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Bern (awp/sda) - Montag, 2. August
AUFSCHWUNG AUCH BEI DEN LÖHNEN: Für den Arbeitnehmerverband Travail.Suisse steht die Lohnrunde 2011 im Zeichen der sich erholenden Wirtschaft: Zusammen mit den angeschlossenen Gewerkschaften fordert Travail.Suisse Erhöhungen im tiefen einstelligen Prozentbereich und den Teuerungsausgleich. Bei einem erwarteten Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent für das laufende Jahr lägen Lohnerhöhungen drin, sagte Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. Schon für 2010 hätten die Angestellten einen Reallohnverlust hinnehmen müssen, hielt Blank fest. Reale Lohnerhöhungen müssten deshalb nun dringend den privaten Konsum stützen, damit die Kaufkraft die Wirtschaft ankurbeln könne. Die Gewerkschaften Syna und transfair, die Travail.Suisse angehören, wollen konkret mit Forderungen nach 0,5 bis 3 Prozent höheren Löhnen in die Verhandlungen steigen. Zudem pochen die Arbeitnehmervertreter auf einen vollen Teuerungsausgleich. Dieser dürfte sich auf 1,1 Prozent belaufen.
BESCHÄFTIGUNG AUF VORKRISENNIVEAU: Die Lage am Schweizer Arbeitsmarkt entwickelt sich in den meisten Branchen positiv: Im vierten Quartal dürften die Unternehmen wieder vermehrt Mitarbeiter einstellen, prognostizieren die Ökonomen der ETH Zürich. Den grössten Sprung machen die Banken und der übrige Dienstleistungssektor. Von allen untersuchten Wirtschaftszweigen wird es gemäss dem Beschäftigungsindikator der Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) nur im Gastgewerbe weiter zu Stellenabbau kommen. Im Juli 2010 lag der Indikator bei 11,2 Zählern und damit wieder auf dem Niveau der Vorkrisen-Zeit im dritten Quartal 2008. Der Zuwachs zwischen April und Juli von 7,4 Punkten sei der höchste seit Beginn der Erhebung im Herbst 2007, merkten die KOF-Ökonomen an.
LIEFERENGPÄSSE IN DER INDUSTRIE: Die Schweizer Industrie produziert kräftig, während sie sich weiter von ihrer tiefen Krise erholt. Die Kapazitäten waren im Juli so stark ausgelastet, dass bereits Lieferengpässe auftreten, wie der Einkaufsleiter-Index (PMI) vom Juli deutlich macht. Die Produktion erreicht annähernd wieder das Niveau von Mitte 2006, während sich auch die Auftragsbestände, zwar leicht abgeschwächt, im vergangenen Monat immer noch auf hohem Niveau befanden. Der saisonbereinigte PMI erreichte im Juli mit 66,9 Zählern (+1,2 Punkte) einen historischen Höchststand. Vorsichtig sind die Unternehmen aber weiter beim Einkauf und vor allem bei der Beschäftigung: Die Einstellung von Arbeitskräften habe sich verlangsamt, teilten der Verband für Materialwirtschaft und Einkauf (SVME) und die Credit Suisse mit, die den PMI monatlich erstellen.
WENIGER IN DEN KASSEN DER HÄNDLER: Die Schweizer Konsumenten haben im Juni ihre Einkäufe leicht reduziert. Die Detailhändler meldeten im Vergleich mit dem Vorjahresmonat einen Umsatzrückgang um 0,7 Prozent. Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) weiter mitteilte, sanken im Fussball-WM-Monat die Verkäufe von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren um 0,2 Prozent. Bei Nicht-Nahrungsmitteln (ohne Treibstoffe) betrug der Umsatzrückgang 0,5 Prozent. Werden die Umsätze um die Teuerung bereinigt, resultiert gesamthaft eine Zunahme um 0,9 Prozent.
PANALPINA ERZIELT VERGLEICH: Der Basler Transport- und Logistikkonzern Panalpina zahlt im Rahmen eines Vergleichs mit den US-Behörden 375'000 Dollar. Ein ehemaliger Mitarbeiter soll Bewirtungskosten von Angestellten eines Kunden übernommen haben. Dies geschah im Rahmen eines von der amerikanischen Regierung betriebenen Programmes erfolgt sein. Deswegen sei Zivilklage eingereicht worden. Der Grund für die vergleichsweise tiefe Bussensumme liege in der Bereitschaft von Panalpina, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Eine interne Untersuchung habe ergeben, dass alle Mitarbeiter, die in "unzulässige Aktivitäten" involviert waren, die Firma verlassen hätten.
NESTLÉ ÜBERNIMMT VITAFLO: Nestlé steigt ins Geschäft mit Nahrungsmitteln ein, die speziell auf Menschen mit vererbten Stoffwechselkrankheiten zugeschnitten sind. Sie übernimmt dazu für einen nicht genannten Preis die in Liverpool ansässige Firma Vitaflo. Die Herstellerin von klinischen Ernährungsprodukten erwirtschafte einen Jahresumsatz von rund 40 Mio. Franken, teilte Nestlé mit. In den vergangenen drei Jahren habe Vitaflo ein Wachstum von rund 30 Prozent erzielt. Die Produkte sind unter anderem für Menschen die an Phenylketonurie (Störung des Aminosäurestoffwechsels) oder der Ahornsirupkrankheit leiden.
GEGEN NOVARTIS-VERTRETER: Der Kampf von Minderheitsaktionären des Augenheil-Konzerns Alcon gegen das als zu tief taxierte Kaufangebot von Novartis geht weiter. Wie der Ausschuss unabhängiger Verwaltungsräte von Alcon mitteilte, empfehlen die Beratungsunternehmen RiskMetrics und Glass Lewis den Minderheitsaktionären, gegen die Zuwahl von fünf Novartis-Vertretern in den Verwaltungsrat zu stimmen. Die Wahl ist für die ausserordentliche Generalversammlung vom 16. August traktandiert.
METRO ZUVERSICHTLICHER: Der deutsche Handelsriese Metro blickt nach einem leichten Umsatzzuwachs optimistischer in die Zukunft und will seine Investitionen aufstocken. Beim Gewinn nach Anteilen Dritter musste der Konzern im abgelaufenen Quartal aber einen Rückgang von 52 auf 44 Mio. Euro hinnehmen. Der Umsatz stieg dagegen leicht von 15,3 Mrd. auf 15,7 Mrd. Euro, wie Deutschlands grösster Handelskonzern mitteilte. Konzernchef Eckhard Cordes sagte, der Trend einer wirtschaftlichen Erholung verfestige sich. Das Investitionsbudget für 2010 stockte er von 1,9 auf 2,1 Mrd. Euro auf.
TNT ENTTÄUSCHT: Der niederländische Logistik-Konzern TNT hat wegen hoher Umstrukturierungskosten Einbussen verkraften müssen. Im zweiten Quartal fiel der operative Gewinn zum Vorjahr von 178 auf 55 Mio. Euro. Darin enthalten sind Rückstellungen in Höhe von 168 Millionen Euro für einen Sparplan. Indes stieg der Umsatz von 2,528 auf 2,771 Mrd. Euro. Besonders enttäuschte die Express-Sparte. Die beiden TNT-Sparten Express und Brief sollen nun vollständig voneinander getrennt werden.
VOLVO DEFINITIV CHINESISCH: Der schwedische Auto-Produzent Volvo ist endgültig in chinesischer Hand. Der aufstrebende Autobauer Geely überwies den Kaufpreis an den bisherigen Besitzer Ford. Die Chinesen zahlten 1,3 Mrd. Dollar in bar und legten eine Anleihe über 200 Mio. Dollar oben drauf. Später im Jahr schauen beide Seiten, ob weiteres Geld fliesst. Ford rechnet mit einer Nachbesserung. Die Amerikaner und Chinesen hatten den Kaufvertrag im März unterzeichnet. Der damals angegebene Gesamtwert lag bei 1,8 Mrd. Dollar.
HSBC VERDOPPELT GEWINN: Europas grösste Bank HSBC hat ihren Gewinn dank sinkender Belastungen aus faulen Krediten mehr als verdoppelt. Vor Steuern betrug das Plus im ersten Halbjahr 11,1 Mrd. Dollar nach 5 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Belastungen durch schlechte Kredite sowie Rückstellungen für Risikokredite gingen in den sechs Monaten bis Ende Juni um 6,4 Mrd. Dollar auf 7,5 Mrd. Dollar zurück. Dies sei das niedrigste Niveau seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008.

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