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Tierische Polit-Psychologie Das Tier in der Manege der Demokratie

Tiere funktionieren fast immer in der Politik. Denn diese hat fast immer auch mit Aufmerksamkeit, also Werbung zu tun. Auch in einer Demokratie. Das fette rosa Schwein aus dem heimischen Stall oder der vom Aussterben bedrohte Orang-Utang aus dem tropischen Regenwald: Tiere bringen Aufmerksamkeit und Emotionen in die Schweizer Politarena. Aber Tiere können noch mehr.

Zwei Träger, die einen Orang-Utang wegschleppen. Und das vor dem Olympischen Museum mitten in Lausanne. Hoppla, was ist da passiert? Es sind zwei Polizisten im Dienst, die einen Greenpeace-Aktivisten wegtragen. Oder ist es eine Aktivistin?

Der Kontext: Die Person im Affenkostüm machte die Aktionäre von Nestlé anlässlich der Generalversammlung darauf aufmerksam, dass der Schweizer Nahrungsmittel-Multi mitverantwortlich sei für die Abholzung des Regenwaldes in Indonesien – dem Lebensraum der Primaten.

Ob global operierende NGO, sieggewohnte Partei oder versprengtes Aktivisten-Grüpplein: Das liebe Vieh hilft, die eigene Botschaft zu verstärken, um im Tosen der Öffentlichkeit mehr Gehör zu finden.

Und dann ist da noch der alte Zaubertrick der politischen Kommunikation: Tiere, vorzugsweise mit "Jöö-Faktor", als Ablenkungsmanöver. Gewiefte Polit-Dompteure schicken dann solche in die Manege, wenn sie von wahren Absichten ablenken wollen. Oder eigenen Defiziten.

(Bilder: Keystone, wenn nicht anders angegeben; Text: Renat Künzi)

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