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Swissfirst-CEO Matter wirft das Handtuch

Thomas Matter ist nicht mehr Swissfirst-CEO.

(Keystone)

Der Chef der Swissfirst-Gruppe, Thomas Matter, hat mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt als CEO der Bank Swissfirst erklärt.

Er reagiert damit auf die anhaltende Kritik an der 2005 durchgeführten Fusion der Bank Swissfirst mit der Bank am Bellevue. In deren Vorfeld sollen Insider-Transaktionen stattgefunden haben.

In einer persönlichen Erklärung vom Montag begründete Matter seinen Rücktritts-Entscheid mit der zunehmenden Intensität der gegen seine Person geführten Kampagne.

Sein Aktienpaket an der Bank werde damit zum reinen Finanzinstrument, das er der Swissfirst für die zu suchenden strategischen Lösungen jederzeit zur Verfügung stellen werde, erklärte Matter, und weiter: "Ich gebe damit mein Lebenswerk preis, was mir sehr schwer fällt."

Er sei "nach wie vor zutiefst überzeugt, dass sämtliche Transaktionen und Handlungen beim Zusammenschluss der Swissfirst-Gruppe mit der Bellevue-Gruppe im Rahmen der geltenden Gesetze und Rechtsnormen abgewickelt" worden seien. Er
werde auch als Privatperson seine Rechte mit aller Konsequenz wahren.

Verwaltungsrat akzeptiert

Mit dem sofortigen Rücktritt wolle er es der Bank ermöglichen, ihr Geschäft frei von der Polemik um seine Person und um hängige Rechtsstreitigkeiten zu entwickeln.

Der Verwaltungsrat der Swissfirst-Gruppe teilte mit, er respektiere den Entscheid Matters. Auch er bekräftigte, nach wie vor von der Rechtmässigkeit der Fusion zwischen den Banken Swissfirst und Bellevue vom vergangenen September überzeugt zu sein.

Die Leitung der Bank werde zunächst von Jürg Schäppi (CEO Bank am Bellevue), Daniel Hefti (CFO Swissfirst AG), Urs Kaufmann (CEO Swissfirst Bank AG), und Roland Maier (Swissfirst Asset Management AG) übernommen, teilte die Bank weiter mit.

Vor rund einer Woche gab Swissfirst bekannt, Verwaltungsrat und Geschäftsleitung hätten beschlossen, die Bank zum Verkauf zu stellen und die Leitung der Bank werde danach zurücktreten. Die öffentliche Kritik erschwere "die ordentliche Weiterführung der Bankgeschäfte in der aktuellen Struktur zusehends".

Strafverfahren

Gegen Matter läuft ein Strafverfahren der Zürcher Staatsanwaltschaft wegen Verdachts des Betruges, der Veruntreuung, der ungetreuen Geschäftsbesorgung und des Insiderhandels.

Es war durch eine Anzeige des früheren Swissfirst-Grossaktionärs Rumen Hranov vom letzten November ausgelöst worden. Er fühlt sich von Matter geprellt, weil dieser ihn im Vorfeld der Fusion mit angeblich unlauteren Methoden zum Verkauf eines Swissfirst-Pakets bewegt hatte.

Ein weiteres Strafverfahren richtet sich gegen verantwortliche Organe diverser Pensionskassen wegen des Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung. Am vergangenen Mittwoch wurden bei Swissfirst in diesem Zusammenhang diverse Hausdurchsuchungen vorgenommen.

swissinfo und Agenturen

Swissfirst-Affäre

Nach der Fusion mit der Bank am Bellevue waren die Swissfirst-Titel am Schweizer Aktienmarkt stark gestiegen. Dies weckte einen Verdacht auf Insidergeschäfte.

Swissfirst-Chef Thomas Matter wird verdächtigt, sich mit mehreren Pensionskassen abgesprochen zu haben. Er habe deren Geschäftsführer zu überzeugen versucht, ihre Swissfirst-Aktien zu verkaufen.

Gemäss Zeitungsberichten entgingen den Pensionskassen damit potentielle Aktiengewinne in der Höhe mehrerer Mio. Franken.

Die Führungskräfte der beiden Banken dagegen sollen ihre Aktienpakete um mehrere Mio. Franken aufgestockt haben.

Unter dem Druck der Swissfirst-Affäre will Finanzminister Hans-Rudolf Merz die Revision der Strafnorm für Insidervergehen beschleunigen. Er dürfte seinen Vorschlag noch in diesem Herbst präsentieren.

Die Bank hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr, insbesondere dank der Fusion mit der Bank am Bellevue, fast verdoppelt.

Bei der Fusion hatte die Bank am Bellevue 47% der Swissfirst-Aktien im Wert von rund 300 Mio. Franken übernommen. Damit konnte die Fusion ohne die normalerweise übliche Kapitalerhöhung abgewickelt werden.

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