Navigation

Telekom-Aktionäre segnen Integration des Deutschlandgeschäfts ab

Dieser Inhalt wurde am 19. November 2009 - 16:10 publiziert

HANNOVER (awp international) - Die Aktionäre der Telekom haben grünes Licht für die Verschmelzung von Mobilfunk und Festnetz in Deutschland gegeben. Mit einer breiten Mehrheit stimmten die Anteilseigner am Donnerstag auf einer ausserordentlichen Hauptversammlung für die Integration. "Wir stärken damit den Kundenservice, wir sichern Arbeitsplätze und wir erschliessen Potenzial für zusätzlichen Umsatz und für Kostensynergien", hatte Telekom-Chef Rene Obermann zuvor in der Tui Arena in Hannover geworben.
Formal soll das Festnetzgeschäft aus der Telekom AG ausgegliedert und auf die T-Mobile Deutschland GmbH verschmolzen werden. Die Eintragung der neuen Telekom Deutschland GmbH ins Handelsregister ist für das erste Halbjahr 2010 vorgesehen. Aktionärsvertreter begrüssten den Schritt als "grundsätzlich richtig" - aber längst überfällig. Sie nutzten die Gelegenheit und sparten wie üblich nicht mit Kritik am Vorstand.
Vor allem der Aktienkurs hat den Anteilseignern in den vergangenen Jahren wenig Freude gemacht. "Zeigen Sie mal das Potenzial der Telekom, damit der Kurs auch steigt!", forderte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Können sie die T-Aktie aus dem Tal der Tränen holen?", fragte ein anderer Aktionär. Die Titel dümpeln schon lange unter ihrem Ausgabepreis beim Börsengang Ende der 90er Jahre. Nach einem positiven Start verlor die T-Aktie am Donnerstag wieder einmal mehr als 1 Prozent.
OBERMANN SIEHT GROSSES POTENZIAL
Seit Jahren kämpfen die Telekomkonzerne mit Umsatzrückgängen vor allem im klassischen Sprachgeschäft. Mit der Verschmelzung von Festnetz und Mobilfunk folgt die Telekom dem Beispiel anderer europäischer Konzerne wie Vodafone , France Telecom oder Swisscom . Das Potenzial sei enorm, betonte Obermann. Kunden mit Mobilfunk- und Festnetzvertrag bei einem Anbieter kündigten ihre Verträge deutlich seltener, ausserdem brächten sie erfahrungsgemäss deutlich mehr Umsatz.
Insgesamt erwarte der Konzern mittelfristig eine Umsatzsteigerung von 1,3 Milliarden Euro, sagte Obermann. Auf der Ergebnisseite rechnet die Telekom dabei mit einem positiven Beitrag von 600 Millionen Euro pro Jahr. "Das gesamte Niveau der Synergien wird Mitte 2015 erreicht", kündigte Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges an. Ein Drittel davon seien Kosteneinsparungen unter anderem bei IT-Systemen, der Rest sei auf die erwartete Umsatzsteigerung zurückzuführen.
KEINE NEUE MARKE
Die neue Deutschland-Gesellschaft wird rund 85.000 Mitarbeiter haben, rund 27 Millionen Festnetz- sowie 39 Millionen Mobilfunkanschlüsse werden dort betreut. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Bereich einen Umsatz von rund 26 Milliarden Euro, rund 40 Prozent der gesamten Erlöse des Konzerns. Eine neue Marke will die Telekom für ihren Auftritt in Deutschland nicht entwerfen. "Das 'T' als übergeordnetes Markenzeichen wird aber an Bedeutung gewinnen", sagte Obermann.
Insgesamt waren die Eigner von rund 63 Prozent des Grundkapitals auf der Aktionärsversammlung vertreten - in der Spitze wurden allerdings nur 2.600 Besucher der Hauptversammlung gezählt, weitaus weniger als bei den ordentlichen Aktionärstreffen der Telekom./gr/das

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?