Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

BERN (awp/sda) - Dienstag, 17. Mai
ATHEN SOLL MIT SANIERUNG ERNST MACHEN: Die Geduld mit dem Pleitekandidaten Griechenland nähert sich dem Ende. Mit deutlichen Worten fordert die EU Athen auf, die Hausaufgaben zu machen und noch mehr zu sparen. Bei Privatisierungen sei Griechenland in Verzug. Eine "Umschuldung light" wird aber nicht mehr ausgeschlossen. Zudem ebneten die EU-Finanzminister den Weg zu einer Regulierung hoch spekulativer Finanzprodukte. Die Regeln für sogenannte Leerverkäufe, also ungedeckte Wetten auf Kursschwankungen, sollen transparenter gemacht werden. Deutschland scheiterte aber mit seiner Forderung für befristete Verbote ungedeckter Leerverkäufe. Die schärferen Transparenzregeln sollen auch für den Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) gelten.
GOLD VERKAUFT: US-Star-Investor George Soros hat im ersten Vierteljahr 2011 fast seine gesamten Gold-Bestände im Wert von knapp 800 Mio. Dollar verkauft. Einige andere grosse US-Investoren - etwa Eric Mindich und Paul Touradji - zogen sich ebenfalls aus dem Edelmetall zurück. Der bekannte Gold-Optimist John Paulson hielt dagegen an Gold fest, wie aus Meldungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Soros hatte die Preisentwicklung beim Gold schon Anfang 2010 als die "ultimative Blase" bezeichnet.
RÜCKSCHLAG FÜR BP: Die Ölkonzerne Rosneft und BP haben den ursprünglichen Plan einer Kooperation zur Ausbeutung der Ölreserven in der Arktis begraben. Gescheitert ist das Vorhaben am AAR-Konsortium, dem Partner von BP beim Russland-Joint-Venture TNK-BP. Die vier Milliardäre, welche das Konsortium bilden, kämpfen erbittert gegen die Kooperation von BP mit Rosneft, weil sie sich übergangen fühlen. Sie bestanden darauf, dass nicht BP selbst, sondern TNK-BP mit Rosneft in der Arktis Öl fördern soll.
MILLIONENSTRAFE GEGEN SAP: Der deutsche Software-Riese SAP muss wegen einer Patentverletzung 345 Mio. Dollar Strafe an die US-Firma Versata Software zahlen. Konkret betrifft das Patent eine Bürosoftware, mit der Preise schneller ermittelt werden können. Versata hatte ursprünglich bereits im August 2009 138,6 Mio. Dollar zugesprochen bekommen. Das Urteil war aber aufgehoben worden, der Richter beantragte eine Neuaustragung des Prozesses.
WINKLEVOSS-ZWILLINGE GEBEN NICHT AUF: Die Winklevoss-Zwillinge, die Mark Zuckerberg vorwerfen, ihnen die Idee für das Online-Netzwerk Facebook gestohlen zu haben, wollen jetzt vor das Oberste Gericht der USA ziehen. Am Montag hatten Tyler und Cameron Winklevoss noch eine Schlappe erlitten: Ein Berufungsgericht lehnte es ab, sich noch einmal mit ihrem Fall zu beschäftigen.
WAL-MART IM HEIMMARKT UNTER DRUCK: Der weltgrösste Detailhändler Wal-Mart kämpft angesichts der unsicheren Wirtschaftslage auf seinem Heimatmarkt USA weiter mit einem Kundenschwund. Die Umsätze sanken dort zum Jahresauftakt das achte Quartal in Folge, dieses Mal um 1,1 Prozent. Weltweit stiegen die Verkäufe um 4,4 Prozent auf 103,4 Mrd. Dollar.
PC-ABSATZ EINGEBROCHEN: Tablet-Computer wie Apples iPad reissen ein Loch in den PC-Markt in Westeuropa. Im ersten Quartal sackte der Absatz der Notebooks und Desktop-Computer im Jahresvergleich um 17,8 Prozent auf 14,7 Millionen Geräte ab, wie die Marktforscher von Gartner berichteten. Apple konnte hingegen gegen den Trend um zehn Prozent zulegen und stieg dadurch unter die fünf grössten Computerhersteller auf.
PRODUKTION UMSTELLEN: Sechs Wochen nach der Ankündigung der Schliessung der Papierfabrik Biberist SO mit 550 Arbeitsplätzen geben sich die Angestellten kämpferisch. Sie wollen das Werk retten, indem sie die Produktion von Fein- auf Verpackungspapier umstellen. Verpackungspapier wie Faltschachtelkarton gehöre zu den Wachstumsmärkten, sagte Daniel Scholz, Leiter der Abteilung Produktion, vor den Medien. Der Bedarf sei nicht gedeckt. Die Umstellung ist nötig, da der südafrikanische Mutterkonzern Sappi im März ein Konkurrenzverbot über die Fabrik verhängt hatte. Wer die Fabrik übernimmt, darf kein gestrichenes Feinpapier produzieren. Von 25 angeschriebenen Investoren und Partnern haben elf kein Interesse gezeigt. Weitere elf klären derzeit ab. Drei Interessenten haben einen so genannten "Letter of Intent" - eine unverbindliche Absichtserklärung - unterzeichnet.
ANGEBOT FÜR GROSSSÄGEREI: Für die bankrotte Grosssägerei im bündnerischen Domat/Ems gibt es zwei konkrete Kaufangebote. Das höhere liegt bei 17,13 Mio. Fr. und kommt aus Österreich von einer Unternehmensgruppe der Holzindustriebranche, wie die Konkursverwaltung mitteilte. Der Name der Firma wurde nicht genannt. Beide Interessenten, die ein Kaufangebot einreichten, wollen die Anlagen der schweizweit grössten Sägerei demontieren und an einem anderen Ort wieder aufstellen.
SWATCH BAUT AUS: Vom Expansionskurs der Swatch Group kann auch die Gemeinde Bonfol im Kanton Jura profitieren: In einem neuen Werk des weltweit grössten Uhrenherstellers sollen mittel- bis langfristig 500 bis 700 neue Arbeitsplätze entstehen. Für die neue Produktionsstätte in der Ajoie hatte die Swatch Group ein über 70'000 Quadratmeter grosses Areal erworben. Die Arbeiten am Neubau sollen möglichst bald in Angriff genommen werden, wie eine Konzernsprecherin Angaben der Zeitung "Le Quotidien Jurassien" bestätigte. Läuft alles rund, sollen schon im Verlauf des nächsten Jahres 150 bis 200 Personen eingestellt werden.
HÖHERE NACHLASSDIVIDENDE: Die fast 10 Jahre nach dem Grounding der Swissair immer noch laufende Nachlassliquidation der SAir-Group kommt nur noch in kleinen Schritten voran. Gemäss Rechenschaftsbericht des vergangenen Jahres können Dritt-Klass-Gläubiger mit einer Nachlassdividende von maximal 17,9 Prozent rechnen. Sollten jedoch nicht alle noch hängigen Kollokationsklagen erfolgreich abgewehrt und mehr als 40 Prozent der ausgesetzten Forderungen anerkannt werden, könnte die Dividende auf bis zu 10,7 Prozent sinken. Vor einem Jahr bewegte sich die erwartete Rendite noch zwischen 10,0 und 16,4 Prozent.
PELIKAN UNTER DRUCK: Beim Schreibwaren- und Büromaterialhersteller Pelikan geht die Talfahrt weiter. Der Umsatz sank im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf 272,7 Mio. Franken. Einerseits leidet die Gruppe seit 2008 unter den Folgen der Wirtschaftskrise. Andererseits hatte Pelikan entschieden, nur noch auf eigene Marken zu setzen und deswegen die Vertriebsvereinbarungen mit Faber-Castell und Henkel beendet. Unter dem Strich vergrösserte sich der Reinverlust um über ein Viertel auf 10,7 Mio. Franken. Auch 2011 ist kein Aufschwung in Sicht.
DUFRY GEBREMST: Trotz 3000 Quadratmeter neuer Ladenfläche und locker sitzenden Portemonnaies von Flugreisenden weist Dufry wegen des starken Frankens weniger Umsatz aus. Die Verkäufe nahmen im ersten Quartal um 2,3 Prozent auf 571,6 Mio. Fr. ab. In Lokalwährungen wäre der Umsatz des Betreibers von Duty-Free-Läden aber um 9,6 Prozent gestiegen. Unter dem Strich blieb Dufry ein Gewinn von 21,4 Mio. Franken, rund eine halbe Million weniger als im Vorjahr.
SPS MIT GEWINNASTIEG: Die Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site (SPS), der unter anderem das Basler Einkaufszentrum Stücki und der beinahe fertig gestellte Prime Tower in Zürich gehört, hat im ersten Quartal 2011 den Gewinn um 21,2 Prozent auf 57,8 Mio. Fr. gesteigert. Der Mietertrag sank dagegen aufgrund von Liegenschaftsverkäufen und einer höheren Leerstandsquote um 3,6 Prozent auf 100,8 Mio. Franken. Im traditionellen Zürcher Warenhaus Jelmoli, das ebenfalls zur SPS gehört, konnte der Umsatz um 4,3 Prozent auf 36,5 Mio. Fr. gesteigert werden.
AUF WEISSGELD-KURS: Der Liechtensteiner Vermögensverwalter Kaiser Partner, dessen Wurzeln auf das Treuhandgeschäft mit steuerumgehenden Stiftungen zurückreichen, propagiert eine "Weissgeldstrategie". Diese funktioniere. Vergangenes Jahr seien die betreuten Vermögen konstant bei rund 25 Mrd. Fr. geblieben, gab die Gruppe, die in Vaduz und Zollikon ZH 228 Mitarbeitende beschäftigt, bekannt. Geschäftschancen sieht die Gruppe nicht zuletzt wegen des unsicheren internationalen Umfelds. Kaiser Partner sieht Liechtenstein mit seinen gesunden Finanzen auf dem Weg "von einer Steueroase zur Vermögensoase".

Neuer Inhalt

Horizontal Line


Umfrage zu SWI swissinfo.ch

Online-Umfrage ausfüllen: Tastatur und eintippen close-up

Zersiedelung: Wie stimmen Sie ab?

Meinungsumfrage

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.