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TAGESÜBERSICHT WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 22. Oktober 2009 - 17:20 publiziert

Bern (awp/sda) - Donnerstag, 22. Oktober 2009
CS GLÄNZT: Die Credit Suisse hat im dritten Quartal einen Reingewinn von 2,4 Mrd. Fr. erzielt. Damit hat die Grossbank weit mehr verdient als drei Monate zuvor, als sie einen Reingewinn von 1,6 Mrd. Fr. eingefahren hatte. Mit dem Resultat hat sie die Erwartungen deutlich übertroffen. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Reingewinn von 1,7 Mrd. Fr. gerechnet. Seit Anfang Jahr hat die Credit Suisse einen Gewinn von 5,9 Mrd. Fr. angehäuft, nachdem sie noch im gleichen Vorjahreszeitraum wegen der Finanzkrise einen Verlust von 2,2 Mrd. Fr. erlitten hatte. Insbesondere im Investmentbanking sprudelten wieder die Gewinne. Gute Ergebnisse erzielte die CS unter anderem bei Zinsprodukten und Devisen oder im Sekundärhandel mit verbrieften US-Privathypotheken (RMBS). Stark war auch der Neugeldzufluss im Private Banking von 13,1 Mrd. Franken. Insgesamt flossen der CS im dritten Quartal netto Neugelder von 16,7 Mrd. Fr. zu. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich mit der Hälfte gerechnet.
GESCHÄFTE MIT SCHWEINEGRIPPE: Beim Basler Pharmakonzern Novartis ist der Umsatz nach neun Monaten bei 31,341 Mrd. Dollar stagniert. Der Reingewinn ging gar zurück - nämlich um 8 Prozent auf 6,131 Mrd. Dollar. Hauptgrund für diese Entwicklung ist der schwache Dollar. In Lokalwährungen nahm der Umsatz indes um 8 Prozent zu. Vor einem Wachstumsschub steht wegen der Schweinegrippe die noch junge Division Impfstoffe und Diagnostika: Novartis will bis Ende Jahr 90 bis 120 Millionen Dosen des Impfstoffs gegen den H1N1-Grippevirenstamm produzieren. Daraus soll im vierten Quartal ein Umsatz von 400 bis 700 Mio. Dollar resultieren. In den ersten neun Monaten musste die Impfstoffdivision indes ein Umsatzminus um 18 Prozent auf 1,037 Mrd. Dollar und einen operativen Verlust von 211 Mio. Dollar verbuchen. Für das Gesamtjahr erhöhte der Konzern seinen Ausblick.
NESTLÉ SCHRUMPFTE: In den ersten neun Monaten 2009 ist Nestlé von Wechselkurseffekten gebremst worden. Der Umsatz des weltgrössten Lebensmittelkonzerns sank um überraschend hohe 2,2 Prozent auf 79,5 Mrd. Franken. Trotz der Rezession blieben die Markenprodukte des Multis aber gefragt. Das organische Wachstum, das Wechselkurs- und Akquisitionseffekte ausschliesst, betrug 3,6 Prozent. Einer der grössten Treiber sind Getränke in Flüssig- und Pulverform, zu denen Nescafé, Nesquik, Nespresso und Nestea zählen. Der Umsatz kletterte hier organisch um 9,8 Prozent. Nespresso schaffte gar einen weiteren Sprung um satte 28 Prozent. Kein organisches Wachstum ergab sich in Europa und das einzige Minus verbuchte erneut Nestlé Waters (-1,8 Prozent). Nestlé sieht sich auch auf gutem Weg, das angestrebte Kostensenkungsziel von 1 Mrd. Fr. zu übertreffen. Zugleich will der Konzern im laufenden Jahr aber wieder für 7 Mrd. Fr. Aktien zurückkaufen, im Februar war dieses Ziel auf 4 Mrd. gesenkt worden.
OERLIKON MACHT HOFFNUNG: Bei der hochverschuldeten Industriegruppe OC Oerlikon sind in den ersten neun Monaten des Jahres Umsatz und Bestelleingang weiter eingebrochen. Der Umsatz tauchte um 39 Prozent auf 2,2 Mrd. Franken, der Bestelleingang um 35 Prozent auf 2,3 Milliarden. Die Führung des von Viktor Vekselberg kontrollierten Konzerns sieht aber erste Signale einer Erholung. So habe der Bestelleingang in der frühzyklischen Textilmaschinensparte 50 Prozent höher gelegen als im zweiten Quartal. 2010 will der Konzern operativ wieder profitabel sein. Die Gruppe muss nach Angaben vom August im ersten Quartal 2010 eine Kredittranche von 600 Mio. Fr. zurückzahlen. Um an Geld zu kommen, könnte Oerlikon erneut Geschäftsbereiche verkaufen, erklärte der seit August Oerlikon-Chef Hans Ziegler. Ziegler prüft auch eine Kapitalerhöhung.
ABWÄRTSTREND GEBREMST: Der Schweizer Aussenhandel ist in den ersten neun Monaten tief ins Minus gerutscht. Die Exporte einzelner Branchen brachen um über ein Viertel ein. Doch im September wurde der Abwärtstrend gebremst. Im September sanken die Exporte noch um 12,4 Prozent auf 15,623 Mrd. Franken, wie die eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mitteilte. Real, also um die Teuerung bereinigt, lag das Minus bei 15,9 Prozent. Die Handelsbilanz schloss gemessen über die ersten neun Monate mit einem Überschuss von 14,4 Mrd. Franken.
NOCH KEINE BESSEREN ZEITEN: Die Schweizer Uhrenindustrie leidet weiter stark unter der Krise. Im September brachen die Exporte erneut um über ein Viertel auf 1,134 Mrd. Fr. ein. Mit der anhaltenden Schwäche der Branche sind die Exportzahlen mittlerweile auf das Niveau von 2006 abgesackt, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FHS) mitteilte. Auf die ersten neun Monate des Jahres gerechnet brachen die Ausfuhren um 25,9 Prozent ein.
ZFS MIT DATENPANNE: Der Versicherungskonzern Zurich Financial Services (ZFS) hat einen Datenträger mit Angaben zu über einer Million südafrikanischer und britischer Kunden in einem Datencenter in Südafrika verloren. Er hat die Beratungsgesellschaft KPMG mit der Aufklärung des Falles beauftragt. KPMG werde die Versicherung auch in der Datensicherung beraten, hiess es. Gemäss Angaben der britischen Niederlassung der ZFS gibt es bisher keine Hinweise auf Missbrauch der Daten. Verlorengegangen sei ein so genanntes Backup-Datenband. Neben den 51'000 britischen und über einer Million südafrikanischen Kunden sind auch 40'000 Personen aus Botsuana von der Datenpanne betroffen.
GEWINNSPRUNG: Der Gewinn der Post-Tochter PostFinance ist in den ersten neun Monaten 2009 um 75 Prozent auf rund 350 Mio. Fr. geklettert. Im dritten Quartal kamen 34'000 Kunden hinzu. Bei den verwalteten Vermögen hat das stürmische Wachstum des ersten Halbjahres allerdings nachgelassen. Die Kundenvermögen nahmen im dritten Quartal gegenüber dem zweiten nur noch um rund 1,2 Mrd. Fr. zu. Anfang Jahr hatten viele Kunden Gelder von den Grossbanken abgezogen. Dieser Effekt nimmt nun ab, wie PostFinance-Sprecher Marc Andrey auf Anfrage erklärte.
WIEDER SCHWARZE ZAHLEN: Der schweizerisch-amerikanische Computerzubehör-Hersteller Logitech ist nach zwei Quartalen im Minus in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das Unternehmen erzielte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 (per Ende März) einen Reingewinn von 21 Mio. Dollar. Konzernchef Gerald Quindlen zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. In der Vorjahresperiode hatte das Unternehmen allerdings noch 72 Mio. Dollar Gewinn erwirtschaftet. Der Umsatz sank ebenfalls, um 25 Prozent von 665 auf 498 Mio. Dollar.
MIKRON UNTER DRUCK: Der Bieler Fertigungs- und Montagesystem-Hersteller Mikron kommt nicht vom Fleck. Umsatz und Bestellungseingang liegen nach neun Monaten auf sehr tiefem Niveau. Der Umsatz brach im Vorjahresvergleich um um 44,4 Prozent auf 114,4 Mio. Fr. ein, der Bestellungseingang sogar um 54,3 Prozent auf 88,3 Mio. Franken (-54,3 Prozent). Bei der Umsetzung der verschiedenen Massnahmen zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit und der Liquidität des Unternehmens sei Mikron auf Kurs, heisst es in einer Mitteilung weiter. Nach wie vor sei kein verlässlicher Ausblick möglich.
FIT VOR ÜBERNAHME: Kurz vor dem geplanten Zusammenschluss mit Jelmoli hat die Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site ihren Gewinn kräftig gesteigert: In den ersten neun Monaten 2009 erhöhte das Unternehmen den Reingewinn um 18,9 Prozent auf 105,5 Mio. Franken. Der Mietertrag belief sich auf 158,1 Mio. Franken, 2,1 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode.
IM MINUS: Das Zürcher Biopharma-Unternehmen Cytos hat im dritten Quartal 2009 einen Verlust von 5,6 Mio. Fr. eingefahren und damit den Verlust der Vorjahresperiode in etwa halbiert. Der Umsatz stieg von 0,4 auf 1,8 Mio. Franken. Cytos hat jüngst von Rückschlägen in der Forschung nach einem Nikotin-Impfstoff berichtet, was zum Ausfall so genannter "Meilensteinzahlungen" durch den Pharma-Riesen Novartis führen könnte.
AUSSTIEG: Die französische Compagnie des Alpes (CDA) hat ihr ganzes Aktienpaket von rund 40 Prozent verkauft, welches sie an den Saas-Fee Bergbahnen hielt. Käufer sind die Gemeinde und die Burger von Saas-Fee sowie ein privater US-amerikanischer Investor. "Am Mittwoch haben wir den Vertrag unterzeichnet", bestätigte Felix Zurbriggen, Präsident der Gemeinde und Burgergemeinde von Saas-Fee, Berichte der lokalen Presse.
WENIGER LOHN BEI STAATSHILFE: Im Gegenzug zur Vergabe umfangreicher Staatshilfen will die US-Regierung den betroffenen Unternehmen eine drastische Kürzung der Bezüge ihrer Top-Manager vorschreiben. Von der Massnahme betroffen sind demnach sieben Grossunternehmen. Es handelt sich nach Angaben des US-Finanzministeriums um jene Unternehmen, die im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise die meisten Staatshilfen bekamen, unter anderem der Versicherungskonzern AIG, die Finanzinstitute Citigroup und Bank of America sowie die Automobil-Konzerne General Motors und Chrysler. Wie die "New York Times" berichtete, sollen die Gehälter der Führungskräfte dieser sieben Unternehmen um durchschnittlich 50 Prozent sinken. Einzelner ihrer Manager sollen die Bezüge sogar um 90 Prozent gekürzt werden.
CHINA STEIGERT WACHSTUMSTEMPO WIEDER: Das Wirtschaftswachstum in China hat nach offiziellen Angaben im dritten Quartal auf 8,9 Prozent zugelegt. In den drei Monaten davor war das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 7,9 Prozent gestiegen. Die Regierung hat die Wirtschaft mit einem Konjunkturpaket in Höhe von vier Billionen Yuan (592,7 Milliarden Franken) angeschoben, um trotz der Weltwirtschaftskrise ein Wachstum von 8 Prozent im Gesamtjahr zu erreichen. Die Grundlagen dafür seien günstig, erklärte das Statistikbüro.
ARBEITSNIEDERLEGUNG: Bei der britischen Post hat am Donnerstag ein zweitägiger Generalstreik begonnen. Die Gewerkschaft CWU rief ihre 120'000 Mitglieder auf, die Arbeit niederzulegen. Die Gewerkschaft protestiert gegen die geplante Modernisierung und einen damit verbundenen Stellenabbau. Die CWU kritisierte, dass die Post den Rotstift entgegen staatlicher Abkommen ansetze, um das Unternehmen für eine Teilprivatisierung fit zu machen.
NEUES WINDOWS: Für Microsoft ist es der grosse Wurf. So viele Vorschusslorbeeren wie das neue Windows 7 hat wohl kein anderes Betriebssystem des weltgrössten Softwareherstellers jemals einheimsen können. Seit Donnerstag ist Windows 7 weltweit im Handel. Es ist schneller, schlanker, effizienter und anwenderfreundlicher als der Vorgänger Vista und kommt mit einer ganzen Reihe neuer Funktionen daher. Auf neuen Geräten mit berührungsempfindlichem Display lässt sich Windows 7 beispielsweise mit dem Finger bedienen. Anders als der Vorgänger Vista passt das deutlich schlankere Windows 7 auf die kleinen populären Netbooks.
SPAREN BEIM ESSEN: McDonald's profitiert in der weltweiten Wirtschaftskrise von der Sparsamkeit der Konsumenten. Unter dem Strich stieg der Gewinn der weltgrössten Schnellrestaurantkette im dritten Quartal um 6 Prozent auf 1,3 Mrd. Dollar. Die Erwartungen der Analysten wurden damit übertroffen. Vor allem in Europa bekam die Burgerkette grossen Zulauf. Hier kletterten die Umsätze auf vergleichbarer Basis um 6,9 Prozent. Insgesamt musste McDonald's allerdings einen Umsatzrückgang um 4 Prozent auf knapp 6,1 Mrd. Dollar hinnehmen.
RAJARATNAM GIBT AUF: Der in einen Skandal um mutmassliche Insidergeschäfte verstrickte Wall-Street-Mogul Raj Rajaratnam schliesst seinen Hedgefonds Galleon. In einem Schreiben an die Investoren heisst es, es sei in ihrem "besten Interesse" die Aktivitäten des Fonds "ordnungsgemäss abzuwickeln". Derweil würden "verschiedene Alternativen" für Geschäfte geprüft. Rajaratnam betonte, die Investitionen in den Galleon-Fonds seien nicht verloren, auch um ihre Mitarbeiter werde sich die Firma kümmern. Der Hedgefonds ist geschätzte 3,7 Mrd. Dollar schwer.

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