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TAGESÜBERSICHT WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 21. Oktober 2009 - 17:30 publiziert

Bern (awp/sda) - Mittwoch, 21. Oktober
SYNTHES WÄCHST: Der Medizinaltechnikkonzern Synthes wächst wieder schneller. Im dritten Quartal 2009 stieg der Umsatz des Anbieters von Knochenschrauben und -nägeln um 7,5 Prozent auf 868,3 Mio. Dollar. Für die ersten neun Monate 2009 resultierte damit ein Umsatz von 2,504 Mrd. Dollar, 5,2 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. In Lokalwährungen betrug das Wachstum in den ersten neun Monaten 10,3 Prozent und im dritten Quartal 10,0 Prozent, wie Synthes am Mittwoch mitteilte. Der Weltmarktführer in der Unfallchirurgie geht davon aus, dass er die aktuelle Performance trotz des schwierigen globalen Wirtschaftsumfelds für den Rest des Jahres aufrechterhalten kann.
AUFS ABSTELLGLEIS: Die Firma Josef Meyer Transport Technology steigt aus dem Bau von Eisenbahn-Güterwagen aus. 75 Arbeitsplätze im Werk in Rheinfelden AG gehen verloren. Es besteht ein Sozialplan, wie der letzte grosse Güterwagen-Hersteller der Schweiz mitteilte. Die Tochterfirma der Luzerner Josef Meyer Holding konzentriert sich auf den Unterhalt von Güterwagen. Die Arbeitsplätze der darin beschäftigten 70 Mitarbeitenden bleiben erhalten. Im bisher wichtigsten Geschäftsfeld, dem Bau von Containertragwagen und Kesselwagen, kommt es zu 65 Kündigungen und 10 Frühpensionierungen. Grund sei der Bestellungsrückgang seit November 2008 um 90 Prozent.
MILLIONENAUFTRAG: Der Elektrotechnikkonzern ABB hat in der Schweiz einen Auftrag über 124 Mio. Fr. von der Glarner Kraftwerke Linth-Limmern AG (KLL) erhalten. Der Auftrag sieht die Lieferung der elektrotechnischen Ausrüstungen für ein neues Pumpspeicherkraftwerk vor. Der Auftrag wurde im dritten Quartal verbucht. Das Pumpspeicherkraftwerk der KLL soll bei geringer Stromnachfrage und überschüssiger Kapazität Wasser aus dem Limmernsee in den rund 600 Meter höher gelegenen Muttsee zurückpumpen. Der Auftrag erfolgt im Rahmen des Projekts Linthal 2015, dem grössten Wasserkraftprojekt der Schweiz.
PASSAGIERRÜCKGANG: Auf dem Flughafen Basel-Mülhausen herrscht auch nach drei Quartalen noch Gegenwind: Die Zahl der Passagiere ging auf dem EuroAirport in den ersten neun Monaten um 12 Prozent zurück. Bei der Fracht wurde ein Rückgang um 22 Prozent verzeichnet. Insgesamt wurden auf dem binationalen EAP bis Ende September 2'951'813 Passagiere abgefertigt. Das sind 403'155 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie der Flughafenstatistik im Internet zu entnehmen ist.
SCHWEIZ INNOVATIV: Wer eine zündende Idee für ein neues Produkt oder eine neue Firma hat, wird in den USA und in der Schweiz am besten gefördert. Dies zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Vorjahressieger Schweden ist im "Innovationsindikator 2009" auf Rang 3 abgerutscht. Am wenigsten gerüstet für den internationalen Innovationswettbewerb sind laut der Studie Irland, Spanien und Italien. Deutschland liegt im Vergleich der 17 weltweit führenden Industrienationen auf Rang 9 und schnitt damit einen Platz schlechter als im Vorjahr ab.
MODERATE PREISAUFSCHLÄGE: Eine Nullrunde bei den Preisen für Skitageskarten wird es entgegen den Prognosen des Verbandes Seilbahnen Schweiz doch nicht geben. Die Aufschläge fallen mit einem Prozent aber sehr moderat aus. Die Bergbahnen reagieren damit auf die schwierige Wirtschaftslage. In der Tat erhöhen im Bündnerland nur grosse Skigebiete ihre Preise. Im Wallis gibt es höhere Preise bei Bergbahnen jeder Grösse. In der Westschweiz schlagen Gstaad und Les Diablerets um einen Franken auf. Sozusagen keine Preiserhöhungen gibt es in der Zentralschweiz und im Berner Oberland.
DEUTSCHE BANK MIT MILLIARDENGEWINN: Die Deutsche Bank hat auch das dritte Quartal mit einem Milliardengewinn abgeschlossen. Dank Steuererträgen und der Erholung des Privatkundengeschäfts verdiente die grösste deutsche Bank rund 1,4 Mrd. Euro. Damit setzt die Bank ihren Erfolgskurs fort, denn bereits im ersten und zweiten Quartal hatte sie trotz der Finanzkrise in ähnlicher Grössenordnung verdient. Glänzend steht die Deutsche Bank im Vergleich zum Vorjahr da. Im dritten Quartal 2008 hatte die Finanzkrise den Überschuss noch auf 414 Mio. Euro gedrückt, im Gesamtjahr war die Bank dann sogar ins Minus gerutscht. Nun gibt sich das Institut optimistisch.
WIEDER GEWINN: Die US-Grossbanken Wells Fargo und Morgan Stanley haben im dritten Quartal hohe Gewinne verzeichnet. Morgan Stanley schreibt damit erstmals nach drei Verlustquartalen in Folge wieder schwarze Zahlen. Die Investmentbank profitierte von kräftigen Einnahmen im Anleihegeschäft. Auch das lange brach liegende Geschäft mit Übernahmen und Fusionen sowie Börsengängen zog wieder an. Netto habe sich ein Gewinn von 498 Mio. Dollar ergeben, teilte die US-Bank mit. Im zweiten Quartal hatte Morgan Stanley noch einen Verlust von 1,3 Mrd. Dollar verkraften müssen. Vor allem die inzwischen zurückgezahlten staatlichen Hilfen hatten auf das Ergebnis gelastet.
MADOFF-SKANDAL WEITET SICH AUS: Der grösste Betrugsfall an der Wall Street weitet sich aus: Betrogene Anleger des Milliardenschwindlers Bernard Madoff verklagen nun auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sowie die Banken JP Morgan Chase und Bank of New York Mellon. Die bei einem New Yorker Gericht eingereichte Klageschrift beschuldige die drei Unternehmen, eine zentrale Rolle in dem Betrugsfall gespielt zu haben, hiess es am Dienstag in einer Mitteilung der Anwaltskanzlei Cotchett, Pitre and McCarthy.
YAHOO VERDREIFACHT GEWINN: Der Internetkonzern Yahoo hat im dritten Quartal einen unerwartet deutlichen Gewinnsprung erzielt. Nach Jobabbau, Einsparungen und Anteilsverkäufen verdreifachte sich der Überschuss auf 186 Mio Dollar. Der Umsatz fiel deutlich, lag aber über den Erwartungen. Der Umsatz ging angesichts der Werbeflaute nochmals um 12 Prozent auf knapp 1,6 Mrd. Dollar zurück.
FIAT MIT GEWINN: Der italienische Autohersteller Fiat hat im dritten Quartal wieder die Gewinnzone erreicht. Die Erlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr aber erneut um knapp 16 Prozent auf gut 12 Mrd. Euro. Im zweiten Quartal war der Umsatz noch um mehr als ein Fünftel eingebrochen. Gleichzeitig bestätigte Fiat die Prognose für das Gesamtjahr. Unterm Strich schrieb der Konzern schwarze Zahlen und erreichte einen Gewinn von 25 Mio. Euro. Im zweiten Quartal war noch ein Nettoverlust von 179 Mio. Euro angefallen. Im dritten Quartal 2008 hatte Fiat einen Gewinn von 440 Mio. Euro verbucht.
BOEING SCHREIBT ROT: Der Flugzeug- und Rüstungskonzern Boeing ist massiv in die roten Zahlen gestürzt. Für den Verlust sorgten vor allem Sonderbelastungen beim nun fast drei Jahre verzögerten neuen Langstreckenjet Dreamliner 787 sowie beim neuen Frachtflugzeug 747-8. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Verlust von fast 1,6 Mrd. Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Boeing noch einen Gewinn von 695 Mio. Dollar eingeflogen. Der Umsatz stieg dagegen im vergangenen Quartal um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 16,7 Mrd. Dollar.
GATWICK VERKAUFT: Nach monatelangem Gerangel ist der Flughafen Gatwick in London verkauft. Grossbritanniens zweitgrösster Flughafen gehe für 1,5 Mrd. Pfund (2,5 Mrd. Franken) an den US-Investor Global Infrastructure Partners, teilte der bisherige Betreiber BAA mit. Damit sollten hauptsächlich die eigenen Schulden abgebaut werden. Dem Investorenkonsortium gehört bereits der Londoner City Airport. BAA, das zum spanischen Konzern Ferrovial gehört, hatte Gatwick vor einem Jahr auf Druck der Wettbewerbsbehörden zum Verkauf gestellt.
INSIDERVORWÜRFE MIT VERGLEICH GEREGELT: Die Credit Suisse hat in Brasilien Vorwürfe des Insiderhandels mit einer Vergleichszahlung von umgerechnet 11 Mio. Dollar beigelegt. Nach Angaben der brasilianischen Börsenaufsicht CVM hatten Börsenteilnehmer zwischen dem 1. Oktober 2005 und dem 17. Januar 2006 Vorzugsaktien des Flugzeugherstellers Embraer verkauft und statt dessen die mit einem Abschlag gehandelten Stammaktien erworben. Credit Suisse war den Angaben zufolge der grösste Nettokäufer. Am 13. Januar 2006 gab der Flugzeughersteller eine neu Kapitalstruktur bekannt, die den Stammaktien kräftig Auftrieb verlieh.

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