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Bern (awp/sda) - Donnerstag, 7 April
ZINSERHÖHUNG: Mit dem ersten Zinsschritt seit fast zwei Jahren hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Politik des extrem billigen Geldes beendet. Der Leitzins steigt um 0,25 Punkte auf 1,25 Prozent, um der seit Monaten anziehenden Inflation Einhalt zu gebieten. Mit ihrer Zinserhöhung hakt die EZB die Finanzkrise ab. Auf die Schuldenländer am Rande der Euro-Zone nimmt sie dabei keine Rücksicht. Die Währungshüter liessen sich auch nicht dadurch abbringen, dass mit Portugal diese Woche das dritte Euro-Land Europa um Finanzhilfe bat. Für die schwächelnde Konjunktur in hoch verschuldeten Ländern am Rand der Euro-Zone wie Irland, Griechenland und Portugal könnte die Zinserhöhung Gift sein. Die Wirtschaft dieser Länder ächzt bereits unter Sparprogrammen. Höhere Zinsen verteuern Kredite. Nach dem EZB-Entscheid rechnen Ökonomen nun auch mit einem Zinsanstieg in der Schweiz.
WACHSTUM: Nach dem starken Wachstum vom vergangenen Jahr hat die Welthandelsorganisation (WTO) für dieses Jahr ein weltweites Exportwachstum von 6,5 Prozent vorausgesagt. Die zahlreichen Krisenherden machten eine Prognose indes schwierig. Ans Rekordjahr 2010 wird das Laufende nicht anknüpfen können. 2010 haben die weltweiten Exporte um 14,5 Prozent zugelegt. Das ist der höchste gemessene Wert seit der Datenerhebung 1950.
LOHNSTEIGERUNG: Die Löhne in der Schweiz sind im vergangenen Jahr durchschnittlich um 0,8 Prozent gestiegen. Das ist die geringste Zunahme seit 1999. Zudem wurde die Lohnerhöhung fast gänzlich von der Teuerung neutralisiert. Angesichts der Jahresteuerung von 0,7 Prozent blieb trotz Wirtschaftsbooms real nur 0,1 Prozent mehr. Im Vorjahr war der Reallohn angesichts der Minusteuerung sogar um 2,6 Prozent gestiegen.
GUTES EXPORTGESCHÄFT: Trotz der starken Schweizer Währung sehen die Aussichten für die im Export tätigen KMU gut aus. In den nächsten Monaten dürften die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sogar mehr ins Ausland verkaufen als zuletzt, wie zwei Umfragen ergaben. Der Exportbarometer der Credit Suisse (CS) notiert auf einem letztmals im Jahr 2000 erreichten Stand. Die Nachfrage aus dem Ausland dürfte somit in den nächsten Monaten stark bleiben. Ein ähnlich positives Bild zeigt die Umfrage der Aussenwirtschaftsförderin OSEC: Die über 200 befragten KMU schätzen die aktuelle Situation im Export sowie die jüngste Entwicklung ähnlich gut ein wie in der Umfrage vom letzten Quartal: Auf der Umfragenskala werden 69,7 Punkten erreicht (Vorquartal: 70,6), wobei ein Wert über 50 Punkten steigende Exporte signalisiert. Laut OSEC profitieren alle Branchen; besonders optimistisch sind der Maschinenbau sowie Elektrotechnik- und Dienstleistungsunternehmen.
STANDORTWETTBEWERB: Die Kantone Zug und Zürich sind erneut die attraktivsten Standorte der Schweiz mit deutlichem Abstand vor dem Aargau. Nach dem Taucher im Vorjahr hat Genf Platz vier zurückerobert. Die unattraktivsten Standorte bleiben die Kantone Jura, Neuenburg und Wallis. Unangefochtener Spitzenreiter im veröffentlichten Standortqualitätsindikator der Credit Suisse ist auch in diesem Jahr Zug. Für den Zentralschweizer Kanton spricht die tiefe Steuerbelastung, der allgemeine Ausbildungsstand der Bevölkerung, die Verfügbarkeit von Hochqualifizierten und die gute Verkehrsanbindung.
INDIEN-REISE: Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat zum Beginn seines dreitägigen Besuches in Indien angekündigt, er strebe bis Ende Jahr ein Freihandelsabkommen mit dem Land an. Das Abkommen werde im Rahmen der Efta geschlossen. Die Verhandlungen würden intensiviert. Der indische Handels- und Industrieminister Anand Sharma erklärte vor der mit dem Wirtschaftsminister mitgereisten Wirtschaftsdelegation und Mitgliedern der indischen Industrie- und Handelskammer, auch Indien habe Interesse an einem Freihandelsabkommen. Er machte aber keinen Hehl daraus, dass er bilateralen Abkommen ein multilaterales vorziehen würde. Die Doha-Runde der WTO müsste endlich abgeschlossen werden und traditionelle Diskriminierungen Indiens beseitigen.

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