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Engelberg (awp) - Die Bergbahnen Titlis Rotair haben im vergangenen Geschäftsjahr 2009/10 (per Ende Oktober) einen Gewinn von 1,29 (VJ 5,67) Mio CHF erzielt. Dies trotz einer Abschreibung von 10,2 Mio CHF aus einem Betrugsfall in der Finanzbuchhaltung, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Dank den vorhandenen Gewinnreserven sei Titlis Rotair dennoch in der Lage die Ausschüttung einer Dividende von 60 CHF je Aktie zu beantragen. Im Vorjahr wurde den Aktionären gleich viel über eine Nennwertrückzahlung ausgeschüttet.
Der Umsatz wuchs um 18% auf 51,9 Mio CHF. Die Bergbahnen hätten von ausgezeichneten Schnee-und Wetterverhältnissen im Winter sowie einer massiven Zunahme an asiatischen Touristen im Sommer profitiert, heisst es weiter. Allein die Zahl transportierter Gäste aus China nahm um über 50% zu. Für Besucher aus China und Indien sei der Titlis zu einem Höhepunkt einer Europareise geworden.
Auf der Aufwandseite hatte das Unternehmen die Kosten im Griff. Der Betriebsaufwand stieg zum Ertragszuwachs unterproportional um 8% auf 32,1 Mio CHF. Das ordentliche Betriebsergebnis konnte so um 84% auf 11,8 Mio CHF gesteigert werden.
Dagegen lastete der Betrugsfall in der Finanzabteilung stark auf der Rechnung. Angeblich um der Firma zusätzliche Erträge zu verschaffen, hatte der Finanzbuchhalter und stellvertretende Finanzchef seit April 2009 eigenmächtig erst kleinere Zahlungen und ab Januar 2010 grosse Beträge in eine vermeintlich seriöse asiatische Investmentgesellschaft investiert. Die Zahlungen verschleierte er anfänglich, indem er sie gegen Kassaeinnahmen abbuchte.
Die gesamte Deliktsumme betrage 10,4 Mio CHF und wurde nach und nach auf ein Konto der Best Market Holding bei der HSBC in Macau einbezahlt. Wie sich später herausstellte, war die Firma ein mafiöses Konstrukt. Als die Sache im Juni 2010 aufflog, wurde der fehlbare Mitarbeiter fristlos entlassen und die Rotair Titlis reichte beim Verhöramt des Kantons Obwalden Strafklage ein. Der Fall sei noch hängig.
Als Folge davon sei das Verbuchungssystem geändert worden und der Verwaltungsrat habe zur strengeren Überwachung der Geschäftsleitung ein Audit Committee gebildet. Die Stellen des Geschäftsleiters und des Finanzchefs sind neu besetzt. Seit Anfang November amtet Norbert Patt als neuer CEO und seit Anfang Jahr hat Esther Schneider die Leitung des Finanzbereichs übernommen.
Zum Rücktritt als Geschäftsführer hatte sich AlbertWyler bereits 2009 entschieden, also lange vor dem Betrugsfall, genauso wie Finanzchef Giann Theler. Den beiden zurückgetretenen Managern werde keine Boni ausbezahlt. Die Anwälte von Titlis Rotair seien daran, via das Justizdepartement von Macau an die Gelder heranzukommen.
Das neue Geschäftsjahr habe gut begonnen, so die Mitteilung. Der starke Schweizer Franken habe sich bisher nicht spürbar auf die Umsätze ausgewirkt. Die Buchungen aus Asien gäben Anlass zur Hoffnung, dass das Sommergeschäft noch ausgebaut und folglich der Jahresumsatz auf Vorjahreshöhe gehalten werden könne. Auch zeige sich, dass sich die hohen Investitionen der letzten Jahre in die Verbesserung der Infrastruktur und der Gastronomie, sowie die zielgerichtete Marktbearbeitung positiv auf das Betriebsergebnis auswirkten.
mk

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