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Tells Heimat und Tells Volk

"Hier ist alles steinig. Wenn man fruchtbaren Boden sucht, muss man ins Unterland gehen", erklärt der Schächentaler Bauer Gustav Muheim. Und er zeigt auf die Berggipfel, deren Namen er alle auswendig kennt.

Um ihn herum grüne, aber steile Wiesen. Wir sind im Herzen eines der vielen Täler inmitten felsiger Abhänge, welche die Region Uri prägen.

Hier lebt das Volk Tells. Ein Volk, nicht unähnlich seinem Helden. "Wilhelm Tell sprach nicht viel. Er handelte. Die Urner gleichen ihm ein wenig", bemerkt Stefan Arnold, Journalist der Lokalzeitung.

Uri tönt zwar ähnlich wie Uranus, hat mit diesem aber nichts gemein. Es sind nicht kleine Uranusmännchen, die hier wohnen, sondern die Menschen des Urnerlands. Eine wichtige Entdeckung, wenn man sich die Zeit nimmt, die Autobahn zu verlassen. Ja, hier wird gelebt. Mal etwas besser, mal etwas schlechter.

"Die wirtschaftliche Situation ist nicht ideal. Ein grosser Teil der Einheimischen musste in Luzern oder Zürich Arbeit suchen. Und einige, vor allem die Jüngsten, sind dort geblieben", führt Arnold aus. "Dafür ist hier die Lebensqualität gut."

Die Region passt sich an



Die Region lebt zum Teil von der Landwirtschaft. Allerdings immer weniger. "Das Tal hatte sich noch nie so stark verändert wie in den letzten fünfzig Jahren. Früher hatten wir mehr Wald, und das Tal war weniger dicht bevölkert", erinnert sich Gustav Muheim.

"Die Menschen lebten im Allgemeinen von den Früchten der Natur. Heute können die Bauern fast nur noch mit einer zusätzlichen Arbeitsstelle überleben."

Wie die meisten Bergregionen hat sich Uri nach und nach dem Tourismus zugewandt. Zur Zeit ernährt der Dienstleistungssektor über die Hälfte der aktiven Bevölkerung.

"Der Tourismus ist eine kostbare Ressource für die Zukunft", meint Andreas Banholzer, Direktor von Altdorf Tourismus.

Tell als Trumpf

"Und die Festlichkeiten von 2004 sind ein zusätzlicher Trumpf, um mit einem kulturellen Angebot Gäste anzuziehen. Damit kann Uri beweisen, dass es nicht nur ein Wandergebiet ist."

Der Verein Kulturschweiz 2004 wurde geschaffen, um das Ereignis über die Innerschweiz hinaus bekannt zu machen. Da Schillers Theaterstück auf Deutsch geschrieben ist, möchte man natürlich vor allem das deutschsprachige Publikum anziehen.

"Aber wir versuchen auch die lateinische Schweiz anzusprechen", fügt Banholzer bei. "Schliesslich ist Tell ein Nationalheld …"

swissinfo, Daniele Papacella und Alexandra Richard, Schächental
(Übertragung aus dem Französischen: Charlotte Egger)

In Kürze

Die ganze Geschichte von Wilhelm Tell ist in Uri verankert. Der Jäger streifte mit seiner Armbrust auf der Suche nach Wild durch Wiesen und Wälder. Tell und seine Familie lebten in Bürglen, einem Dorf im Schächental.

Während Jahrhunderten lebte die lokale Bevölkerung von Berglandwirtschaft. Mitte des 13. Jahrhunderts bot ihnen die Eröffnung der Gotthard-Handelsstrasse neue Möglichkeiten.

Vor allem erhielt die Region dadurch strategische Bedeutung, da die Strasse die Verbindung zwischen dem deutschen Kaiserreich und Italien war.

Vor diesem Hintergrund stiessen regionale Unabhängigkeit und imperiale Kontrolle über die Kommunikationswege aufeinander. Wilhelm Tell wurde zur Verkörperung des Willens zum Widerstand gegen die Ungerechtigkeit.

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