Toblerone - das Dreieck im Mund

Eine süsse Versuchung - ausschliesslich in Bern hergestellt. Keystone

War es das Matterhorn oder waren es tanzende Beine in Paris, die der Toblerone ihre Form gaben? Eine Ausstellung in Bern beantwortet Fragen rund um Tobler und seine Toblerone. Es geht um Wirtschaft, soziales Engagement und die süsse Versuchung Schokolade.

Dieser Inhalt wurde am 29. Mai 2001 - 16:15 publiziert

Anfangs Jahrhundert wehte der Duft von Schokolade quer durch das Berner Länggass-Quartier. Chocolat Tobler produzierte dort ihre berühmte dreieckige Toblerone, aber auch Cacao, die Tobler o Rum und Tobler Orange, um nur ein paar wenige Produkte zu nennen.

Arbeiterinnen und Arbeiter strömten tagein tagaus durch die Tore der Fabrik und blieben ihrem Arbeitgeber oft lange treu. So erinnert sich ein ehemaliger Personalchef daran, dass ein Ehepaar gemeinsam 100 Jahre bei Tobler arbeitete. Der Lohn war zwar nicht sehr hoch, aber Theodor Tobler, der Chef, verstand es, seine Leute zu motivieren.

Da gab es den Sportverein, Ferien für die Kinder der Angestellten, Heimpflegerinnen, die Krankenbesuche machten oder eine firmeneigene Kantine mit gesunden Mahlzeiten.

Ganz uneigennützig war Theodor Toblers soziales Engagement nicht. So konnte die Heimpflegerin doch gut kontrollieren, ob ein Patient denn wirklich krank im Bett lag oder nur simulierte. Und das Geld, das die Arbeiterinnen und Arbeiter in der Kantine für eine einfache Mahlzeit ausgaben, floss direkt in seine Tasche zurück.

Chocolat Tobler weckt bei Jung und Alt, bei Schweizerin und Ausländer Erinnerungen. Wer hat das süsse Dreieck noch nie im Munde zergehen lassen? Doch was steckt dahinter? Eine einfache Ausstellung im Kornhaus in Bern blickt hinter die Kulissen - in Dreiecksform.

Zu sehen sind Bilder in Grossformat, Patente aus dem Archiv, Formen, 100-jährige Sammelalben und wunderschöne Zeugnisse ehemaliger Arbeiterinnen und Arbeiter auf Video.

Übrigens: Die dreieckige Form der Toblerone ist eine simple Kopie. Kakaobarren waren früher so verpackt. Nichts ist mit dem Mythos der Tänzerinnen der Folie Bergers in Paris und nichts ist mit dem Matterhorn. Die Toblerone schmeckt aber auch nach dieser Erkenntnis genau so lecker.

Rebecca Vermot

Die Ausstellung ist bis zum 1. Juli 2001 zu sehen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen