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Swissmetal trotz Streik mit Gewinnsteigerung

In Reconvillier streikte die Belegschaft während 30 Tagen.

(Keystone)

Trotz einer 30-tägigen Arbeitsniederlegung im Werk Reconvilier im Berner Jura weist die Swissmetal-Gruppe für das erste Halbjahr 2006 ein gutes Ergebnis aus.

Der Umsatz stieg um 53%, der Reingewinn um 23%. Die Steigerung geht auf die Übernahme der deutschen Busch-Jaeger Metallwerke zurück.

Der Arbeitskonflikt im Swissmetal-Werk in Reconvilier im Berner Jura hat die Rechnung des Buntmetallherstellers im ersten Halbjahr 2006 erheblich belastet. Trotzdem konnte der Gewinn von 2,5 Mio. im Vorjahressemester auf 3,1 Mio. Franken gesteigert werden.

"Wir haben das bewegteste Halbjahr in der Geschichte unseres Unternehmens hinter uns", sagte Swissmetal-Verwaltungsratspräsident Friedrich Sauerländer am Dienstag in Zürich. "Gemessen an den Umständen" sei er mit dem Ergebnis zufrieden, sagte Konzernchef Martin Hellweg.

Betriebsergebnis verdoppelt

Das Betriebsergebnis (EBIT) konnte trotz des 30-tägigen Streiks von 2,8 Mio. auf 6,4 Mio. Franken mehr als verdoppelt werden. Insgesamt belastete der Arbeitskampf das Betriebsergebnis im Halbjahr - einschliesslich entgangener Deckungsbeiträge - mit 4 bis 5 Mio. Franken.

Die angespannte Situation in Reconvilier scheint sich wieder zu stabilisieren. Das Arbeiten habe sich wieder stark verbessert, sagte Hellweg. Geholfen habe wohl auch die Sommerpause: Mittlerweile seien sogar auch wieder "lachende Gesichter" zu sehen, meinte der Konzernchef.

Man sei in Reconvilier nun daran, die Vorschläge des vom Mediator Rolf Bloch bestimmten technischen Experten umzusetzen, sagte Sauerländer. Der Prozess brauche aber Zeit: "Wir gehen davon aus, dass es ein bis zwei Jahre dauert, bis die Situation wieder so ist, wie wir sie wollen."

Umsatzsteigerung

Der Bruttoumsatz der Gruppe legte gegenüber dem Vorjahr um 53% auf 157,6 Mio. Franken zu. Ein Teil der Steigerung ist auf die Übernahme der deutschen Busch-Jaeger im Februar 2006 zurückzuführen, aber auch die starke Steigerung der Metallpreise führte zum Anstieg.

Gute Geschäfte machte Swissmetal insbesondere mit Kunden aus der Uhren- und der Bauindustrie. Wegen des Streiks verringerte sich der Umsatz aber bei den Schreibwaren (Kugelschreiberspitzen), den Steckverbindern und der Decolletage.

Werthaltige Lager

Von den hohen Metallpreisen konnte Swissmetal auch über Metallverkäufe profitieren: Diese verbesserten den Betriebsgewinn um 6 Mio. Franken. Das Warenlager, das per Ende Juni mit 60,4 Millionen in der Bilanz steht, wäre zum Tagespreis derzeit mit 125,3 Mio. Franken doppelt so teuer, so Finanzchefin Yvonne Simonis.

Bezüglich der längerfristigen Strategie sieht sich Swissmetal weiterhin auf Kurs. Die über 25 Mio. Franken teure Extrusionspresse in Dornach (Kanton Solothurn) soll Mitte 2007 in Betrieb gehen. Weiterhin arbeitet das Unternehmen zudem auf einen Produktionsstandort in Indien hin.

swissinfo und Agenturen

Der Konflikt

16. 11. 04: Angestellte der Swissmetal Reconvilier streiken und demonstrieren gegen die Entlassung des Direktors.
25.01.06: Erneuter Streik gegen die von der Direktion angekündigten Restrukturierungs-Massnahmen.
09.02.: Der Industrielle Rolf Bloch wird Mediator im Konflikt.
23.02.: Das Personal beschliesst, den Streik auszusetzen.
24.03.: Swissmetal entlässt 111 Angestellte.
04.04.: Rolf Bloch zieht einen unabhängigen Experten bei, der Vorschläge für die Zukunft erarbeiten soll.
15.06.: Der Expertenbericht wird von der Gewerkschaft Unia und der Direktion von Swissmetal begrüsst. Das Personal distanziert sich.
15.07.: Der Sprecher der Angestellten-Vertretung im Swissmetal-Werk von Reconvilier scheidet aus der Betriebskommission aus.
22.08.: Swissmetall weist für das 1. Halbjahr eine Gewinnsteigerung aus.

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