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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 19. Mai 2010 - 17:55 publiziert

Bern (awp/sda) - Mittwoch, 19. Mai
HAPPIGE BUSSE FÜR NOVARTIS: Im Gerichtsfall wegen Diskriminierung gegen Frauen muss Novartis 250 Millionen Dollar Busse zahlen. Die US-Tochtergesellschaft des Basler Pharmakonzerns war in allen drei Anklagepunkten für schuldig befunden worden, Frauen bewusst diskriminiert zu haben. Nach dem Urteil der Jury hat die US-Tochter Frauen für gleiche Arbeit nicht denselben Lohn wie Männern bezahlt, sie bei Beförderungen übergangen und bei Schwangerschaften schikaniert. Die Richterin in New York wird nun festlegen, wieviel der Konzern den Frauen zahlen muss, die der Sammelklage beitreten werden. 5600 Novartis-Mitarbeiterinnen, die zwischen 2002 und 2007 bei dem Betrieb Anstellung fanden, können sich per Gerichtsbeschluss der Klage anschliessen, falls sie sich als Opfer von Diskriminierung sehen.
GELD WEGEN VULKAN: 49 Betriebe, die direkt vom Flughafen Zürich abhängig sind, wollen für die vulkanbedingten Ausfälle entschädigt werden. Sie haben beim Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) Kurzarbeitsentschädigung beantragt. Zu den 49 Betrieben gehören unter anderem die Fluggesellschaft Swiss, die Swissport, Gate Gourmet und die Flughafen Zürich AG selber. Sie alle mussten im April ihren Betrieb während gut drei Tagen einstellen, weil der Flugraum über ganz Europa wegen der Aschewolke aus Island gesperrt war. Insgesamt mussten 11'000 Mitarbeitende in dieser Zeit nach Hause geschickt werden.
HALBE MILLIARDE GEWINN: Der Westschweizer Energiekonzern Groupe E weist für das Jahr 2009 einen Gewinn von 490 (Vorjahr: 88) Mio. Fr. aus. Grund für die kräftige Zunahme ist eine Ausgleichszahlung von 475 Mio. Fr. aus der Gründung des Stromkonzerns Alpiq. Das eigentliche Geschäft warf aufgrund der höheren Energieeinkaufspreise deutlich weniger ab. Während der Umsatz um 14 Prozent auf 754 Mio. Fr. stieg, halbierte sich der Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 76 Mio. Franken, wie die Groupe E mitteilte. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank der Gewinn noch stärker auf 26 Mio. Franken (-76 Prozent).
GROSSFIRMA WÄHLT ST. GALLEN: Der Kanton St. Gallen hat die Ansiedlung eines bedeutenden amerikanischen Unternehmens bekannt geben: Sigma-Aldrich baut seinen Hauptsitz für Europa, Afrika und den Mittleren Osten in St. Gallen auf. Sigma-Aldrich ist einer der grössten Produzenten und Vertreiber von Forschungschemikalien weltweit. Der Hauptsitz des Konzerns befindet sich in St. Louis, USA. Die sechs zusammengeschlossenen Unternehmen Sigma, Aldrich, Fluka, Supelco und SAFC bilden die Sigma-Aldrich Corporation. Der Konzern sei ein wichtiger Arbeitgeber und beschäftigte bereits heute über 400 Mitarbeitende im Kanton St. Gallen, sagte der St. Galler Volkswirschaftsdirektor Josef Keller vor den Medien.
GROSSHANDEL ERHOLT SICH: Der Schweizer Grosshandel löst sich aus der Krise. Dank grösserer Nachfrage sei der Geschäftsgang vieler Unternehmen zum ersten Mal seit Ende 2008 wieder positiv, gab der Branchenverband Handel Schweiz (VSIG) bekannt. Rund 60 Prozent der Firmen würden wieder mehr verkaufen, lautet das Ergebnis einer Analyse von Handel Schweiz und der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich KOF im April. Im Dritten Quartal 2009 hätten noch die gleiche Zahl Unternehmen Absatz-Rückgänge gemeldet.
RÜCKGANG BEI WÜRTH: Der Handelskonzern Würth hat ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich: Der Umsatz der 16 Schweizer Gesellschaften des deutschen Grosskonzerns sank um 16,3 Prozent auf 946,8 Mio. Franken. Der Betriebsgewinn schrumpfte um 21,7 Prozent auf 171,8 Mio. Franken. Positiver startete das laufende Geschäftsjahr: Der Umsatz stieg bis Ende April um 14,9 Prozent auf 313,3 Mio. Franken, wie das Unternehmen mitteilte. Würth-Chef Robert Friedmann dementierte Gerüchte, Würth werde den Sitz aus Deutschland in die Schweiz verlagern. Würth hat in Rorschach SG seinen offiziellen zweiten Konzernsitz neben Künzelsau bei Stuttgart und hat dort das internationale Geschäft gebündelt.
DEUTSCHLAND VERBIETET LEERVERKÄUFE: Angesichts der Empörungswelle wegen Spekulanten nehmen die Aufsichtsbehörden die Finanzmärkte enger an die Kandare. Deutschland verbietet ab sofort bestimmte ungedeckte Leerverkäufe. Verboten seien seit Mitternacht ungedeckte Leerverkäufe von Staatsanleihen aus der Euro-Zone sowie von Aktien von zehn führenden Finanzunternehmen, teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mit. Verboten wurde auch der Handel mit ungedeckten Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) auf Ausfallrisiken von Staaten der Euro-Zone. Bei Leerverkäufen wetten Fondsmanager auf fallende Kurse. An der Schweizer Börse bleibt alles beim alten, wie Sprecher Werner Vogt auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. In der Schweiz sind ungedeckte Leerverkäufe seit geraumer Zeit verboten. Gedeckte Leerverkäufe sind indes erlaubt.
OPTIMISMUS FÜR WELTWIRTSCHAFT: Trotz der Schuldenkrise in Europa ist das Weltwirtschaftsklima so gut wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Das vom Münchner Ifo-Institut ermittelte Barometer kletterte im zweiten Quartal auf 104,1 Punkte von 99,5 Zählern zu Jahresbeginn. Das ist der höchste Wert seit Ende 2007. "Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Weltkonjunktur Tritt gefasst hat", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zu der vierteljährlichen Umfrage unter 1154 Experten aus 110 Ländern. "Das Wirtschaftsklima hat sich erneut vor allem in Asien kräftig verbessert", sagte Sinn.

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