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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 03. November 2009 - 18:00 publiziert

Bern (awp/sda) - Dienstag, 3. November
VERLUST: Die UBS hat im dritten Quartal ihre Talfahrt zwar abgebremst, hinkt aber etlichen Konkurrenten weit hinterher. Obwohl der Verlust wesentlich kleiner ausfiel als im Vorquartal, enttäuschte das Ergebnis die Anleger, denn erneut musste die Bank mit 36,7 Mrd. Fr. einen happigen Vermögensabfluss hinnehmen. Unter dem Strich fuhr die UBS zwischen Juli und Ende September einen Reinverlust von 564 Mio. Fr. ein. Das ist erheblich weniger als drei Monate zuvor, als noch ein Verlust von 1,402 Mrd. Fr. aufgelaufen war. Schuld an den roten Zahlen im dritten Quartal seien im wesentlichen drei Faktoren: So musste die UBS auf eigenen Schuldtiteln einen Bewertungsverlust von 1,436 Mrd. Fr. verbuchen. Zudem sorgte der Verkauf der brasilianischen Bank Pactual für einen Nettoverlust von 409 Mio. Franken. Und schliesslich führte die Wandlung der Pflichtwandelanleihe, die beim Bund platziert war, zu einem buchhalterischen Minus von 305 Mio. Franken.
GEWINN: Swiss Re ist wieder in der Gewinnzone. Dank eines starken Kerngeschäfts mit einer Saison ohne grössere Naturkatastrophen übertraf der zweitgrösste Rückversicherer der Welt die Erwartungen der meisten Beobachter. Im dritten Quartal resultierten 334 Mio. Fr. Gewinn, nach einem Verlust von 304 Mio. Franken vor einem Jahr. Analysten hatten mehrheitlich erneut rote Zahlen erwartet. Im Sach- und Haftpflichtgeschäft (Property & Casualty) stieg der operative Gewinn von 685 Mio. Fr. auf 998 Mio. Franken. Das Verhältnis von Schadenszahlungen und Kosten zu den Prämieneinnahmen (Combined Ratio) verbesserte sich deutlich auf tiefe 84,5 Prozent, nach 99,6 Prozent im Vorjahr. Der Bereich Lebens- und Krankenversicherungen (Life & Health) kommt auf 388 Mio. Fr. operativen Gewinn, nach einem Verlust von 79 Mio. Fr. im Vorjahr.
RÜGE: Der "Fall Sulzer" hat tiefgreifende Konsequenzen für die Neue Zürcher Bank NZB. Die Finanzmarktaufsicht FINMA rügt die Bank wegen teilweise schwerwiegender Pflichtverletzungen und verlangt den Kopf des Chefs. Noch schlimmer: Die NZB verliert ihre Selbstständigkeit. Die bisherige Minderheitsaktionärin, die Bank Sarasin, will die Mehrheit der NZB übernehmen. Die Basler Privatbank hält bislang 40 Prozent und plant diese auf 51 bis 60 Prozent aufzustocken. Über den Preis schweigen sich beide Seiten aus. Mit den Verfügungen schliesst die Finanzmarktmarktaufsicht FINMA ihre bislang grösste Untersuchung ab. Auslöser war im Frühling 2007 der Einstieg von Viktor Vekselberg, Ronny Pecik und Georg Stumpf beim Winterthurer Industriekonzern Sulzer. Diese hatten auf einen Schlag und überraschend eine Beteiligung von 31 Prozent an Sulzer aufgebaut.
STELLENABBAU: Die Stellenstreichungen beim US-Pharma- und Medizintechnikriesen Johnson & Johnson haben Auswirkungen in der Schweiz. Das Tochterunternehmen Cilag in Schaffhausen rechnet im kommenden Jahr mit 15 bis 20 Kündigungen. Johnson & Johnson will sich mit umfangreichen Stellenstreichungen gegen die Krise stemmen. Weltweit sollen sechs bis sieben Prozent der Belegschaft gehen. Dies bedeutet bis zu 8000 Arbeitsplätze. Mit der Restrukturierung sollen jährlich vor Steuern 1,4 bis 1,7 Mrd. Dollar eingespart werden. Für die Cilag ist es der dritte Stellenabbau in Folge. Bereits 2007 und 2008 war jeweils eine Reduktion um 80 Stellen angekündigt worden. Dabei wurde mit Kündigungen für einen Teil der Betroffenen gerechnet. Die Cilag in Schaffhausen beschäftigt rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
BETRIEBSVERLUST: Die Kunststoffherstellerin Quadrant schreibt weiterhin rote Zahlen. Nach einem Betriebsverlust (EBIT) von 24,8 Mio. Franken im ersten Halbjahr 2009 fuhr das Unternehmen nach neun Monaten einen operativen Verlust von 28,2 Mio. Franken ein. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von von 42,4 Mio. Franken erzielt. Auch der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahr zurück. Mit 364,9 Mio. Franken lag er 37,5 Prozent tiefer als im gleichen Zeitraum 2008.
HALBJAHRES-GEWINN: Die Medizinaltechnikfirma Ypsomed hat im ersten Halbjahr 2009/10 deutlich weniger verdient. Der Gewinn halbierte sich auf 6,6 Mio. Franken. Der Umsatz ging um 9,1 Prozent auf 126,8 Mio. Fr. zurück. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT ging um 58,5 Prozent auf 6,85 Mio. Fr. zurück. Die entsprechende Marge sank wegen der hohen Kosten für den Produktionsaufbau und die Markteinführung des neuen Blutzuckermesssystems Pura von 11,8 auf 5,4 Prozent. Zulegen konnte Ypsomed dagegen im Diabetes-Direktgeschäft (+5,4 Prozent auf 34,2 Mio. Franken).
MILLIARDEN-INVESTITION: Novartis investiert in den nächsten fünf Jahren eine Milliarde Dollar (1,02 Mrd. Fr.) in die Forschung in China. Der Basler Pharmakonzern will damit sein biomedizinisches Forschungs- und Entwicklungszentrum in Schanghai weiter ausbauen. Schanghai wird für Novartis damit zum drittwichtigsten Forschungszentrum nach Cambrigde (USA) und Basel. Die Zahl der Beschäftigten soll von 160 auf 1000 ansteigen. Die Wahl von Schanghai ist nicht zufällig. Die chinesische Regierung will bis 2012 diese Stadt zum ersten Forschungszentrum für biomedizinische Forschung in China machen.
UMSATZRÜCKGANG: Der Industriekonzern Von Roll hat in den ersten neun Monaten 2009 einen Umsatz von 419 Mio. Fr. erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 20 Prozent. Der Umsatzrückgang erkläre sich unter anderem durch die anhaltend negative konjunkturelle Entwicklung, bedingt durch die kurzfristige Nachfrage in den Industriemärkten. Der Bestellungseingang verringerte sich um 34 Prozent auf 355 Mio. Franken.
NULLRUNDE: Angestellte des Buchhandels in der Deutschschweiz gehen in der nächsten Lohnrunde leer aus. Wegen der rückläufigen Teuerung erhalten sie keinen Ausgleich und die Mindestlöhne werden nicht angehoben. Die Gewerkschaft Comedia kritisiert darum den Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV). Die Umsätze seien im Buchhandel mit 2,2 Prozent weniger stark zurückgegangen als in anderen Brachen. Trotzdem weigere sich der SBVV, bessere Gehälter zu bezahlen. Dies sei eine mutlose und verantwortungslose Lohnpolitik. Der SBVV weist die Kritik zurück und führt die konjuntkurelle und strukturelle Situation in den Vordergrund.
LOGIERNACHT-RÜCKGANG: Im September ist die Zahl der Logiernächte in der Schweizer Hotellerie gegenüber dem selben Vorjahresmonat nur leicht zurück gegangen. In den meisten anderen Monaten dieses Jahres war der Rückgang stärker ausgefallen. Wie aus der provisorischen Beherbergungsstatistik für September 2009 hervorgeht, verzeichnete die Hotellerie im September 3,4 Millionen Übernachtungen, 14'000 oder 0,4 Prozent weniger als im September 2008. Zum Vergleich: Im August war die Zahl der Logiernächte gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,5 Prozent gefallen, im Juli um 5 Prozent. Die inländische Nachfrage blieb im September mit 1,6 Millionen Übernachtungen stabil. Die Besucher aus dem Ausland verzeichneten 1,8 Millionen Logiernächte, minus 0,7 Prozent gegenüber September 2008.
ERHOLUNG: Die Wirtschaft in der Europäischen Union (EU) erholt sich langsam. So lautete am Dienstag die Prognose der EU-Kommission in Brüssel. Nach einem Einbruch in diesem Jahr rechnet sie für 2010 mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 0,7 Prozent. Mit der neuen Prognose korrigierte die Kommission ihr Frühjahrsgutachten, das noch von einem Minus von 0,1 Prozent für die EU und den Euroraum ausgegangen war. Seit der zweiten Hälfte dieses Jahres verzeichnet Europa wieder Wachstum. Um den Aufschwung zu sichern, müssten die beschlossenen Konjunkturprogramme umgesetzt und der Bankensektor weiter saniert werden. Denn die Aussichten seien nach der Krise sehr unsicher.
EINIGUNG: Die Opel-Arbeitnehmer haben sich mit dem künftigen Eigentümer Magna über die geplanten Kosteneinsparungen geeinigt. Die Beschäftigten in Europa seien bereit, pro Jahr 265 Mio. Euro einzusparen. Damit hat der Opel-Verkauf eine wichtige Hürde genommen. Im Gegenzug erhalten die Beschäftigten eine Beteiligung von zehn Prozent an dem neuen Unternehmen und entsprechende Stimmrechte. Sie fordern zudem, dass betriebsbedingte Kündigungen und Werksschliessungen - wenn möglich - vermieden werden.
ÜBERNAHME: Der legendäre US-Investor Warren Buffett wagt mit einer rund 44 Mrd. Dollar schweren Übernahme den grössten Zukauf seiner Firmengeschichte. Seine Holding Berkshire Hathaway schluckt den US-amerikanischen Eisenbahn-Konzern Burlington Northern Santa Fe. Das Geschäft setzte alles auf die Karte einer wirtschaftlichen Erholung der USA. Buffetts Holding besitzt bereits gut ein Fünftel der Eisenbahn-Gesellschaft und kauft das Unternehmen nun komplett. Der Preis beinhaltet auch 10 Mrd. Dollar Schulden.
GEWINNEINBRUCH: Der Autohersteller BMW hat im dritten Quartal überraschend wenig verdient. Unter dem Strich verbuchte der Münchner Konzern einen Überschuss von 78 Mio. Euro, das sind 74 Prozent weniger als vor einem Jahr. Vor Zinsen und Steuern erzielte BMW ein Ergebnis von 55 Mio. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von fast 90 Prozent. BMW war nach monatelangen Verlusten erst im zweiten Quartal 2009 wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt.

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