4,6 Mrd sowie Investitionen von unter 2,0 Mrd CHF. Fastweb soll nach einem Übergangsjahr 2011 - ohne Umsatzwachstum, aber mit leicht höherem EBITDA - in den Folgejahren ein starkes Umsatz- und Cash-Flow-Wachstum erzielen.
Die Zahlen lagen ausser beim Reingewinn leicht unter den Markterwartungen. "Solide im Heimmarkt, schwach in Italien", lautete das Fazit der Analysten. Die Aktie notierte gegen Mittag in einem freundlichen Gesamtmarkt kaum verändert.
cc/ps

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