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Transocean/Ölpest erreicht die Küstengewässer vor Louisiana (AF)

Dieser Inhalt wurde am 30. April 2010 - 11:41 publiziert

(Meldung aktualisiert und teilweise umgeschrieben)
Washington (awp/sda/dpa/afd) - Die Ölpest im Golf von Mexiko hat die Küstengewässer am Mississippi-Delta erreicht. Das genaue Ausmass einer der grössten Umweltkatastrophen in der US-Geschichte ist noch nicht abzusehen.
Medienberichte, das Öl sei bereits an Land geschwemmt worden, konnte die US-Küstenwache am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) noch nicht bestätigten. Sobald das erste Tageslicht da sei, solle ein Kontrollflug die notwendigen Informationen bringen, sagte Eric Swanson von der Küstenwache der Nachrichtenagentur dpa.
An der Küste des US-Bundesstaates Louisiana bereiteten sich die Einsatzkräfte weiter auf das Eintreffen des riesigen Ölteppichs vor. Um die Küsten zu schützen, ist eine grosse Zahl von Öl-Barrieren ausgelegt worden. Winde hatten das Öl am Donnerstag schneller als zunächst erwartet vor das Wildschutzgebiet Pass-A-Loutre am Mississippi-Delta getrieben.
Auslöser der Ölpest ist der Untergang der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon", die das Unternehmen von Transocean geleast hatte, vor gut einer Woche. Seitdem tritt das Rohöl in 1500 Metern Meerestiefe aus. Nach Schätzungen der US-Meeresbehörde sind es täglich etwa 800'000 Liter.
Wenn es weiter in diesen Mengen sprudelt, dauert es keine zwei Monate, bis das Ausmass der "Exxon-Valdez"-Katastrophe vor Alaska von 1989 erreicht ist.
US-Präsident Barack Obama will am (heutigen) Freitag die Ministerin für innere Sicherheit, Janet Napolitano, Innenminister Ken Salazar und die Chefin der Umweltbehörde (EPA), Lisa Jackson, in das Notstandsgebiet schicken. Sie sollen sich über die getroffenen Massnahmen informieren und weiter Druck auf BP ausüben.
Obama hatte am Donnerstag gesagt, der britische Ölkonzern müsse die Kosten für den Kampf gegen und die Beseitigung der Ölpest übernehmen. Seine Regierung werde "alle verfügbaren Ressourcen", auch das Militär, bereitstellen, um der Gefahr zu begegnen.
Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, hatte zuvor den Notstand in seinem Staat ausgerufen. Damit können nun rasch Bundeshilfen fliessen.
Hoffnungen, einen Teil des Öls auf dem Meer abbrennen und so unschädlich machen zu können, hatten sich wegen schlechten Wetters und hoher Wellen zerschlagen. Auch waren alle Versuche gescheitert, die Lecks unter Wasser mit Hilfe von Tauchrobotern zu stopfen.
Für Louisiana könnte der Ölteppich verheerende Folgen haben: Die Sumpflandschaft an der Küste ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Zudem ist der Bundesstaat auf die Fischindustrie und den Tourismus als Wirtschaftszweige angewiesen.
Umweltschützer rechnen mit dem Schlimmsten. "Der schreckliche Verlust von elf Arbeitern ist möglicherweise nur der Anfang dieser Tragödie, während sich der Ölteppich weiter in Richtung einer empfindlichen Küste ausbreitet, die lebenswichtig für Vögel und Meereslebewesen ist", sagte kürzlich Melanie Driscoll von der US-Umweltorganisation Audubon.
Und Tom Minello von der US-Meeresbehörde NOAA prophezeite am Donnerstag: "Wenn die Salzmarschen und Seegrasbetten direkt mit dem Öl in Berührung kommen, wird die Erholung Jahre dauern."
rt

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