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DAMASKUS/ISTANBUL (awp international) - Teile der Protestbewegung in Syrien suchen eine Verständigung mit den Streitkräften. Zumindest in der südlichen Provinz Daraa spitzte sich die Lage am Mittwoch jedoch zu. Präsident Baschar al-Asssad schickte weitere Truppen in die Hochburg der Regimegegner. Oppositionelle berichteten, verletzte Demonstranten würden inzwischen unter primitivsten Bedingungen in Häusern versorgt, da ihnen der Zugang zum Krankenhaus verwehrt werde.
Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, am Mittwoch seien sechs Angehörige der Sicherheitskräfte beigesetzt worden, die von "bewaffneten extremistischen Terrorbanden" getötet worden seien. Am Vortag seien im Tischrin-Militärkrankenhaus nördlich von Damaskus bereits die Leichen von 15 "Märtyrern" ihren Angehörigen übergeben worden. Sana berichtete weiter, am Dienstag hätten Terroristen Armeeposten und Strassensperren in der Umgebung von Daraa und unweit der von Israel besetzten Golanhöhen angegriffen. Drei Angehörige der Sicherheitskräfte seien getötet worden. Auch unter den Angreifern habe es mehrere Tote gegeben.
Ein Bewohner der von den Sicherheitskräften belagerten Ortschaft Al-Moadhamija in der Nähe von Damaskus sagten der Nachrichtenagentur dpa am Dienstagabend am Telefon, die Einwohner von Al-Moadhamija hätten das Gespräch mit den Kommandeuren der Armee gesucht. Sie wollten ein Ende der Belagerung des Ortes erwirken, "der einige seiner Söhne verloren hat, die in den vergangenen Wochen an den friedlichen Demonstrationen teilgenommen hatten".
"Denn die Lage hier ist sehr schwierig", fügte er hinzu. Jeder Mensch, der die Stadt betreten oder verlassen wolle, werde durchsucht. In den vergangenen Tagen hatte es erstmals Berichte über Zusammenstösse zwischen den besonders regimetreuen Spezialeinheiten und einzelnen Offizieren der Armee gegeben. Die Offiziere sollen sich geweigert haben, auf Zivilisten zu schiessen.
Mehrere Bewohner von Al-Moadhamija widersprachen der offiziellen Darstellung, wonach die Staatsmacht in der Ortschaft und in mehreren anderen Hochburgen der Protestbewegung Jagd auf Terroristen mache. Sie erklärten: "Es gibt in unserer Region weder Salafisten (Anhänger einer radikalen Islamisten-Strömung) noch Terrorbanden."
Auf den Websites der Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad wurden am Mittwoch Aufnahmen veröffentlicht, auf denen Dutzende Sattelschlepper mit Panzern zu sehen sind, die auf einer Schnellstrasse fahren. Die Oppositionellen erklärten, es handele sich um Verstärkung für die Truppen, die am Wochenende in die Stadt Daraa im Süden des Landes eingedrungen waren.
Amnesty International hatte sich am Dienstag für eine Untersuchung der Gewalt gegen die Demonstranten in Syrien durch den Internationalen Strafgerichtshof ausgesprochen. Die Menschenrechtsorganisation hat bislang die Namen von 393 Menschen erhalten, die seit Beginn der Proteste Mitte März getötet wurden. Die Zahl der Opfer sei jedoch vermutlich noch höher, da Scharfschützen auf Menschen geschossen hätten, die versucht hätten, Verletzte auf der Strasse zu bergen./ja/abc/DP/ksb

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