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Thomas Cook trotzt Krise und Schweinegrippe - Zukäufe geplant (AF)

Dieser Inhalt wurde am 30. November 2009 - 11:10 publiziert

LONDON (awp international) - Europas zweitgrösster Reiseveranstalter Thomas Cook hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Wirtschaftskrise und Schweinegrippe getrotzt. Umsatz und Gewinn legten trotz zögernder Urlauber und vielfach rückläufiger Preise überraschend stark zu. Auch für die kommenden Monate rechnet Vorstandschef Manny Fontenla-Novoa damit, dass sich die Menschen erst kurzfristig für eine Reise entscheiden. Unterdessen will das Unternehmen, dessen wichtigste deutsche Marke Neckermann Reisen ist, weiter wachsen und peilt Zukäufe sowohl in Deutschland als auch in Schwellenländern an. Die Aktionäre sollen mit einer höheren Dividende bei Laune gehalten werden, wie das Unternehmen am Montag in London mitteilte.
Die Thomas-Cook-Aktie sprang nach den Nachrichten um fast fünf Prozent in die Höhe. Nach anderthalb Handelsstunden lag das Papier noch mit 1,85 Prozent im Plus bei 220,30 britischen Pence.
WEITERES WACHSTUM
Für die kommenden Monate peilt Thomas Cook weiteres Wachstum und Zukäufe an. Das seit mehr als anderthalb Jahren geplante Gemeinschaftsunternehmen in Russland soll im ersten Quartal 2010 unter Dach und Fach gebracht werden. Auch in China will sich Thomas Cook stärker einbringen. Beide Länder dürften in den nächsten Jahren zu zwei der grössten Reisemärkte aufsteigen, schätzt das Management.
Auch in Deutschland schaut sich Thomas Cook nach Übernahmezielen um. Allerdings müsste das richtige Unternehmen dafür noch gefunden werden, sagte Fontenla-Novoa in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die 25-prozentige Beteiligung an dem Hotelbetreiber Club Aldiana, an der Medien zufolge der drittgrösste deutsche Reiseveranstalter Rewe Interesse hat, will Thomas Cook aus heutiger Sicht nicht abstossen. Es gebe Gespräche mit dem derzeitigen Mehrheitseigner, dem spanischen Baukonzern Grupo Santana. Thomas Cook wolle möglicherweise mehr in Aldiana investieren, kündigte Fontenla-Novoa an.
MEHR UMSATZ UND GEWINN
Im Geschäftsjahr 2008/2009 bis Ende September steigerte Thomas Cook den Umsatz um sechs Prozent auf 9,3 Milliarden Pfund (10,2 Mrd Euro). Der operative Gewinn einschliesslich Sonderposten kletterte von 107 auf 164 Millionen Pfund. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich von 4,2 auf 4,5 Prozent. Unter dem Strich blieben für die Aktionäre 16 Millionen Pfund hängen, rund 5 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Die Dividende soll nun um 10 Prozent auf 10,75 Pence je Aktie steigen.
Derweil hat Thomas Cook weiterhin mit der Zurückhaltung der Kunden zu kämpfen. Für die laufende Wintersaison liegen die Buchungen in Grossbritannien, Kontinental- und Nordeuropa um 11 bis 13 Prozent unter den Vorjahreswerten. In den vergangenen Wochen war dem Unternehmen zufolge allerdings ein Aufholprozess zu beobachten. "Der Absatz wird immer stärker, je näher wir dem Winter kommen", sagte Fontenla-Novoa. Eine ähnliche Entwicklung hatte sich bereits im Sommer gezeigt. Angesichts jüngster Erhebungen zeigte sich der Thomas-Cook-Chef optimistisch, dass die Briten ihren Sommerurlaub trotz des schwachen Pfunds auch 2010 im Ausland verbringen.
ZUVERSICHT FÜR 2009/10
Für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 zeigte sich das Management zuversichtlich, die selbst gesetzten Erwartungen zu erreichen. Ende September hatte Fontenla-Novoa einen operativen Gewinn vor Sonderposten von 420 bis 430 Millionen Euro als realistisch bezeichnet. Im abgelaufenen Jahr hatte dieser bei 415 Millionen Euro gelegen.
Zudem bekommt Thomas Cook wieder einen festen Finanzvorstand. Paul Hollingworth, der diese Funktion zuletzt bei dem Papier- und Verpackungsproduzenten Mondi innehatte, folgt ab Januar 2010 auf Jürgen Büser, der den Posten aus gesundheitlichen Gründen abgibt. Bereits seit März hatte der deutsche Thomas-Cook-Manager Ludger Heuberg die Funktion vertretungsweise übernommen.
Die frühere Arcandor Tochter Thomas Cook hat nach der Insolvenz des deutschen Handels- und Reisekonzerns (Karstadt, Quelle) keinen Mehrheitseigentümer mehr. Die Aktien befinden sich mehrheitlich im Streubesitz und sind an der Londoner Börse notiert./stw/stb/wiz

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