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Teilgeständnis im Fluglotsen-Mord

Laut der Bezirksanwaltschaft hat der tätverdächtige Russe zugegeben, das Opfer an seinem Wohnort aufgesucht und wahrscheinlich getötet zu haben.

Im Fluglotsen-Mord von Kloten liegt damit ein Teilgeständnis vor.

Der Verdächtige gab zu, sich zur Tatzeit zum Wohnort des Opfers begeben zu haben, damit dieses sich bei ihm entschuldige. Er habe den 36-Jährigen am Tatort angetroffen und mit ihm gesprochen. An das Tötungsdelikt könne er sich aber nicht mehr erinnern, sagte der Mann gemäss dem Zürcher Bezirksanwalt Pascal Gossner.

Weiter gab der 48-Jährige bei der Befragung an, sich nach dem Gespräch mit dem Fluglotsen nicht mehr unter Kontrolle gehabt zu haben. Wahrscheinlich habe er ihn getötet, sagte er.

Überprüfung der Aussagen im Gang

"Wir können in einem solchen Fall nicht von einem Geständnis reden", sagte Gossner. Die Aussagen des Russen wirkten glaubwürdig, würden aber überprüft und mit anderen Schilderungen, Spuren und sicher gestellten Gegenständen verglichen. "Die Aussagen werden auf Widersprüche und Übereinstimmungen abgeklopft."

Mord, Totschlag oder Tötung - gemäss Gossner sind beim jetzigen Stand der Ermittlungen noch alle drei Straftatbestände denkbar.

In den nächsten Tagen werden die Untersuchungsbehörden auf alle Fälle ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag geben. Der Angeschuldigte, den Gossner gegenüber swissinfo als "ruhig, traurig und betrübt" bezeichnete, befindet sich noch immer in einer psychiatrischen Klinik.

Wahrscheinlich der Täter

Nach der jüngsten Aussage gewinne die Hypothese an Wahrscheinlichkeit, dass sein Mandant der Täter gewesen sei, sagte Verteidiger Markus Hug. Noch immer gelte aber die Unschuldsvermutung.

Sein Mandant habe kein Teilgeständnis abgelegt, sondern nur zugegeben, das Haus des Fluglotsen an jenem Abend aufgesucht und mit diesem gesprochen zu haben.

Der Russe habe Fotos zeigen wollen, sei aber vom Fluglotsen handgreiflich zurückgewiesen worden. Dabei seien die Fotos zu Boden gefallen. An die weiteren Vorfälle könne sich der Mann nicht mehr erinnern.

Dessen Zustand sei unverändert, sagte Hug. Er sei immer noch stark in sich gekehrt. Für den Verteidiger stellt sich nun die Frage nach dem seelischen Zustand des Mannes zur Tatzeit: Es gebe Anhaltspunkte für verminderte Zurechnungsfähigkeit. Laut Gossner hat der Verdächtige am Montag selbst darum ersucht, in Anwesenheit seines Verteidigers auszusagen.

Racheakt vermutet

Der Mann war am Tag nach der Bluttat unter Tatverdacht verhaftet worden. Praktisch von Anfang an wurde vermutet, es handle sich um einen Racheakt für das Flugzeugunglück vom 1. Juli 2002.

Damals kamen bei der Kollision eines russischen Passagier- und eines DHL-Frachtflugzeugs 71 Menschen, darunter 45 Kinder und Jugendliche, ums Leben.

swissinfo und Agenturen

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