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Bern (awp/sda) - Donnerstag, 7. Januar 2010
HISTORISCHER PREISRÜCKGANG: Die Preise in der Schweiz sind im vergangenen Jahr im Schnitt um 0,5 Prozent gesunken. Ein Minus bei der durchschnittlichen Jahresteuerung gab es zuletzt 1959. Doch eine Trendwende ist in Sicht. Im Dezember stieg die Jahresteuerung erstmals seit März wieder, nämlich um 0,3 Prozent. Zuvor waren die Jahresraten negativ oder wie im November bei null gewesen. Für 2010 erwartet das Bundesamt für Statistik (BFS) eine durchschnittliche Jahresteuerung von 0,8 Prozent, die Nationalbank rechnet mit 0,5 Prozent. Im Dezember gingen die Preise im Vergleich zum Vormonat indes noch einmal zurück, sie um 0,2 Prozent. Das BFS führt den Preisrückgang auf den Ausverkauf sowie tiefere Preise für Erdölprodukte zurück.
KONSUMZURÜCKHALTUNG BREMST DETAILHANDEL: Dem Schweizer Detailhandel stehen schwierigere Zeiten bevor. Gemäss der jüngsten Branchenstudie der Credit Suisse (CS) werden die Verkaufsumsätze 2010 um 0,5 Prozent sinken. Und dies, obwohl sich die Anbieter selber äusserst optimistisch zeigen. Hintergrund seien steigende Krankenkassenprämien und bescheidene Lohnerhöhungen, die auf den Budgets privater Haushalte lasteten. Ausserdem werde die steigende Arbeitslosigkeit ihre Auswirkungen haben. Aufgrund der sinkenden Zahl von Einwanderern dürften im Vergleich zu den vergangenen Jahren auch die positiven Impulse durch das Bevölkerungswachstum geringer ausfallen. Die Beschäftigung in der Branche dürfte nach -1 Prozent letztes Jahr um weitere 2,5 Prozent abnehmen.
WERTVOLLSTE KONZERNE: Vier Schweizer Unternehmen gehören zu den hundert wertvollsten der Welt. Ein Jahr zuvor waren es wegen des Einbruchs an den Börsen infolge der Finanzkrise nur drei gewesen. Das teuerste Schweizer Unternehmen ist nach wie vor Nestlé. Der Nahrungsmittelgigant liegt mit einer Marktkapitalisierung von 176,8 Mrd. Dollar weltweit auf Platz 17, wie aus einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young hervorgeht. Ebenfalls in den Top 100 sind die Pharmakonzerne Roche (Platz 28) und Novartis (Platz 32). Neu auf die Liste vorgestossen ist die Credit Suisse (Platz 98). Vor einem Jahr hatte sie erst auf Platz 162 gelegen. Der Börsenwert der CS verdoppelte sich beinahe von 30,6 Mrd. auf 58,5 Mrd. Dollar.
DURCHZOGENES ERGEBNIS DER GROUPE MUTUEL: Der Krankenkassen-Verbund Groupe Mutuel hat den Umsatz 2009 stabil halten können, sieht sich aber weiter mit einem Defizit in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) konfrontiert. Die Reserven der 15 Mitgliedskassen betragen noch 17,5 Prozent. Obwohl die Reserven wegen moderaten Prämienerhöhungen damit weiter geschmolzen sind, ist laut Groupe Mutuel ein Ausgleich über die Versicherten-Beiträge nicht nötig. Für 2011, wo die Gesundheitskosten zwischen 2,5 und 4 Prozent anwachsen dürften, verspricht die Gruppe eine "vernünftige" Prämienpolitik. Der Gesamtumsatz der 15 Kassen, die in vergangenen Jahr die Zahl der Versicherten um 20'000 auf 900'000 steigerten, beläuft sich im Gesundheitsbereich auf kaum veränderte 3,1 Mrd. Franken.
BIRKENFELD KONTAKTIERTE SP: Der verurteilte Ex-UBS-Kundenberater Bradley Birkenfeld hat der SP Material über die ehemalige Führung der Grossbank angeboten. Die SP zeigt sich an den Informationen interessiert, hat bisher aber noch keine entsprechenden Dokumente erhalten. Schon im letzten Sommer und erneut über die Weihnachtstage habe Birkenfeld die SP-Zentrale kontaktiert: "Im Interesse der Öffentlichkeit und der Steuerzahler sind wir an soliden Nachweisen interessiert", sagte ein SP-Sprecher der Nachrichtenagentur SDA und bestätigte damit Berichte der Westschweizer Zeitung "Le Temps". Da die Dokumente bisher bei der SP nicht eingetroffen sind, konnte der Partei-Sprecher auch keine Angaben über etwaige Inhalte machen.
LÄNGERE KURZARBEIT: Die Kantone Bern, Neuenburg und Jura plädieren für eine Verlängerung der maximalen Dauer von Kurzarbeit von 18 auf 24 Monate. Sie haben ein entsprechendes Schreiben beim Bundesrat eingereicht. Die Kantone verweisen darin auf die starke Exportabhängigkeit der Industrien im Jurabogen. Es drohten vermehrt Entlassungen, wenn die Unternehmen nicht mehr von staatlich kompensierten Arbeitszeitreduktionen profitieren könnten.
PILATUS ARBEITET WIEDER VOLL: Die Pilatus Flugzeugwerke AG in Stans heben auf den 1. Februar 2010 die Kurzarbeit auf. Die Arbeitszeitreduktion seit dem 1. September 2009 über die ganze Firma betrug rund 13 Prozent. Betroffen waren vor allem die Fabrikation und die Flugzeugmontage. Die Auflösung der Kurzarbeit steht im Zusammenhang mit dem Grossauftrag der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Der Auftrag umfasst 25 PC-21 Turboprop-Trainingsflugzeuge und ein komplettes Trainingssytem.
PROTESTMARSCH: Die streikenden Flughafen-Angestellten sind durch Genf marschiert. Ziel des rund hundertköpfigen Demonstrationszuges war das Departement Soziales und Arbeit von Staatsrat François Longchamp. Dieser empfing eine Streik-Delegation. Die rund 70 Streikenden fordern unter anderem bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und Entschädigungen für unregelmässige Arbeitszeiten. Der seit sechs Tagen dauernde Konflikt hat sich verschärft: Neben dem Personal der Gepäcksortierung streike nun auch das Pistenpersonal, sagte Yves Mugny, Vertreter der Gewerkschaft vpod.
BUSSE: Die in Agrar- und Energieprojekten tätige Global Natural Resources (GNR) ist von der Sanktionskommission der Schweizer Börse SIX mit 50'000 Fr. gebüsst worden. Grund ist eine im Jahresabschluss 2008 nicht korrigierte, fehlerhafte Optionsbewertung. Die Höhe der Busse begründet die Kommission auch damit, dass Global Natural Resources in den letzten drei Jahren bereits sanktioniert worden war.
100 JAHRE SAUTER: Die auf Gebäudemanagementsysteme spezialisierte Firma Sauter in Basel kann dieses Jahr ihr 100-Jahr-Jubiläum feiern. Das weltweit tätige Unternehmen beschäftigt rund 2000 Mitarbeitende und erzielte 2008 einen Umsatz von 416 Mio. Franken. Gewinnzahlen gibt das von CEO Bertram Schmitz geführte Familienunternehmen nicht bekannt. Die Geschichte des Unternehmens begann 1910 in Grindelwald BE, wo Fritz Sauter in einer kleinen Werkstatt hochpräzise Schaltuhren zu Ein- und Ausschaltung der Strassenlaternen zu konstruieren begann.
SCHNELLER ALS APPLE: Der US-Softwareriese Microsoft und der weltgrösste PC-Hersteller Hewlett-Packard (HP) haben einen neuen Tablet-Computer vorgestellt. Microsoft-Chef Steve Ballmer enthüllte das neue Gerät zur Eröffnung der Elektronikmesse CES in Las Vegas. Details zum Preis des von HP hergestellten Multimedia-Geräts nannte er nicht. Auch liessen die Firmen offen, ab wann der Tablet-PC zu kaufen sein wird. Mit der Vorstellung kamen die Firmen dem Rivalen Apple zuvor. Es wird weitgehend erwartet, dass der Hersteller des Kulthandys iPhone am 27. Januar ebenfalls einen Tablet-PC vorstellen wird.
AUFTRÄGE FÜR GALILEO: Die EU-Kommission hat erste wichtige Aufträge für das Satellitennavigationssystem Galileo vergeben. Dabei geht es um Systemunterstützung, die Satelliten und Startdienstleistungen. Beim deutschen Raumfahrtkonzern OHB wurden die ersten 14 Satelliten für rund 566 Mio. Euro bestellt. Das milliardenteure Galileo-System soll ab 2014 in Betrieb gehen. Es wird im Gegensatz zum vom US-Militär kontrollierten GPS unter ziviler Kontrolle stehen.
NEUER MADOFF: In den USA ist erneut ein Milliardenbetrug aufgeflogen, bei dem mit einem komplizierten Pyramiden-System Geldanleger geschädigt wurden. Sein Mandant, der 47-jährige Geschäftsmann Scott Rothstein, bekenne sich schuldig, rund 1,2 Milliarden Dollar veruntreut zu haben, erklärte der Anwalt Mark Nuric. Er habe das Geständnis vor dem Bundesgericht in Fort Lauderdale im Bundesstaat Florida abgelegt. Damit wolle er eine Schuldminderung erreichen, theoretisch müsse er mit bis zu einhundert Jahren Gefängnis rechnen. Güter im Wert von 100 Millionen Dollar seien beschlagnahmt worden, darunter Immobilien, Autos, Schmuck und Luxus-Yachten.
SORGEN WEGEN ARBEITSLOSIGKEIT: Die US-Notenbank Fed sorgt sich zunehmend um den Arbeitsmarkt in den USA. Im Vergleich zu früheren schweren Rezessionen gestaltet sich die Erholung des Arbeitsmarktes nach Ansicht von Mitgliedern der Federal Reserve Bank eher verhalten. Die Arbeitslosigkeit werde für einige Zeit hoch bleiben. Im November lag die Arbeitslosenquote bei einem Rekordhoch von zehn Prozent. Sorge haben die Notenbanker allerdings nicht nur um den Arbeits- sondern auch um den Immobilienmarkt. Der Ausstieg aus dem massiven Ankauf hypothekenbesicherter Wertpapiere berge Risiken für den Häusermarkt, betonten einige Fed-Mitglieder.
GELDPOLITIK UNVERÄNDERT: Die britische Notenbank hat ihren Leitzins wie an den Finanzmärkten erwartet nicht angetastet. Der geldpolitische Ausschuss beliess den Schlüsselzins auf der ersten Sitzung im neuen Jahr bei 0,5 Prozent. Die Notenbank änderte auch am Umfang ihres Wertpapierankaufprogramms nichts. Sie hatte zuletzt die Obergrenze des Programms auf 200 Mrd. Pfund (330 Mrd. Franken) erhöht, durch das zusätzliche Liquidität in das Finanzsystem gepumpt werden soll.
SCHÄCHERER YEN: Japans neuer Finanzminister Naoto Kan favorisiert einen schwächeren Yen. Angesichts der Auswirkungen der Wechselkurse auf die exportorientierte Wirtschaft werde er mit der japanischen Notenbank daran arbeiten, dass die Landeswährung auf ein angemessenes Niveau gedrückt werde. "Es wäre schön, wenn der Yen etwas nachliesse", sagte Kan, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist.
GM KÜNDIGT GEWINN AN: Der angeschlagene US-Autohersteller General Motors will die Probleme der Vergangenheit schnell hinter sich lassen. Schon dieses Jahr hofft Konzernlenker Edward Whitacre darauf, wieder Gewinn schreiben zu können. "Meine Prognose ist, wir werden es schaffen", sagte er am Mittwochabend (Ortszeit) vor US-Journalisten in Detroit. Das wäre eine Überraschung: General Motors hat fünf Jahre lang hohe Verluste angehäuft und war deswegen im vergangenen Jahr in die Insolvenz gerutscht.

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