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TAGESÜBERSICHT WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 20. Oktober 2009 - 17:20 publiziert

Bern (awp/sda) - Dienstag, 20. Oktober
MILLIARDENÜBERNAHME: Der weltweit führende Arbeitskräftevermittler Adecco will den auf hochqualifizierte Arbeitskräfte spezialisierten US-Konkurrenten MPS übernehmen. Adecco legt für den Fachkräftevermittler 782 Mio. Euro (1,2 Mrd. Franken) in bar auf den Tisch. Je MPS-Aktie bietet Adecco 13.80 Dollar. Das ist ein Aufschlag von 24 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag. Mit dem Kauf übernimmt das Unternehmen die Marktführerschaft im lukrativen Geschäft mit der Vermittlung von Fachkräften. Die Übernahme, die im ersten Quartal 2010 abgeschlossen werden soll, werde Adeccos Position insbesondere in den USA und Kanada sowie Grossbritannien verstärken. Adecco will die Übernahme aus den liquiden Mitteln sowie den bestehenden finanziellen Kapazitäten finanzieren. Dazu lanciert der Personaldienstleister eine Wandelanleihe über maximal 900 Mio. Fr. mit einer Laufzeit von drei Jahren.
ROCHE VERKLAGT CS: Der Basler Pharmakonzern Roche hat in den USA gegen die Grossbank Credit Suisse eine Klage eingereicht. Diese steht in Zusammenhang mit Wertpapiertransaktionen, wie ein Roche-Sprecher Angaben der Westschweizer Zeitung "Le Temps" bestätigte. Eingereicht wurde die Klage bereits am 13. Oktober beim New York Southern Federal District Court. Roche gehört zu jenen Unternehmen, die in den USA von einem Ex-Broker der Credit Suisse und dessen Partner systematisch getäuscht worden sein sollen. Den beiden wird in den USA wegen Betrugs der Prozess gemacht. Die Schadensumme wird auf rund eine Milliarde Dollar beziffert.
RÜCKLÄUFIGES GESCHÄFT: Der Logistik-Dienstleister Kühne + Nagel hat in den ersten neun Monaten des Jahres einen Gewinnrückgang um 14,4 Prozent auf 387 Mio. Fr. erlitten. Der Umsatz sank innert Jahresfrist von 16,3 Mrd. auf 12,8 Mrd. Franken (-21,5 Prozent). Der Drittquartalsumsatz sank gar um 23,2 Prozent auf 4,3 Mrd. Franken. Das Betriebsergebnis (EBITDA) verringerte sich um 10,0 Prozent auf 694 Mio. Franken. Der Bruttogewinn (Rohertrag), die massgebliche Messgrösse für die Volumen- und Margenentwicklung eines Logistikunternehmens, lag mit 4,38 Mrd. Fr. in den ersten neun Monaten um 7,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Währungsbereinigt hätte lediglich Rückgang von 1,6 Prozent resultiert.
GAYDOUL ÜBERNIMMT FOGAL: Die Gaydoul Group des scheidenden Denner-Chefs Philippe Gaydoul übernimmt die weltbekannte Schweizer Strumpfmoden-Kette Fogal. Mit dem Zukauf will die Beteiligungsgesellschaft ihr Portfolio im Lifestyle-Bereich ergänzen. Die Fogal-Eigentümerfamilie habe sich entschlossen, die Nachfolge durch Verkauf zu regeln, gab Verwaltungsratspräsident Balthasar Meier vor den Medien in Zürich bekannt. Zum Kaufpreis nannten weder er noch Gaydoul Einzelheiten. Fogal verkauft in 22 Ländern unter dem eigenen Markennamen neben Strümpfen auch Tops, Socken und Lingerieprodukte im oberen Preissegment und ist mit eigenen Läden in Weltstädten wie New York, London, Paris und Tokio präsent. Die Firma macht im Jahr etwa 20 Mio. Fr. Umsatz.
GEWINNSPRUNG: Das Biotechunternehmen Actelion bleibt auf Erfolgskurs. Der Gewinn kletterte in den ersten neun Monaten des Jahres um 44 Prozent auf 326,9 Mio. Franken. Der Umsatz stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 22 Prozent auf 1,3 Mrd. Franken. Dabei entfiel der Löwenanteil auf das wichtigste Produkt des Unternehmens, das Bluthochdruckmedikament Tracleer, dessen Umsatz in Lokalwährungen um 19 Prozent auf 1,1 Mrd. Fr. zulegte. Das Lungenhochdruck-Medikament Ventavis steuerte 101,6 Mio. Fr. zum Umsatz des Baselbieter Unternehmens bei. In der Vorjahresperiode waren es noch 64,5 Mio. Fr. gewesen. Allerdings bekam Actelion im dritten Quartal 2009 ein ungünstiges Wechselkursumfeld zu spüren. Gegenüber dem Vorquartal sank deshalb in diesem Zeitabschnitt der Umsatz um 1 Prozent auf 447,3 Mio. Franken.
ALSO MIT GEWINN: Der IT-Vertreiber Also hat in den ersten neun Monaten 2009 zwar weniger umgesetzt, dafür aber deutlich mehr verdient. Der Gewinn belief sich auf 15,0 Mio. Franken. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen noch einen Verlust von 0,3 Mio. Fr. verbucht. Der Betriebsgewinn (EBIT) ging um 10,2 Prozent auf 34,5 Mio. Fr. zurück, wie das mehrheitlich zum Schindler-Konzern gehörende IT-Grosshandels- und Logistikunternehmen mitteilte. Der konsolidierte Umsatz sank um 14 Prozent auf 2,964 Mrd. Franken. Die vor einem Jahr eingeleiteten Massnahmen zur Verbesserung der Ertragskraft hätten aber Wirkung gezeigt. So habe der Gewinn nach Steuern in den weitergeführten Bereichen ohne Schweden und Polen um 25 Prozent auf 14,5 Mio. Fr. gesteigert werden können.
UMSATZEINBRUCH: Der Zuger Schraubenhändler Bossard bekommt die Wirtschaftskrise weiter zu spüren. Im dritten Quartal schrumpfte der Umsatz um ein Drittel auf 93,9 Mio. Franken. Damit hat sich der Umsatzrückgang nicht mehr weiter beschleunigt, er liege im Rahmen der ersten Jahreshälfte. In Lokalwährungen betrug das Minus 30,5 Prozent. Insgesamt sanken die Verkäufe in den ersten neun Monaten des Jahres um 31,8 Prozent auf 299,8 Mio. Franken. In Lokalwährungen ergab sich ein Minus von 30,7 Prozent. Die Vergleichszahl aus dem Vorjahr - Bossard publiziert zum ersten Mal Umsatzdaten für neun Monate - liegt bei 439,7 Mio. Franken.
SILBERSTREIFEN: Der krisengeschüttelte Zürcher Chiphersteller Micronas hat auch im dritten Quartal rote Zahlen geschrieben. Doch das Unternehmen sieht nach der Restrukturierung erste Anzeichen einer Erholung. Der Umsatz von Micronas ging - bedingt durch die Konzentration auf den Automobilmarkt - von 158,1 Mio. Fr. im Vorjahr auf noch 47,4 Mio. Fr. zurück. Unter dem Strich verblieb ein Verlust von 15,1 Mio. Franken, wie Micronas am Dienstag mitteilte. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen noch 5,0 Mio. Fr. Gewinn gemacht. Das Betriebsergebnis (EBIT) lag bei -11,6 (Vorjahr: +5,0) Mio. Franken.
WIEDER GEWINN: Das Messtechnikunternehmen Inficon hat im dritten Quartal 2009 den Umsatzrückgang stoppen können und ist wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Unter dem Strich blieb verglichen zum Vorjahr ein halbierter Gewinn von 2,4 Mio. Dollar. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging von 6,7 Mio. Dollar auf 3,0 Mio. Dollar zurück. Trotz dieses deutlichen Rückgangs im Vorjahresvergleich gelang nach zwei verlustreichen Quartalen die Trendwende. Der Umsatz erreichte 46,0 Mio. Dollar. Er lag damit immer noch fast ein Viertel unter dem Wert des Vorjahres. Im ersten und im zweiten Quartal 2009 hatte der Umsatz allerdings noch je rund 45 Prozent unter dem jeweiligen Vorjahreswert gelegen, zudem hatte das Unternehmen jeweils Verluste von mehr als 2 Mio. Dollar geschrieben.
ANGEBOT ZURÜCKGEZOGEN: Der Life-Science-Konzern Lonza zieht das im August lancierte Übernahmeangebot für die kanadische Patheon zurück. Zwar sei Lonza überzeugt, dass Patheon zur Wachstumsstrategie passe, verschiedene Faktoren würden aber eine Übernahme derzeit unattraktiv machen. Lonza hebt dabei die Bewertung von Patheon hervor, aber auch die Ablehnung des Lonza-Angebots durch den Hauptaktionär JLL sowie die Existenz von möglichen Alternativen. Lonza hatte im August 3.55 US-Dollar je Patheon-Aktie geboten und damit ein Angebot des US-Finanzinvestors und Patheon-Mehrheitsbesitzers JLL Partners in Höhe von 2 US-Dollar je Titel deutlich übertroffen.
GROSSE HERAUSFORDERUNGEN: Die Schweizer Privatbanken stehen vor fundamentalen Veränderungen. Besondere Herausforderungen erwarten Privatbankiers in naher Zukunft im Geschäft mit ausländischen Kunden. Der Schweizer Markt dürfte schrumpfen und der Druck auf die Margen steigen, wie eine Studie zeigt. Veränderungen in der Banken-Gesetzgebung, Einschnitte im grenzüberschreitenden Kundengeschäft sowie neue internationale Steuergesetze werden die Vermögensverwalter stark betreffen. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage der Beratungsfirma KPMG und der Universität St. Gallen bei Führungskräften der 30 grössten Schweizer Privatbanken.
EXPORTPLATTFORM: Die Exportförderungs-Organisation Osec will Schweizer Firmen unterstützen, die in der Umwelttechnologie und im Geschäft mit erneuerbaren Energien tätig sind. Dazu lanciert sie die Exportplattform "Cleantech". Der Schweizer Export von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen, die einen schonenden Ressourceneinsatz ermöglichen, liege deutlich unter den Möglichkeiten, teilte die Osec mit. Grund dafür sei die starke Fragmentierung der Branche. Die Osec wolle diese Firmen zusammenbringen und ihnen im Ausland ein Gesicht geben. Die Exportplattform vernetzt die "Cleantech"-Firmen in der Schweiz über Branchengrenzen hinweg. Sie beobachtet und bearbeitet die Zielmärkte vor Ort, plant Marketing-Massnahmen und koordiniert den Auftritt, beispielsweise an Messen, unter einer gemeinsamen Dachmarke.
AUS FÜR QUELLE: Nach 82 Jahren steht das traditionsreiche deutsche Versandhaus Quelle vor dem Aus. Sämtliche Rettungsbemühungen für das insolvente Unternehmen mit rund 10'500 Beschäftigten sind gescheitert. "Nach intensiven Verhandlungen mit einer Vielzahl von Investoren sehen Insolvenzverwalter wie Gläubigerausschuss jetzt keine Alternative zur Abwicklung von Quelle Deutschland mehr", teilte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Montagabend mit. Entscheidender Punkt war nach seinen Angaben, dass es keine Einigung über die Finanzierung des Versandgeschäfts, das sogenannte Factoring, gegeben habe. Die Belegschaft reagierte geschockt.
DEUTSCHE BANK KAUFT IN DEN NIEDERLANDEN EIN: Die Deutsche Bank baut ihr Geschäft in den Niederlanden aus. Im zweiten Anlauf einigte sich Deutschlands grösste Bank mit der Regierung in Den Haag auf die Übernahme der Mittelstandsbank Hollandsche Bank-Unie (HBU). HBU gehörte bislang zur gestrauchelten ABN Amro, von der die Deutsche Bank weitere Teile übernimmt. Mit dem Kauf steigt die Deutsche Bank nach Angaben vom Dienstag zur Nummer vier bei Firmenkunden und Investmentbanking in dem Land auf. Die HBU beschäftigt 1400 Angestellte in 14 Filialen und hat rund 35'000 Kunden. Zum Preis schwiegen sich beide Seiten aus.
APPLE IN HÖCHSTFORM: Der Hersteller von Computern, iPhone und iPod hat das profitabelste Quartal seiner Firmengeschichte hingelegt. "Wir sind begeistert", sagte Apple-Chef Steve Jobs und weckte Geschmack auf noch mehr. Das Unternehmen plane für 2010 bedeutende neue Produkte. Über Details sprach Jobs bei der Präsentation der Zahlen am Montag nicht. Trotz Wirtschaftskrise verkaufte Apple so viele seiner Mac-Rechner und iPhone-Handys wie nie zuvor in einem Quartal. Apples Gewinn schoss im Ende September abgeschlossenen vierten Quartal um 47 Prozent auf 1,7 Mrd. Dollar (1,1 Mrd. Euro) nach oben. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Viertel auf fast 9,9 Mrd. Dollar.
SCHADENSBEGRENZUNG: Im wohl grössten Insider-Skandal eines Hedgefonds an der Wall Street bemühen sich mehrere US-Grosskonzerne fieberhaft um Schadensbegrenzung. Die IT-Riesen IBM und Intel beurlaubten ihre zwei im Zuge der Affäre verdächtigten Top-Manager bis auf weiteres. Beide bestreiten die Vorwürfe. Die Anleger des im Zentrum des Skandals stehenden Hedgefonds Galleon Group ziehen derweil laut "Wall Street Journal" scharenweise ihr Geld ab. Sie wollten demnach bereits mehr als ein Drittel der bei Galleon verwalteten rund 3,7 Mrd. Dollar zurückhaben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Händler.
GESCHÄFT VERKAUFT: Die US-Investmentbank Morgan Stanley trennt sich für 1,5 Mrd. Dollar von ihrer Vermögensverwaltung für kleine Privatkunden. Käufer sei die Investmentgesellschaft Invesco. Das teilten die beiden Finanzhäuser am Montagabend mit. Invesco mit Sitz in Atlanta im Bundesstaat Georgia bezahlt die Summe in einem Mix aus Bargeld und Aktien. Morgan Stanley bekommt 500 Mio. Dollar und wird zugleich mit einem Anteil von 9,4 Prozent grösster Aktionär von Invesco. Invesco ist eine unabhängige Vermögensverwaltungsgesellschaft.
mk

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