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Bern (awp/sda) - Mittwoch, 14. Juli
OPTIMISTISCHE PROGNOSEN: Die Schweizer Wirtschaft wächst gemäss der Credit Suisse dieses Jahr stärker als erwartet. Die Bank erhöhte ihre Prognose vom März für das Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 0,9 auf 1,8 Prozent. 2011 dürfte das BIP jedoch nur um 1,2 statt um 2,0 Prozent zulegen. Die besseren Aussichten für dieses Jahr begründet die Bank unter anderem mit den enorm schnell gestiegenen Exporten und dem stabilen privaten Konsum. Optimistischer als die CS ist die UBS. Sie hat ihre Prognosen bekräftigt und stellt für dieses und nächstes Jahr ein Plus von 2,5 beziehungsweise 2,1 Prozent in Aussicht. Zudem entwickle sich auch der Arbeitsmarkt sehr erfreulich: Die Arbeitslosenrate betrage 3,9 Prozent im 2010 und 3,4 Prozent im nächsten Jahr. Die Inflationsrate werde im 2010 1,0 Prozent erreichen und im 2011 auf 1,5 Prozent ansteigen.
MILDERES URTEIL: In einem der grössten Betrugsfälle der Schweiz hat das Zürcher Obergericht im Berufungsprozess das Strafmass für den Hauptangeklagten gesenkt. Der ehemalige Direktor der Bank Leumi erhielt eine Freiheitsstrafe von fünfeinhalb statt acht Jahren. Angeklagt war der heute 58-jährige Ex-Banker wegen Veruntreuung von Kundengeldern in der Zeit zwischen Ende 1993 und Dezember 2000. Das Bezirksgericht verurteilte ihn ausserdem wegen Betrug, Misswirtschaft, mehrfacher Urkundenfälschung und Erschleichung einer falschen Beurkundung. Die Staatsanwaltschaft ging von einem Schaden von 150 Millionen Franken aus. Das Bezirksgericht Zürich bezifferte im ersten Prozess im Jahr 2008 die Schadenssumme auf über 100 Millionen Franken. Laut dem Verteidiger des Angeklagten betrug der Schaden lediglich 20 Millionen Franken. Anders als vor dem Bezirksgericht hat der Angeklagte vor dem Obergericht umfassend gestanden. Ausserdem entschuldigte er sich bei seinen Opfern. Es sei nicht seine Absicht gewesen, jemandem finanziell zu schaden.
MEHR WERBUNG: Mit der Werbung geht es dank der Fussball-WM weiter bergauf. Die Werbeausgaben im ersten Halbjahr verbesserten sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 7,4 Prozent auf 2 Mrd. Franken. Im Juni stiegen die Werbeausgaben im Vergleich zum Vorjahr gar um 13,6 Prozent auf 348 Mio. Franken. Beim Medium Fernsehen allein sei im Juni eine Zunahme der Werbeausgaben von 17,3 Prozent verzeichnet worden. Nach Branchen unterteilt legte die Unterhaltungselektronik- und Fotobranche um 49,7 Prozent zu, das Branchentotal beläuft sich auf 10,8 Mio. Franken. Rund 3,7 Mio. Fr. davon entfallen allein auf Fernseh-Geräte.
SCHÄRFERE VORGABEN: Die Finanzmarktaufsicht (FINMA) und das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) wollen die Eigenmittelvorschriften der Banken für deren Handelsgeschäfte verschärfen. Als weitere Konsequenz aus der Finanzkrise sollen auch die Klumpenrisiken im Interbankenhandel stärker limitiert werden. FINMA und SIF stützen sich dabei auf die Standards des Basler Ausschusses und der EU. Die Finanzkrise habe deutlich vor Augen geführt, dass die Eigenmittelunterlegung der Banken für Handelsgeschäfte und Verbriefungen viel zu gering gewesen sei, schreibt die FINMA in einer Mitteilung in Anspielung auf die geplatzte Subprime-Immobilienblase in den USA.
GRÖSSERER BRUTTOGEWINN: Die Migros Bank hat im ersten Halbjahr 2010 deutlich zugelegt. Der Bruttogewinn stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 24,8 Prozent auf 159,6 Mio. Franken. Das Betriebsergebnis, das neben dem Steueraufwand auch die Abschreibungen berücksichtigt, legte um 22,7 Prozent auf 142,4 Mio. Fr. zu. Den Reingewinn gab die Migros Bank nicht bekannt. Das Zinsengeschäft, der wichtigste Ertragspfeiler der Migros Bank, wuchs um 3,5 Prozent auf 231,9 Mio. Franken. Damit konnte die Wachstumsrate von 3,0 Prozent in der Vorjahresperiode übertroffen werden.
GESTEIGERTER REINGEWINN: Die Bank Coop hat im ersten Halbjahr 2010 den bereinigten Reingewinn um 0,7 Prozent leicht auf 36,9 Mio. Franken gesteigert, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Berücksichtigt man die IT-Kosten, stieg der Reingewinn um 24,6 Prozent auf 25,9 Mio. Franken. Der Bruttogewinn ohne IT-Migrationskosten war hingegen leicht rückläufig. Er sank um 1,6 Prozent auf 46,6 Mio. Franken. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft sei wegen des unveränderten Margendrucks um 2,2 Prozent auf 73,8 Mio. Fr. zurückgegangen.
WARNUNG VOR TALENTMANGEL: Der Schweiz droht nach der Rezession ein Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften. Der Stellenvermittler Manpower warnt bereits jetzt vor einem austrocknenden Arbeitsmarkt. Spezialisten fänden sich vor allem im Ausland. Dank der hohen Migrationsrate seien in der Schweiz mehr potenzielle Arbeitskräfte verfügbar: "Wir müssen ehrlicherweise sagen, dass wir in gewissen Branchen nicht mehr ohne Einwanderer arbeiten könnten", sagte Urs Schüpbach, seit April Chef von Manpower Schweiz, an einem Mediengespräch in Zürich. Gespräche mit grossen Schweizer Firmen hätten gezeigt, dass nun nach der Krise sehr schnell neue Leute gebraucht würden.
ZURÜCKHALTUNG BEI DEN KONSUMENTEN: Die Kaufzurückhaltung der Konsumenten lässt Zweifel am Aufschwung der US-Wirtschaft aufkommen. Die Detailhändler in den USA nahmen im Juni 0,5 Prozent weniger ein als im Vormonat. Analysten hatten lediglich ein Minus von 0,2 Prozent erwartet, nachdem die Umsätze bereits im Mai um 1,1 Prozent geschrumpft waren. Vor allem für Fahrzeuge gaben die Konsumenten weniger Geld aus. Das schwache Ergebnis ist aber teilweise den niedrigeren Benzinpreisen geschuldet. Die geringe Kauflust der Amerikaner ist ein weiterer Rückschlag für die weltgrösste Volkswirtschaft, die sich langsamer als erwartet von der schwersten Rezession seit den 30-er Jahren erholt. Im Juni war die Zahl der Beschäftigten um 125'000 und damit erstmals in diesem Jahr geschrumpft.
STABILE PREISE: Die Konsumenten in der Euro-Zone können sich über stabile Lebenshaltungskosten freuen: Die Konsumentenpreise lagen im Juni exakt auf demselben Niveau wie im Vormonat. Auf Jahressicht zogen die Preise allerdings um 1,4 Prozent an. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Analysten hatten mit diesem Anstieg gerechnet. Damit liegt der Preisdruck klar unter der von der Europäischen Zentralbank (EZB) angepeilten Inflationsmarke von knapp unter zwei Prozent.
KLAGE GEGEN eBAY: Das Internet-Auktionshaus eBay sieht sich in den USA mit einer Milliardenklage konfrontiert. Das Unternehmen XPRT Ventures verlangt von eBay die Zahlung von 3,8 Mrd. Dollar wegen der Verletzung von Patenten. Der Kläger beschuldigt eBay, ein von ihm geschütztes Verfahren für Online-Bezahlsysteme einzusetzen, das auch von PayPal verwendet wird. Der Online-Bezahldienst PayPal wurde 2002 von eBay übernommen.
ANDERE UNFALLURSACHEN: Erste Untersuchungsergebnisse zur Pannenserie bei Toyota scheinen den japanischen Autohersteller zu entlasten. Demnach sind viele Fahrer in heiklen Situationen aufs Gas statt auf die Bremse gestiegen, was zu zahlreichen Unfällen mit Toten führte. Technische Defekte waren die Ausnahme. Das berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf noch laufende Studien. Bislang hat die US-Behörde für Verkehrssicherheit nach Angaben der Zeitung nur einen einzigen Fall sicher ausmachen können, bei dem eine rutschende Fussmatte das Gaspedal verklemmte und zu einem Unfall führte.
URTEIL GEGEN TOPMANAGER: Im Zusammenhang mit der Finanzkrise ist erstmals ein Top-Banker in Deutschland verurteilt worden. Das Landgericht Düsseldorf verhängte gegen den Ex-Chef der Bank IKB, Stefan Ortseifen eine zehnmonatige Bewährungsstrafe und eine Geldauflage von 100'000 Euro wegen vorsätzlicher Marktmanipulation. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er die Lage der IKB kurz vor deren Milliarden-Desaster in einer Pressemitteilung im Juli 2007 irreführend beschönigt habe.
GRÜNES LICHT FÜR FUSION: Die Fluggesellschaften British Airways und Iberia dürfen sich zu einer der grössten Airlines der Welt zusammenschliessen. Die Europäische Kommission stimmte dem Vorhaben zu. Mit dem Zusammenschluss rückt die neue Gruppe mit dem Namen International Airlines Group den europäischen Riesen Air France-KLM und Lufthansa entscheidend näher. Die neue Gruppe soll mit rund 400 Maschinen 200 Ziele anfliegen und 58 Millionen Passagiere pro Jahr befördern. Durch die Fusion peilen die Unternehmen Einsparungen von jährlich rund 400 Mio. Euro an.

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