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(Mit weiteren Angaben)
ESSEN (awp international) - Der Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp will seinen tiefgreifenden Umbau schnell umsetzen. Die geplante Trennung von der gesamten Edelstahlsparte und Teile des Autozuliefergeschäfts solle in anderthalb Jahren abgeschlossen sein, sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger am Freitag in Essen. Ziel sei es, die Schritte im September 2012 zum Ende des kommenden Geschäftsjahres abzuschliessen.
Insgesamt will sich Hiesinger von rund einem Viertel des Geschäfts trennen, um so den Schuldenberg von 6,5 Milliarden Euro abzubauen und Spielräume für neue Investitionen zu gewinnen. "Mehrere Milliarden Euro" sollten in den nächsten Jahren in Zukunftstechnologien fliessen. Für seine Umbaupläne bekam Hiesinger am Freitag grünes Licht vom Aufsichtsrat. Insgesamt sind nach Konzernangaben von den Umbauplänen rund 35.000 der derzeit rund 180.000 Beschäftigten betroffen, 14.000 davon in Deutschland. Betriebsbedingte Kündigung schloss der Konzern aus.
Mit den Investitionen will Hiesinger ebenfalls schnell beginnen. Es solle nicht gewartet werden, bis die Verkäufe abgeschlossen sind. Wachstumschancen sieht Hiesinger vor allem in den Schwellenländern und bei innovativen Technologien rund um die Themen Energie- und Ressourceneffizienz, Infrastruktur und nachhaltige Konsum- und Industriegüter. Dazu will er auch die Forschungs- und Entwicklungsausgaben steigern, die derzeit gerade einmal gut ein Prozent vom Umsatz ausmachten.
Bei konkreten Schritten blieb Hiesinger aber zunächst noch vage. Er kündigte aber bereits eine Erweiterung des neuen Kurbelwellenwerks in China an. Zudem sollen dort neue Aufzugsfabriken gebaut werden, um mit dem Wachstum in dem Land mithalten zu können. Das Servicegeschäft soll durch Zukäufe gestärkt werden.
Zudem versprach Hiesinger die Modernisierung des Stahlwerks in Duisburg. Die war zuletzt wegen des immer teurer werdenden Baus der neuen Fabriken in Brasilien und den USA zurückgestellt worden. Keine Angaben machte Hiesinger zu seinen Vorstellungen, wann die neuen Werke die Gewinnschwelle erreichen sollen. "Wir haben da im vergangenen Jahr vielleicht etwas zu positiv berichtet", sagte der Manager.
Der Bau der Stahlwerke in Brasilien und den USA hatte wegen immer neuer Kostensteigerungen schliesslich rund 10 Milliarden Euro gekostet, auch die Belastungen durch die Anlaufverluste hatte das Unternehmen zuletzt nach oben korrigieren müssen. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres rechnet ThyssenKrupp nun aber mit einer deutlichen Verbesserung.
Für die Edelstahlsparte prüft das Unternehmen unter anderem einen Börsengang. Für diesen Fall hat das Unternehmen den Arbeitnehmervertretern zugesagt, "einen nennenswerten" Anteil der Aktien zu behalten. Welche Höhe das sein könnte, sei aber nicht definiert, erklärte Hiesinger. Die Mehrheit wolle ThyssenKrupp aber auf jeden Fall loswerden.
Auch ein Zusammenschluss der Sparte mit einem Konkurrenten sei eine Möglichkeit. Dabei sieht Hiesinger keine unüberwindbaren kartellrechtlichen Hürden. Wenn die wachsende Konkurrenz aus China mit einbezogen werde, sollte es "flexible Lösungen" geben, sagte der frühere Siemens-Manager./enl/he

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