Sydney 2000: Silber für Schweizer Degenfechterinnen

Das Schweizer "Silber-Team": (V.l.n.r.) Gianna Hablützel-Bürki, Diana Romagnoli und Sophie Lamon. Keystone

Nach Gianna Hablützel-Bürki im Einzel haben die Schweizer Degenfechterinnen auch im Teamwettbewerb Olympia-Silber gewonnen. Diana Romagnoli, Sophie Lamon und Gianna Hablützel-Bürki verloren im Final gegen Russland relativ deutlich mit 35:45.

Dieser Inhalt wurde am 19. September 2000 - 13:03 publiziert

Eine Schlüsselfigur war die erst 15-jährige Sophie Lamon, die -alle Männer-Wettbewerbe mitgerechnet- die jüngste Fecht-Olympiasiegerin der Geschichte hätte werden können.

Die ungestüm und erfrischend offensiv kämpfende Walliserin gewann ihr zweites Gefecht des Finals gegen die Russin Oxana Jermakowa mit 10:5 und brachte dadurch die Schweizerinnen nach einem vermeintlich vorentscheidenden Rückstand wieder bis auf einen Punkt heran.

Wirklich entscheidend war dann aber Lamons letztes Gefecht. Erneut setzte sie innerhalb weniger Sekunden zwei Treffer zum Gesamtausgleich, doch dann lief sie der Gegnerin Maria Mazina förmlich ins Messer und verlor das Duell mit 10:16.

Damit musste Hablützel-Bürki ihren letzten Kampf mit einem Rückstand von 32:40 beginnen. Gegen Tatjana Logunowa, die sie im Einzel-Halbfinal knapp bezwungen hatte, war dies eine praktische hoffungslose Ausgangslage. Mit 5:3 Treffern stellte Lugunowa den Sieg ihres Teams sicher.

Hablützel-Bürki hatte bereits in den ersten zwei Duellen nicht überzeugt. Die Russinnen setzten überraschend mit Ersatzfechterin Jermakowa eine Linkshänderin ein, womit sie offenbar ein Rezept gegen Hablützel-Bürki gefunden hatten.

Die Baslerin zeigte sich etwas irritiert, nachdem sie schon im Einzelfinal einer Linkshänderin, der Ungarin Nagy, unterlegen war. Prompt verlor Hablützel-Bürki gegen Jermakowa mit 0:4. Im zweiten Duell gegen Mazina erreichte sie nur ein 1:1.

Die Schweizerinnen hatten sich zunächst im Viertelfinal gegen Kuba mit 45:38 für die Achtelfinalniederlage von Atlanta 1996 revanchiert. Im Halbfinal trafen sie dann auf die Chinesinnen, die in der Weltrangliste zwar schlechter klassiert sind, die jedoch im Viertelfinal überraschend Olympiasieger Frankreich mit 45:42 ausgeschaltet hatten.

Die ausgeglichenen Schweizerinnen lagen zunächst mit 12:15 zurück, hatten dann aber eine sehr starke Phase, in der sie den Rückstand in ein 21:16 und danach vor den letzten beiden Gefechten sogar in eine 29:19-Führung umwandelten. Mit entscheidend war, dass der dritten und schwächsten Chinesin gegen Romagnoli und Hablützel-Bürki kein einziger Treffer gelang.

swissinfo und Agenturen

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