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Bern (awp/sda) - Montag, 26. Juli
GEDÄMPFTE HOFFNUNGEN: Die Finanzchefs der Schweizer Unternehmen sehen die nahe Zukunft nicht mehr so positiv wie noch im Frühling: 17 Prozent der in einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte befragten Finanzchefs erwarten eine düstere Konjunkturentwicklung. Bei der Umfrage im März waren erst 2 Prozent so pessimistisch eingestellt. Nicht gerade rosig sehen die Rechnungsverantwortlichen insbesondere die finanzielle Entwicklung ihres eigenen Unternehmens: Nur gerade 30 Prozent rechnen mit einer positiven Entwicklung. Vor drei Monaten war dies noch bei mehr als der Hälfte der Fall. Für die Finanzchefs stellt speziell die Schuldenkrise in der Euro-Zone eine Gefahr für die Konjuntur dar.
ZURÜCKHALTUNG AN DER BÖRSE: Nach der Veröffentlichung der Stresstest-Ergebnisse für europäische Banken haben sich die Anleger auffallend zurückgehalten. Die Ruhe an den Märkten stand in keinem Verhältnis zur Aufregung im Vorfeld der Publikation. Da beim Stresstest Überraschungen ausgeblieben seien, wirkten die Anleger ein wenig richtungslos, sagte ein Händler. Die Investoren interessierten sich daher wieder verstärkt für die US-Konjunkturdaten und Quartalsabschlüsse, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. An der Schweizer Börse legten die beiden Grossbanken am Montag zu: UBS gewannen bis am frühen Nachmittag in einem insgesamt negativen Gesamtmarkt um 0,8 Prozent und gehörten damit zu den grössten Gewinnern, Credit Suisse avancierten um 0,4 Prozent.
GELDSPRITZE NÖTIG: Die Westschweizer Spitalgruppe Genolier Swiss Medical Network (GSMN) braucht Geld. Die französische Spitalgruppe Vitalia ist für eine Geldspritze bereit, falls GSMN die Querelen im Aktionariat bereinigt. Nicht bekannt ist, wie gross das beabsichtigte Engagement der Vitalia ist. Trotzdem zeigte die Aussicht auf Unterstützung durch die zweitgrösste französische Privatspitalgruppe offensichtlich Wirkung: Der weggeputschte Konzernchef und Verwaltungsrat Antoine Hubert und die US-Beteiligungsgesellschaft Lincoln Vale legten ihren wochenlangen Streit bei, wie die beiden Grossaktionäre mitteilten. Sie halten zusammen 30 Prozent der Aktien und bilden fortan eine Aktionärsgruppe.
MEHR ZIGARILLOS IN DER KRISE: Im ersten Halbjahr hat Villiger 480 Millionen Glimmstängel abgesetzt, 46,5 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Der Grund: Im Ausland greifen immer mehr Zigarettenraucher zur Zigarillo - weil sie günstiger ist. Das in Pfeffikon LU ansässige Familienunternehmen rechnet damit, im gesamten Jahr 2010 erstmals über eine Milliarde Zigarren und Zigarillos zu verkaufen, wie es mitteilte. 2009 waren es 770 Millionen Stück gewesen. Ein grosses Wachstum erzielte Villiger im ersten Halbjahr vor allem in Deutschland und Spanien dank neuen Zigarillo-Produkten, wie Geschäftsführer Marcel Ziltener sagte.
STÄRKERES STATISTIKAMT: Als Folge der griechischen Schuldenkrise hat die EU die Befugnisse des Statistikamts Eurostat gestärkt. Mit den neuen Regeln kann die Behörde bei Ländern mit übermässig hohen Staatsdefiziten künftig die Korrektheit der nach Brüssel gemeldeten Staatsrechnungen prüfen. Dies gelte für Fälle, "in denen eindeutig signifikante Risiken oder Probleme im Hinblick auf die Qualität der Daten festgestellt wurden", hiess es in dem Beschluss der EU-Aussenminister. Das Votum am Montag in Brüssel war nach einer Einigung im Finanzministerrat am 6. Juni nur noch eine Formalie. Mehr Befugnisse für Eurostat war zuvor eine höchst umstrittene Angelegenheit gewesen. Viele Staaten wollten sich bei ihrer Budgetplanung nicht in die Karten schauen lassen.
ZUVERSICHT VOR ERWARTETEM RÜCKTRITT: Der sich abzeichnende Wechsel an der BP-Spitze hat den Aktien des Ölkonzerns Schub gegeben. Das Papier stieg an der Londoner Börse um bis zu knapp 3 Prozent auf 410.35 Pence. Der bisherige Konzernchef Tony Hayward war wegen seiner Handhabung der Ölpest im Golf von Mexiko vor allem in den USA massiv unter Druck geraten. Der Börsenwert des Konzerns brach seit dem Untergang einer Ölbohr-Plattform vor der US-Küste um 40 Prozent ein. Am Wochenende haben sich die Anzeichen verdichtet, dass Hayward in Kürze seinen Rücktritt bekannt geben wird.
NEUE HOFFNUNG: Die Opfer des Wall-Street-Betrügers Bernard Madoff können wieder hoffen. Der vom Gericht bestellte Treuhänder Irving Picard will diejenigen Investoren des Schneeballsystems zur Kasse bitten, die unterm Strich Gewinn gemacht haben. Nach Picards Schätzung sind das 2000 Leute - der Hälfte von ihnen droht er jetzt mit einer Klage. "Die Leute, die Geld gemacht haben - die am Ende mehr hatten - haben sich auf Kosten der anderen bereichert", begründete Picard sein Vorgehen gegenüber dem "Wall Street Journal" (Montagsausgabe). Für seine Klagen hat er bis Dezember Zeit, dann jährt sich der Zusammenbruch von Madoffs 60 Mrd. Dollar schwerem Schneeballsystem zum zweiten Mal.
BELIEBTE MIKROKREDITE: Der grösste indische Mikrokredit-Finanzierer SKS Microfinance will an die Börse gehen, um mehr Geld vergeben zu können. Die Ausgabe der Aktien werde bis zu 350 Mio. Dollar bringen, erklärte das im südindischen Hyderabad angesiedelte Unternehmen. Dies werde es erlauben, SKS auszubauen. SKS will 22 Prozent seiner Anteile an die Börse bringen, den Grossteil davon sollen institutionelle Investoren übernehmen. SKS wurde 2003 gegründet und betreibt mehr als 2000 Filialen in 19 indischen Bundesstaaten. Seit der Gründung liehen sieben Millionen Menschen Kleinstbeträge bei der Bank. Die Kreditnehmer zahlen ihre Darlehen wöchentlich zurück, die Rückzahlrate liegt bei 99 Prozent.

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