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Bern (awp/sda/dpa) - Freitag, 02. Juli
PLEITE-REKORD: Als Spätfolge der Finanz- und Wirtschaftskrise schiessen die Konkurse in die Höhe. Im ersten Halbjahr 2010 ging in der Schweiz eine Rekordzahl an Firmen pleite. Die Gläubigervereinigung Creditreform spricht in ihrer Bilanz von einem "traurigen Rekord". Über 3137 Firmen wurde der Konkurs publiziert. Das sind 26,2 Prozent mehr als im Vorjahressemester. Selbst wenn der Effekt aus der Verschärfung des Obligationenrechts herausgerechnet wird, beträgt die Zunahme 18,4 Prozent. Die Auswirkungen der Finanzkrise von 2008 seien damit auch heute noch zu spüren. Denn bis ein Unternehmen in Konkurs gehe, könne es unter Umständen Monate oder gar Jahre nach Eintreten des eigentlichen Grundes dauern, schreibt Creditreform.
MEHR LOHN TROTZ KRISE: Trotz der Wirtschaftskrise haben Schweizer Spitzenmanager im vergangenen Jahr eine kräftige Lohnerhöhung erhalten. Verwaltungsräte und Geschäftsleitungsmitglieder der 49 grössten börsenkotierten Unternehmen verdienten insgesamt 1,27 Mrd. Franken. Das ist ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Besonders gross sei der Aufschlag im Finanzsektor, sagte der Direktor der Anlagestiftung Ethos, Dominique Biedermann bei der Präsentation einer Studie in Zürich. Die Spitzenleute der 13 grössten Banken und Versicherungen hätten 73 Prozent mehr Salär erhalten. Damit hätten die durchschnittlichen Vergütungen in der Finanzwelt wieder das Niveau vor der Krise erreicht. Dagegen seien die Vergütungen in den 36 Unternehmen der Nicht-Finanzwelt lediglich um 2 Prozent gestiegen.
MACHTKAMPF GEHT WEITER: Der Machtkampf bei der Spitalgruppe Genolier geht weiter. Eine ausserordentliche Generalversammlung soll am 16. August über die von Antoine Hubert verlangten Wahlvorschläge für den Verwaltungsrat befinden, wie Genolier am Freitag mitteilte. Hubert hatte nach der turbulenten Generalversammlung vom 9. Juni - er wurde damals entmachtet - umgehend die Einberufung einer ausserordentlichen Aktionärsversammlung verlangt. Der ehemalige Chef will das Ruder wieder an sich reissen. Auch der ehemalige Präsident des Verwaltungsrates, Raymond Loretan, will wiedergewählt werden.
GOODBYE THUN: Das Swiss Economic Forum zieht definitiv nach Interlaken um. Den Ausschlag gaben laut den Organisatoren die Hotelkapazitäten sowie das grössere Sitzplatzangebot im Hauptsaal. Die Stadt Thun, die den Wirtschaftsanlass elf Mal durchführte, hat das Nachsehen. Der Entscheid sei schwer gefallen, teilten die Gründer und Geschäftsführer des SEF mit. Doch ihr wichtigstes Anliegen sei es, den Erfolg des Forums nachhaltig zu sichern und so Vorteile für das Berner Oberland als Region zu schaffen. In Interlaken finden zumindest die nächsten drei Ausgaben des SEF statt.
NESTLE BAUT IN AFRIKA: Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé will in den kommenden drei Jahren 150 Mio. Fr. in Äquatorialafrika investieren. In Angola, der Demokratischen Republik Kongo und in Mozambik sollen neue Fabriken gebaut und bestehende Produktionsstätten erweitert werden. Das Vertriebsnetz werde um 13 neue Verteilzentren ausgebaut, teilte Nestlé mit. Dabei würden 750 neue Stellen geschaffen und die Zahl der in der Region beschäftigten Mitarbeiter mehr als verdoppelt.
LUFTHANSA WILL NEUE JETS: Die Swiss-Muttergesellschaft Lufthansa treibt den Umbau ihrer Regionalflugflotte voran. Die Airline hat für ihre Regionaltöchter acht neue Flugzeuge bestellt, wie sie mitteilte. Die Auslieferung ist im ersten Halbjahr 2011 geplant. Laut Boeing beträgt der Listenpreis für die Maschinen vom Typ Bombardier CRJ 900 NextGen rund 317 Mio. Dollar. Die Lufthansa trennt sich im Rahmen des Umbaus ihres Regionalverkehrs von kleineren Flugzeugen mit 50 oder 70 Sitzen, die sie auf Kurzstrecken nicht mehr wirtschaftlich betreiben kann.
EU-FINANZMARKTSTEUER BLEIBT EIN THEMA: Die Finanztransaktionssteuer bleibt trotz Ablehnung beim G-20-Gipfel auf der EU-Agenda. Die Kommission kündigte in Brüssel an, bis Herbst eine Analyse zum Thema Europäische Finanzsteuer vorzulegen. Dabei gehe es um verschiedene Optionen. Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte, bei den G-20 sei er zwar nicht auf grosse Gegenliebe mit dem Plan einer Finanztransaktionssteuer gestossen, doch werde man jetzt prüfen, wie es weitergeht. Der belgische Ministerpräsident Yves Leterme meinte, eine globale Finanztransaktionssteuer sei heute zwar nicht vorstellbar, aber "das Glas ist nicht halbleer, sondern halbvoll".
WENIGER BESCHÄFTIGTE: Rückschlag für die US-Wirtschaft: Die Zahl der Beschäftigten sank im Juni erstmals in diesem Jahr. Sie nahm um 125'000 ab, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Das war der stärkste Rückgang seit Oktober 2009. Die Arbeitslosenquote sank dennoch auf 9,5 von 9,7 Prozent. Mit dem Stellenabbau schwinden auch die Chancen für eine kräftigen Aufschwung in der weltgrössten Volkswirtschaft. Sie hängt zu 70 Prozent vom privaten Konsum ab. Die Wirtschaftskrise hatte mehr als acht Millionen Amerikanern den Job gekostet.
GM SETZT AUF VOLT: General Motors rechnet mit einer grossen Nachfrage nach seinem Elektroauto Volt. Während im ersten vollen Produktionsjahr 2011 10'000 Wagen vom Band rollen sollen, sind für 2012 bereits 30'000 Stück geplant, sagte Volt-Marketingchef Tony DiSalle am Donnerstag. Der Verkauf des Autos startet Ende des Jahres in ausgesuchten Regionen, darunter New York City und Washington DC. Das Vertriebsnetz soll aber schnell auf die gesamten USA ausgeweitet werden. In Europa kommt der Volt 2011 als Opel Ampera auf den Markt. GM hat viel Geld in neue Fertigungsanlagen gesteckt und will auf mittlere Sicht sogar die Elektromotoren für den Volt selbst bauen. Die eigene Batteriefertigung startete schon.
BLAUER MOZZARELLA: Wegen eines blau anlaufenden Mozzarellas muss das Milchwerk Jäger im oberbayerischen Haag seine Produktion des Käses bis auf Weiteres einstellen. Grund für die Verfärbung, die nach dem Öffnen der Verpackung auftritt, sind vermutlich Bakterien. Zunächst müsse nun herausgefunden werden, woher diese Bakterien stammten, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit. Erst wenn die Qualität des Mozzarella gesichert sei, könne die Firma die Produktion wieder aufnehmen. In den vergangenen Wochen war mehr als eine Tonne des blau anlaufenden "Schlumpf"-Mozzarellas in Italien beschlagnahmt worden. Konsumenten hatten dort berichtet, der Käse sei direkt nach Öffnen der Packung blau angelaufen. Das Unternehmen widersprach der Kommission. "Die Produktion geht weiter", sagte ein Berater des Unternehmens. Es handle sich um "kein gefährliches Bakterium". Alle Untersuchungen von Behörden hätten bestätigt, dass nicht fehlendes Qualitätsmanagement Schuld an der Verfärbung trage.

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