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Zürich (awp) - Beim Bankensoftware-Hersteller Temenos geht die Integration des französischen Wettbewerbers Viveo nach der Übernahme nicht reibungslos vonstatten. Ein Gericht in Paris soll demnächst über den Restrukturierungsplan entscheiden, nach Gewerkschaftsangaben geht es um mehr als einen Drittel der Stellen.
Temenos selbst war auf mehrfache Nachfrage von AWP nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Bei der Publikation der Zweitquartalszahlen Ende Juli erklärte das Management noch, die Viveo-Integration komme gut voran. Es handelt sich mit einem Kaufpreis von 81 Mio USD um die grösste Übernahme in der Unternehmensgeschichte. Mit dem Zukauf sichert sich Temenos nach eigenen Angaben die Marktführerschaft in Frankreich.
Arbeitnehmervertreter von Viveo wehren sich aber massiv. Die geplanten Entlassungen stellten keinen Sozialplan gemäss französischem Arbeitsrecht dar, heisst es am Montag in einer Medienmitteilung. Das "Tribunale de Grande Instance" in Paris wurde angerufen, eine bereits verschobene Anhörung findet nun Mitte September statt.
Auch gemäss eines Expertengutachtens gebe keine ökonomischen Gründe für den Stellenabbau, schreiben die Gewerkschafter weiter. Sie bemängeln zudem, dass die Produkte von Viveo weitgehend zugunsten der Kernbankenlösung von Temenos eingestellt werden.
Was dieser Widerstand für das operative Geschäft von Temenos bedeutet, ist offen. "Die Folgen für die Integration von Viveo in das Unternehmen sind schwierig abzuschätzen. Übernahmen sind in Frankreich wegen der Rechtslage oftmals langwieriger als in der Schweiz", sagt ZKB-Analyst Andreas Müller gegenüber AWP.
Es handle sich aber um normales Geschäftsgebahren im Zuge einer Übernahme, so Müller. Im globalen Umfeld sei die Strategie von Temenos sicher richtig, durch die Akquisition bestimmte Module in das eigene Angebot zu integrieren. "V.Bank und T24 parallel weiterlaufen zu lassen, würde keinen Sinn machen", betont er. Das sage nichts über die Qualität der Produkte aus, sei aber aus ökonomischer Sicht logisch.
cc/ps

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