Swisscom übernimmt volle Kontrolle über Mobilsparte

Strategien gegen die zunehmende Konkurrenz: CEO Carsten Schloter. Keystone

Der Schweizer Telekommunikations-Konzern kauft den 25%-Anteil von der britischen Vodafone an der Mobilfunktochter Swisscom Mobile für 4,25 Mrd. Franken zurück.

Dieser Inhalt wurde am 19. Dezember 2006 - 14:18 publiziert

Die Zusammenarbeit zwischen Swisscom und der englischen Vodafone soll auf Basis eines exklusiven Kooperationsvertrages weitergeführt werden.

"Es war attraktiv für die Swisscom, die Transaktion noch in diesem Jahr durchzuführen", sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter am Dienstag in einer Telefonkonferenz.

Dadurch könne die Swisscom Dividendenzahlungen in der Höhe von rund 300 Mio. Franken für 2006 vermeiden, die sie sonst aus dem Gewinn der Mobilfunksparte an Vodafone hätte zahlen müssen.

Der Kaufpreis setzt sich zusammen aus einem Unternehmenswert von 4,05 Mrd. Franken und Nettobarmitteln in der Höhe von 200 Mio. Franken.

Der Schweizer Branchenleader verspricht sich von der Transaktion eine verbesserte Position bei der Umsetzung ihrer Konvergenz-Strategie sowie erhöhte Ausschüttungen zu Gunsten der Aktionäre, wie Swisscom am Dienstag mitteilte.

Partnerschaft geht weiter

Die "erfolgreiche Partnerschaft" zwischen Swisscom und dem britischen Mobilfunk-Riesen Vodafone werde auf der Basis eines langfristigen, exklusiven Kooperationsvertrags unverändert fortgesetzt, schreibt Swisscom weiter.

Der Kooperationsvertrag läuft über fünf Jahre und enthält eine Option zur Verlängerung um jeweils zwei Jahre. Swisscom werde damit auch in Zukunft von vergünstigten Einkaufskonditionen profitieren und Zugang zum Produktportfolio von Vodafone erhalten, schreibt der Konzern.

Regierung musste einwilligen

Die Transaktion soll am Mittwoch, 20. Dezember, abgeschlossen und vollständig über Fremdkapital finanziert werden, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Die Briten hatten sich im März 2001 für 4,5 Mrd. Franken mit 25% an Swisscom Mobile beteiligt. Im vergangenen November hatte die Swisscom mit dem Plazet der schweizerischen Landesregierung die Verhandlungen für einen Rückkauf der Beteiligung aufgenommen.

Für Analysten macht der nicht überraschende Schritt von Swisscom Sinn, auch wenn der Preis am oberen Ende der Erwartungen liegt. Swisscom erhalte damit mehr Handlungsfreiheit, waren sie sich einig.

Ausblick 2007

Für 2007 erwartet der Swisscom-Konzern einen Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) von 3,9 Mrd. Franken. Dazu werde Swisscom Mobile 1,8 Milliarden beitragen, hiess es weiter.

Der Umsatz dürfte mehr oder weniger auf dem Niveau von 2006 ausfallen, sagte Carsten Schloter. Für das zu Ende gehende Jahr hat der Konzern einen Umsatz von 9,5 Mrd. Franken geplant

swissinfo und Agenturen

Fakten

2005 erreichte Swisscom Mobile einen Jahresumsatz von 4,1 Mrd. Fr., was einem Rückgang von 4,3% gegenüber 2004 entspricht.

Der Gesamtumsatz des Swisscom-Konzerns belief sich auf 9,7 Mrd. (minus 3,2%).

Mit rund 4,3 Millionen Abonnenten ist Swisscom Mobile schweizerischer Marktführer in der Mobiltelephonie.

Die durchschnittliche Monatsrechnung der Swisscom Mobile Kunden beträgt 78 Fr. und liegt damit europaweit an der Spitze.

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