Navigation

Transocean/BP bereitet Verstopfen der Ölquelle vor

Dieser Inhalt wurde am 26. Mai 2010 - 09:00 publiziert

WASHINGTON (awp international) - Im Golf von Mexiko läuft die Vorbereitung für einen beispiellosen Vorstoss im Kampf gegen die Ölpest auf Hochtouren. BP habe mit ausführlichen technischen Diagnosen in 1500 Metern Tiefe begonnen, sagte der Vizepräsident des Ölkonzerns, Kent Wells, am Dienstag (Ortszeit). Die Tests sollten zeigen, ob das Unternehmen wie geplant am Mittwochvormittag mit dem Versuch beginnen kann, die unablässig sprudelnde Ölquelle zu verschliessen. BP räumte allerdings ein, dass abhängig von den Resultaten auch Verschiebungen oder gar die Absage des Vorhabens denkbar seien.
Wesentlicher Teil der stundenlangen Diagnosen ist ein Drucktest an dem tonnenschweren Sicherheitsventil auf dem Bohrloch. Durch diese Vorrichtung will BP tausende Liter Schlamm pro Minute in die Quelle pumpen, um den Ölfluss zu stoppen. Das als "Top Kill" bezeichnete Verfahren kann laut Wells nur gelingen, wenn das Sicherheitsventil und seine fünf Öffnungen dem grossen Druck standhalten. Ein weiteres Risiko bestehe darin, dass die Hülle des Steigrohrs den Beschuss nicht aushält, sagte der mit der staatlichen Aufsicht der Operation beauftragte Ingenieur Russell Hoshman.
BP rechnet sich für die Aktion Erfolgschancen von 60 bis 70 Prozent aus - die Methode ist noch nie in solcher Tiefe ausprobiert worden. Zusätzlich könnten bei dem Verfahren andere Materialien wie Gummi auf demselben Weg in das Ventil gepumpt werden und das Bohrloch so verstopfen. Denkbar ist auch eine Kombination beider Methoden.
BPs neuerlicher Versuch, die Ursache der Ölpest zu bekämpfen, wird vor allem von der US-Regierung und den betroffenen Fischern mit Ungeduld beobachtet. Mittlerweile wurde das Öl auf einer Breite von 110 Kilometern an Stränden und ins Marschland am Golf von Mexiko gespült. US-Behörden dehnten die Verbotszone für den Fischfang weiter aus. Präsident Barack Obama will die die ölverschmierte Küste am Freitag selbst in Augenschein nehmen. Er werde in den Bundesstaat Louisiana reisen, um sich dort ein Bild von den Bemühungen im Kampf gegen die Ölpest zu machen, teilte das Weisse Haus mit. Es wäre seit dem Sinken der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 22. April der zweite Besuch Obamas in der betroffenen Region./mcm/DP/tw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?